Von Cranach bis Trübner
Meisterwerke in der Städtischen Galerie in Schloß Neuhaus
Von Lucas Cranach bis Wilhelm Trübner reicht die Palette der Meisterwerke. Sie sind vom 19. Januar bis zum 21. April in der Städtischen Galerie in der Reithalle in Paderborn-Schloß Neuhaus zu sehen. Die Werke stammen aus der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau im Schloss Georgium. Die 1927 vom damaligen Freistaat Anhalt gegründete Anhaltische Gemäldegalerie beherbergt mit rund 1.500 Gemälden die größte Sammlung Alter Malerei in Sachsen-Anhalt. Sie umfasst deutsche Gemälde vom Spätmittelalter bis zum frühen 19. Jahrhundert sowie einen herausragenden Bestand an niederländischer Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts. Eine kleinere Kollektion von Werken des späten 19. und des 20. Jahrhunderts rundet die Sammlung ab. Die altdeutschen Gemälde stammen überwiegend aus dem ehemaligen Besitz Anhaltischer Fürstenhäuser. Zu nennen sind Werke von Hans Baldung gen. Grien, Bartholomäus Bruyn und Lucas Cranach d. Ä. Auch die Bestände der deutschen Malerei des 17., 18. und 19. Jahrhunderts weisen Schlüsselwerke von bedeutenden Künstlern auf – etwa von Agricola, Roos, Hackert, Tischbein, Oliviers und Koch. Auf die Stiftung der Prinzessin Henriette Amalie von Anhalt-Dessau geht ein Großteil der exzellenten Niederländersammlung zurück. Mit Werken von Pieter Breughel d. J., Joos de Momper, Salomon van Ruysdael, Nicolaes Berchem, Claes Molenaer u.v.a. ist die Blütezeit der flämischen und holländischen Malerei hervorragend dokumentiert. Aufgrund einer umfassenden Bausanierung des – mit seinem Park zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden – Schlosses Georgium dürfen 100 Meisterwerke „von Lucas Cranach bis Wilhelm Trübner“ auf Reisen gehen. Die Auswahlpräsentation steht dabei unter einem leitenden Aspekt: Sie verfolgt den Beziehungswandel zwischen Mensch und Lebenswelt, wie er sich in der Malerei von der Renaissance bis zur frühen Moderne darstellt. Da diese Beziehung wesentlich auch vom Selbstverständnis des Menschen bestimmt ist, werden jeweils zeitspezifische Porträts, Landschaften, Architektur- und Genrestücke in ein wechselseitiges Kommentarverhältnis gesetzt. Die Konzentration auf die genannten Gattungen – unter Ausschluss religiöser Themen und auch des Stilllebens – ist mithin programmatisch: Der Fokus der Ausstellung richtet sich auf das Bild des Menschen und das seiner Lebensstätten mit der Intention, den jeweils epochalen Wandel in der Seins- und Weltdeutung in einem Spannungsbogen von fünf Jahrhunderten einsehbar zu machen. Die Städtische Galerie in der Reithalle in Paderborn-Schloß Neuhaus (Im Schloßpark 12, 33104 Paderborn, Tel. 05251/88-1076) ist außer montags täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.