Lesen an den Quellen
Paderborner Literatur-Forum feiert zehnjähriges Bestehen
Im Jahr 2003 wurde im Adam-und-Eva-Haus das „Paderborner Literatur Forum“ von der Buchhandlung Linnemann und dem Museum für Stadtgeschichte ins Leben gerufen. In ansprechender Atmosphäre des Fachwerkhauses im Herzen der Stadt finden seitdem Literaturinteressierte jeden dritten Dienstag im Monat ein Forum der Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Literatur verschiedenster Autoren aus dem Hochstift. Auch dieses Jahr, zum zehnjährigen Jubiläum, werden wieder bekannte, interessante und ungewöhnliche heimische Autoren aus ihren Büchern lesen. Mit „Lesen an den Quellen“ haben die Veranstalter die beliebte Lesereihe in diesem Jahr überschrieben. Die Lesungen finden alle im Museum für Stadtgeschichte im Adam-und-Eva-Haus statt (Eintritt vier Euro) und beginnen jeweils um 19.30 Uhr. Eintrittskarten für alle Lesungen sind ab sofort in den Linnemann-Buchhandlungen im Südring und in der Westernstraße erhältlich. Weitere Informationen auch unter 05251/28550 oder www.linnemann-buecher.de. Los geht es am 17. September mit der 1958 in Paderborn geborenen Marion Griffiths-Karger. Sie stellt ihren Heimatkrimi „Wenn der Mähdrescher kommt“ vor. Merkwürdige Todesfälle, eine Bauernhochzeit, zwei Beerdigungen, ein mysteriöser Scheunenbrand und ein Skelett, das unter einem Stall vergraben war: Der kleine Ort Birkendorf wird in diesem Sommer Ende der siebziger Jahre von allerlei Ungemach heimgesucht. Um klassische und moderne Lyrik geht es am 15. Oktober. Der bekannte Paderborner Heiko Grosche, Schauspieler am Wolfgang Borchert Theater in Münster, wird zu Gast im Adam-und-Eva-Haus sein und bekannte Werke von Goethe, Heine, Schiller und anderen rezitieren. Ebenfalls an diesem Abend wird Sophie Radde, Schülerin der Rudolf-Steiner-Schule Schloß Hamborn, erstmalig ihre Gedichte einem öffentlichem Publikum vorstellen. 16 Gedichte versammelt ihr erster Lyrikband, in denen sich persönliche und poetische Gedanken über die Verortung des eigenen Selbst, einfühlsam und klug miteinander verbinden. Mit „(Neue) Heimat OWL“ überschrieben ist die Lesung des Literatur-Forums am 12. November. Die Poeten August Klar, Philipp Wachowitz und Sulaiman Masomi werden eine Lesebühne der besonderen Art durchführen: Welchen Stellenwert hat Heimat in der aktuellen Zeit? Der Begriff ist bei vielen diskreditiert und wird mit stumpfsinniger nationaler Volkstümelei assoziiert. Poetry-Slam und Lesebühne sind Formate, die keinerlei Nähe zu diesem Dunstkreis zulassen und von daher besonders geeignet sind. Moderiert wird die Veranstaltung, die Teil einer umfassenden, vom Literaturzirkel OWL konzipierten und geförderten „Heimat“-Literaturreihe in Ostwestfalen ist, vom Paderborner Verleger Karsten Strack. Am 27. November ist „Weißer Sonntag“ im Adam-und-Eva-Haus. So heißt der dritte und letzte Krimi in der Reihe mit Detektiv Maikötter von Erwin Grosche, der an diesem Abend Gast sein wird. Ein Geiselnehmer sucht sich ausgerechnet den Weißen Sonntag aus, um neun Kommunionkinder in seine Gewalt zu bringen. Maikötter muss als falscher Priester mit dem Geiselnehmer verhandeln. Kann der beliebte Detektiv Paderborns heile Welt wieder herstellen? Vielleicht wird Erwin Grosche die Lösung des Falls an diesem Abend lüften. Am 3. Dezember geht es im Adam-und-Eva-Haus um Paderborner Stadtgeschichten. Viele Autoren haben bereits über das Leben in unserer Stadt geschrieben, und doch sind längst noch nicht alle Geschichten erzählt. In einem Schreib- und Geschichtenwettbewerb des Paderborner Literatur Forums ging es um die kleinen und großen individuellen Stadtgeschichten Paderborns. Die Autor/innen der schönsten Stadtgeschichten stellen an diesem Abend ihre Werke vor. Ein besonderes Geschenk zum zehnjährigen Bestehen machen die Veranstalter des Literatur Forums ihren Gästen und allen Interessierten zum Abschluss der Lesereihe im Januar: Am 17. Januar 2014 wird der bekannte Autor Hanns-Josef Ortheil zu Gast in Paderborn sein. Ortheil wird aus seinem Bestseller „Das Kind, das nicht fragte“ lesen: An einem Frühlingstag im April landet Benjamin Merz mit dem Flugzeug in Catania. Merz ist Ethnologe, und er möchte die Lebensgewohnheiten der Menschen in Mandlica, einer kleinen Stadt an der Südküste Siziliens, erkunden. Er freut sich auf das Frage- und Antwortspiel, auf das er sich gründlich vorbereitet, damit er mit den Einheimischen ins Gespräch kommt. Allerdings muss er große Hemmungen überwinden, um diese Gespräche auch tatsächlich zu führen. Mit dem Roman schreibt Hanns-Josef Ortheil an dem großen autobiographischen Selbsterforschungsprojekt seiner Kinder- und Jugendjahre weiter. Hanns-Josef Ortheil, 1951 in Köln geboren, ist Schriftsteller, Pianist und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Seit vielen Jahren gehört er zu den bedeutendsten deutschen Autoren der Gegenwart. Diese Lesung findet in der Aula des Theodorianums am Kamp statt (Eintritt zehn Euro im Vorverkauf, zwölf Euro an der Abendkasse).