Treffen den Nerv der Paderborner
"Volldampf voraus"-Austellung setzt erfolgreiche Serie fort
"Sie treffen den Nerv der Paderborner." Dieses Lob für die Ausstellungs-Serie des Paderborner Stadtarchivs spendete Dietrich Honervogt bei der Eröffnung des jüngsten Projektes. In der Galerie "Bilderbogen" in der Paderborner Stadtverwaltung führte der stellvertretende Bürgermeister in die Ausstellung "Volldampf voraus! Eine Bildgeschichte der Eisenbahn in Paderborn" ein. Diese Foto-Ausstellung, die wieder von Andreas Gaidt entwickelt und realisiert wurde, ist bis zum 31. August jeweils montags bis mittwochs von 8 bis 16.30 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 12.30 Uhr zu sehen. Für die nunmehr fünfte Fotoausstellung des Stadtarchivs im „Bilderbogen“ zur Liborizeit gibt es (mindestens) einen guten Grund und einen besonderen Anlass. Zum einen liegt es nahe, der Ausstellung über den Straßenverkehr 2012 (und dem hierzu gerade erschienenen Bildband „Paderborn mobil“) eine Ausstellung über den Schienenverkehr folgen zu lassen. Der besondere Anlass ist das 100-jährige Jubiläum des Ausbesserungswerkes (AW) Nord, das sich zu diesem Anlass auch von seiner umfangreichen Negativsammlung getrennt und sie dem Stadtarchiv überlassen hat. Man darf sagen, zum Nutz und Frommen aller; denn auch im AW Nord war bislang der Schatz der Glasplatten und Filmnegative weitgehend unbekannt. Einige Aufnahmen sind hier zu sehen, mehr werden es im Jubiläumsband des AW Nord, der im Herbst erscheinen soll. Jenseits der Technikbegeisterung bedurfte es einiger Kunst, der Verzauberung durch Eisenbahndetails zu widerstehen, um die Ausstellung und das Buch nicht nur für Eisenbahn-Spezialisten, sondern für jeden heimat- und bahngeschichtlich Interessierten lohnenswert zu machen. Denn jenseits der Technik, die begeistert, hat die Bahn bekanntlich eine enorme historische Bedeutung für die Industrialisierung seit dem 19. Jahrhundert und die Stadtentwicklung bis heute in vielerlei Hinsicht. Dies gilt es zu zeigen. Auf 17 Bildtafeln sind gut 100 Fotografien zu sehen, die den gesamten Zeitraum der Entwicklung der Eisenbahn in Paderborn von den Anfängen 1850 bis heute umfassen. An den Bahnhöfen und Haltepunkten wird ausführlich Station gemacht. Die Nebengebäude der Bahneinrichtungen werden besucht, vor allem die imposanten Lokrundschuppen. Den beiden Ausbesserungswerken sind gleich drei Tafeln gewidmet, da ja, wie gesagt, das Werk Nord als einer der größten Arbeitgeber vor Ort in diesem Jahr 100 Jahre alt wird. Die sozialen Verdienste des Eisenbahnvereins vom Almebad bis zum Hausbau sind zu sehen wie auch die militärische Bedeutung des großen Logistik-Unternehmens. Der zweite Ausstellungsteil erzählt Geschichten von den Heimkehrerempfängen, besonderen Reisegruppen oder auch einer Hausbesetzung. Nicht fehlen darf auch ein wenig Eisenbahnnostalgie; hier werden vor allem diejenigen auf ihre Kosten kommen, die gerne in Erinnerungen schwelgen. Ein Gang zur Repa-Bahn bringt die Ausstellung schließlich zu einem vergnüglichen Ende. Der Dank des Paderborner Stadtarchivs geht an die Eisenbahn-Aficionados und Leihgeber Erwin Schlenger, Manfred Leniger, Johannes Hölscher und Rudi Koch.