Puppenhaus erweitert kulturhistorische Sammlung der Stadt
Heisingsches Haus in Miniaturformat wird ausgestellt
Die Ehemalige Ratsherrin der Stadt Paderborn, Anneliese Hospes, von 1989 bis 1999 unter anderem Mitglied im Kultur- und Schulausschuss der Stadt, übergab dem Museum für Stadtgeschichte ein Puppenhaus aus ihrem Privatbesitz. Es ist nicht irgendein beliebiges Haus im Miniaturformat, sondern ein detaillierter Nachbau des Heisingschen Hauses, das noch heute am Marienplatz 2 in Paderborn steht. Norbert Hospes hat in den 1980er Jahren dieses Haus in mühsamer Kleinarbeit, unter anderem mit einem original verlegten Parkett-Fußboden, für seine Mutter gebaut. Ausschlagegebend war die umfangreiche Sammlung von Puppenmöbeln der Familie, aber auch die Liebe und Begeisterung für das „originale“ Heisingsche Haus, in dem derzeit ein Teil der Stadtverwaltung, das Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing, untergebracht ist. Das Heisingsche Haus mit seiner aufwendigen Fassadengestaltung zählt zu den schönsten erhaltenen Bürgerhäusern der Stadt. Um 1595 wurde es für den Bürgermeister Heinrich Stallmeister erbaut. Heute ist es nach der Familie Heising, Besitzer im späten 19. Jahrhundert, benannt. Das Haus wird in der Forschung als „städtisches Dielenhaus“ bezeichnet. Bemerkenswert ist es wegen des für Bürgerhäuser dieser Zeit ungewöhnlichen Mittelerkers, durch den das Portal optisch hervorgehoben ist, sowie durch das Obergeschoss, das einst vermutlich einen prunkvollen Saal enthalten hat. Die eindrucksvolle Fassade überstand die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs und wurde in den Nachkriegsjahren wieder hergestellt. Trotz des für die Zukunft vorgesehenen Umzugs des Museums aus dem Adam-und-Eva-Haus werden die kulturhistorischen Sammlungen, die Paderborns Zeit- und Stadtgeschichte dokumentieren, weiterhin ergänzt. Interessierte, die entsprechende Beiträge abgeben möchten, können sich an das Museum für Stadtgeschichte wenden, telefonisch unter 05251 / 88-235 01 oder per Email unter stadtmuseumpaderbornde. Das Puppenhaus wird ab dem 27. Januar in der Städtischen Galerie Am Abdinghof in der Ausstellung „Kuriosa“, die ungewöhnliche Objekte aus den städtischen Sammlungen zeigt, zu sehen sein.