Rap zur Suchtprävention im MultiCult
Jugendliche verarbeiten Konflikte
Paderborner Jugendliche haben in einem fünfteiligen HipHop-Workshop gemeinsam mit dem Rapper Tobi Nice und Pascal König vom städtischen Jugendkulturzentrum MultiCult Rap-Texte verfasst, in denen sie sich mit dem Thema Sucht beschäftigt haben. Dabei beschreibt jeder der verfassten Texte eine ganz persönliche Geschichte aus dem Leben der Jugendlichen und ihrem Umgang mit Problemen der Jugendzeit, wie Mobbing, familiären Problemen oder Lästereien in der Schule.
Sonja Chudalla, Leiterin des MultiCult: „Jede Sucht hat immer eine eigene Geschichte und der Hip Hop bietet für Betroffene, aber auch für Jugendliche ohne negative Suchterfahrungen die Chance, sich auszudrücken und stellt ein ausgezeichnetes Ventil zur Verarbeitung von eigenen Erfahrungen und Konflikten dar.“ Juliana Jakimova, Praktikantin von der Anlaufstelle für Jugendliche in Konfliktsituationen (LOBBY) bestätigt dies: „HipHop ist in der Jugendkultur sehr angesagt. Mit der Methode, ein eigenes Lied zum Thema Sucht zu schreiben und es professionell aufnehmen zu lassen, können die Jugendlichen besser erreicht werden.“
Abschluss und Höhepunkt des Workshops bildete die Aufnahme des fertigen Rap-Songs mit Daniel Schneider, dem Leiter der Rapschool NRW, im MultiCult. Das Projekt fand in Kooperation mit der Anlaufstelle LOBBY des Caritasverband Paderborn e.V. im Rahmen der Landeskampagne „Sucht hat immer eine Geschichte“ des nordrheinwestfälischen Gesundheitsministeriums statt und wurde gefördert durch die „g!nko Stiftung für Prävention“. Vera Koßmann von der LOBBY sagte im Anschluss an das Projekt dazu: „Es war schön zu sehen, wie Spaß und die Auseinandersetzung mit einem eher ernsten Thema miteinander verbunden werden können. Mit dem Hip Hop Workshop konnten wir den Jugendlichen den Aspekt der Sucht mal auf einer ganz anderen Ebene nahebringen.“