1,6 Millionen Besucher und Bombenstimmung

Organisatoren zogen eine positive Libori-Bilanz

© Stadt Paderborn

Geschätzte 1,6 Millionen Besucher erlebten in den vergangenen neun Tagen in Paderborn ein im wahrsten Sinne des Wortes heißes Libori-Fest. Dieses Libori-Fazit zog Bürgermeister Heinz Paus auf der abschließenden Pressekonferenz. Damit kamen aufgrund der tropischen Temperaturen an den beiden Wochenenden weniger Besucher als letztes Jahr (1,8 Millionen). Trotzdem überwogen bei allen Beteiligten die positiven Einschätzungen. Von "sehr gutem Besuch im Paderborner Dom" sprach Ägidius Engel, Sprecher des Erzbischöflichen Generalvikariats. Als "große Gemeinschaftsleistung" bezeichnete Dietrich Honervogt, stellvertretender Bürgermeister und Fachausschuss-Vorsitzender, das Libori-Fest und spielte damit auf die 1.500 bis 2000 Ehrenamtlichen an, die Libori zu einem wahren Volksfest machten. Die Beschicker des Pottmarkts rund um den Dom beklagten leichte Umsatzrückgänge, wie Petra Wiedig, Sprecherin der Marktkaufleute, feststellte. Die einzigartige Mischung aus Kirche, Kirmes, Kultur und Politik hat trotz des leichten Besucherrückgangs zum Vorjahr einmal mehr unter Beweise gestellt, dass das Libori-Fest zu den umsatz- und besucherstärksten Veranstaltungen seiner Art in Deutschland gehört. Immerhin vermeldete Peter Bronnenberg, Chef des Paderborner Pader-Sprinters, 450.000 Kunden an den neun Libori-Tagen, wobei das Tagesgeschäft leicht rückläufig war. Vier Prozent weniger Autos wurden in den städtischen Parkhäusern registriert. Wie der für die Parkraumbewirtschaftung und die Abfallentsorgung zuständige ASP-Chef Reinhard Nolte sagte, gab es in diesem Jahr wieder mehr Probleme durch Glasbruch. Als Ursache machte er "In-Getränke" in Glasflaschen aus. Die Folge: Fünf Reifenpannen der Reinigungsfahrzeuge der Stadt. Als "äußerst ruhig und friedlich" schätze die Polizei das Fest ein. Man habe deutlich weniger zu tun gehabt als im Vorjahr. Zwei kleinere Raubdelikte, 19 Taschendiebstähle und ein falscher Fünfziger waren die sehr überschaubare Statistik. "Rundum eine gute Sache" sei die Libori-Woche für den Handel gewesen, stellte Anne Kersting, Vorsitzende der Paderborner Werbegemeinschaft fest. Auch der verkaufsoffene Sonntag am 4. August habe das gehalten, was man sich versprochen habe. Von einer Bombenstimmung im wahrsten Sinne des Wortes konnte Udo Olschewski, Ordnungsamtsleiter während der Libori-Woche berichten. Mitte der Fest-Woche musste an der Neuhäuser Straße eine Fliegerbombe entschärft werden. Das Abschlusswochenende stand ganz im Zeichen der Feiern zum 20jährigen Bestehen der Städtefreundschaft zwischen Paderborn und Przemysl. Bei zwei herausragenden Auftritten unterstrich das Kammerorchester aus der polnischen Partnerstadt seine Klasse. Auch im Internet war das Interesse an Libori riesengroß. Allein während der neun Festtage wurden unter "libori.de" mehr als 52.000 Zugriffe registriert (etwa zwölf Prozent weniger als letztes Jahr). Schon jetzt laufen die Planungen für das Libori-Fest im nächsten Jahr. "Denn nach Libori ist vor Libori", bemüht Marktmeister Rudi Totzeck einen in Paderborn bekannten Satz.