"Wir bauen unser kleines Europa"
Paderborn und Przemysl feiern 20 Jahre Städtefreundschaft
"Wir bauen unser kleines Europa". An diesen Leitgedanken seiner 2011 im Alter von 64 Jahren verstorbenen Frau Heidi erinnerte Karl-Ernst Neumann im Paderborner Rathaus. "Pani Heidi", wie sie von ihren polnischen Freunden immer liebevoll genannt wurde, war das Herz dieser Freundschaft und wurde für ihre Verdienste zur Ehrenbürgerin von Przemysl ernannt. Der Präsident des Freundeskreise Paderborn-Przemysl blickte beim Festakt zum 20jährigen Bestehen der Freundschaft zur polnischen Partnerstadt auf die Anfänge der Verbindung zurück. Vor etwa 120 geladenen Gästen, zu denen auch Altbürgermeister Wilhelm Lüke als Begründer der Städtefreundschaft und Boltons Bürgermeister Colin Shaw mit seiner Frau Dee gehörte, berichtete er von der ersten Delegation des Rates, die im Juni 1991 die 1.200 Kilometer lange Reise nach Przemysl in Angriff nahm. In den zwei Jahrzehnten sei es durch die Begegnung der Menschen beider Städte diese Freundschaft enorm gewachsen. Der Freundeskreis habe von Anfang an diese Freundschaft gelebt. Als aktuell diejenige, die besonders lebendig und deren Aktivitäten beispielgebend sind, bezeichnete Paderborns Bürgermeister Heinz Paus die Freundschaft zur polnischen Stadt. "Wir schöpfen aus den gleichen Quellen, für uns sind die gleichen Werte wichtig, trotz der schlimmen Katastrophen der Jahre 1933 bis 1945", ging der Bürgermeister auf die historische Basis der Verbindung ein. "Wenn man heute auf die 20 Jahre zurückblickt, dann ist in dieser Zeit viel mehr möglich geworden, als sich auch die kühnsten Träumer hätten vorstellen wollen", würdigte Paus die Entwicklung. Heute werde zwischen den Stadtentwässerungsbetrieben, den Feuerwehren, den Grünflächenämtern und den Jugendämtern und Schulen zusammengearbeitet. Vom kulturellen Austausch, den die Kulturämter beider Städte organisieren, hätten die Bürgerinnen und Bürger in Paderborn und Przmysl enorm profitiert. Als Beispiel für die künftigen Generationen würdigte Robert Choma, Stadtpräsident von Przemysl, die Städtefreundschaft. Er erinnerte an die 20 erfolgreichen Jahre der Zusammenarbeit und an die prägenden Akteure, wie Heidi Wernerus-Neumann, die langjährige Präsidentin des Freundeskreises Paderborn-Przemysl, und Altbürgermeister Wilhelm Lüke, der die Partnerschaftsurkunde 1993 unterzeichnete und für seine Verdienste zum Ehrenbürger von Przemysl ernannt wurde. "Respekt, alle Achtung!", lobte Jakub Wawrzyniak, Polnischer Vizekonsul aus Köln, das runde Jubiläum als Zwischenetappe auf einem sicherlich noch langen gemeinsamen Weg. Die Kommunalparlamente seien die eigentliche Grundlage der Zusammenarbeit der Länder, stellte er die Bedeutung dieser Städtefreundschaft heraus. Paus bat Robert Choma und Jan Bartminski, Vorsitzender des Stadtrates Przemysl sich ins Goldene Buch der Stadt Paderborn einzutragen. Er würdigte damit das Engagement der beiden Polen für die Zusammenarbeit der Städte. Am letzten Libori-Wochenende war eine 80köpfige Delegation aus Przemysl in Paderborn zu Gast. Neben den Akteuren des Kammerorchesters gehörten auch eine Tanzgruppe und weitere Mitglieder dazu, die Kultur und Küche Polens den Paderbornern näher brachten.