Hexerei und Teufelstriller
Kammerkonzert am Sonntag in der Kaiserpfalz
Manchmal kann man einfach nicht glauben, dass technisch überhaupt möglich ist, was einem auf der Geige vorgespielt wird. Man vermutet, dass der Teufel im Spiel sei. Das ist der Grundgedanke des Kammerkonzerts „Hexerei und Teufelstriller“ am Sonntag, 27. Januar, um 18 Uhr in der Kaiserpfalz in Paderborn. Den Anfang des Konzerts macht daher auch die „Teufelstrillersonate“ von Giuseppe Tartini, die der Höllenfürst selbst dem Komponisten im Traum vorgespielt haben soll. Nachspielen konnte Tartini diese Musik nach dem Bericht nicht, aber was er davon aufgeschrieben hat, sei sein bestes Stück geworden, wenn auch lange nicht so gut wie das Original aus dem Traum. Der erste sogenannte „Teufelsgeiger“ war Paganini. Von ihm erklingt im Konzert der „Hexentanz“, aber, quasi zum Ausgleich, auch ein „Gebet“. Weiter stehen Stücke seines Schülers Sivori und seines Nachfolgers Sarasate auf dem Programm. Das jüngste Stück, von 1917, stammt von Eugène Ysaÿe, der die Tradition der Geigenvirtuosen anders fortführte. Solist des Abends ist Ingolf Turban, der Paganini schon im Film verkörpert und sich ihm so verschrieben hat, dass er das Ensemble „I Virtuosi di Paganini “ gründete, mit dem er auch nach Paderborn kommt. Dem Meister waren nämlich schon die Orchester seiner Zeit viel zu groß. Mit seinen zwölf exzellenten Virtuosi erreicht Turban dagegen die Leichtigkeit und Eleganz dieser Musik in Arrangements, die eigens für Solovioline und Streicherensemble erarbeitet wurden. Lars Wolfram gibt um 17.30 Uhr im Konzertsaal eine Einführung. Gefördert wird das Konzert vom Kultursekretariat NRW Gütersloh. Karten für die Hexerei gibt es an der Abendkasse und im Vorverkauf im Ticketcenter am Marienplatz, Telefon 299 750. Sie kosten zwischen 15,50 Euro und 6,50 Euro.