Verleihung der Kulturnadel 2013
Drei neue Kulturnadelträger
Die Stadt hat am Freitag, 19. Juli, an drei Kulturschaffende die Paderborner Kulturnadel verliehen. Auf der Festveranstaltung im Rathaus wurden Prof. Dr. Karl Hengst für seine Verdienste um die Geschichtswissenschaft, Eckhard Radau für seine Verdienste als Kabarettist und Dr. Wolfgang Vahle für sein Engagement im Paderborner Musikleben mit der Kulturnadel ausgezeichnet. Die Stadt ehrt jedes Jahr Personen, die sich um das kulturelle Leben besonders verdient gemacht haben. Die Preisträger werden von einer Jury ausgewählt. Musikalisch ist die Feierstunde vom Man Ray Quartett der Nordwestdeutschen Philharmonie und dem Volker Kukulenz-Trio begleitet worden. Bei insgesamt drei Preisträgern hatten die dazugehörigen Laudatoren in diesem Jahr so einiges zu tun: Willi Hagemeier, Hans-Jürgen Rade und Christoph Gockel-Böhner entschieden sich für einen teils in amüsantem Schauspiel umrahmten Redenwechsel, der beim Publikum im Rathaussaal gut ankam. Der Theaterschauspieler Hagemeier machte den Einstieg und würdigte in seiner lebhaften Laudatio die „unglaublich authentische Bühnenleistung“ Eckard Radaus: „Du kämpfst mit ganz viel Energie um deine Zuschauer, weil du etwas zu verkaufen hast, was Du selber ganz tief durchdrungen hast.“ Radau war Gitarrist und Sänger in mehreren Musikgruppen und hat als Kabarettist zahlreiche Soloauftritte mit verschiedenen Schwerpunkten absolviert. Bekannt ist auch seine mehrmalige Teilnahme an der WDR-Reihe „Kabarett in der Region“ in der Paderhalle. Radau bedankte sich herzlich für die Überreichung der Kulturnadel, von der er sich, im kabarettistischen Stil ausgedrückt, „wirklich sehr getroffen fühle“. Paderborn habe sich weiterentwickelt, freute sich Radau über seine Stadt. Hans-Jürgen Rade in seiner Laudatio über den „Kirchenhistoriker“ Karl Hengst: „Eine Stadt wäre arm, wenn es nicht Menschen gäbe, die sich wie Karl Hengst mit einer unbändigen Leidenschaft in die Zeugnisse der Geschichte vertiefen würden, um ihre bleibende Bedeutung zu heben“, und lobte weiter: „Mit seiner 1973 erschienenen Dissertation veränderte er beispielsweise schlagartig das Bild, das die Paderborner Geschichtsschreibung bis dahin von Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg gezeichnet hatte. Für ihn sei Hengst „ein moderner und kunstsinniger Kirchenmensch und Politiker, der für innere Stabilität, für Wachstum und vor allem für Bildung sorgte.“ Rade: „Er steht als Wissenschaftler und Mann der Kirche dafür, dass Paderborn in Geschichte und Gegenwart nicht ohne die Geschichte zu verstehen ist.“ Vahle war unter anderem Direktor der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek in Paderborn und wurde 1980 zum Professor für Kirchengeschichte des Mittelalters der Neuzeit und Bistumsgeschichte an der Theologischen Fakultät Paderborn ernannt. „Bei meiner Arbeit konnte ich mich immer auf die Mitarbeiter der Erzbischöflichen Bibliothek verlassen“, bedankte sich Hengst und richtete zugleich auch einen Dank an Stadt und Jury. Die Brücke vom Kabarett über die Geschichtswissenschaft zur Musik schlug dann Christoph Gockel-Böhner, Leiter des Kulturamts, der das Engagement von Wolfgang Vahle für das Paderborner Musikleben und insbesondere für die Nordwestdeutsche Philharmonie (NWD) würdigte: „Er nimmt sich die Freiheit, Politik und Verwaltung stets daran zu erinnern, dass ein eigenes Orchester gut fürs Gemeinwohl ist. Dafür hat er die Kulturnadel redlich verdient.“ Vahle, der auch Vorsitzender des Städtischen Musikvereins Paderborn e. V ist, würde auch „eine Menge Zeit und Gehirnschmalz investieren, damit die Tradition durch einen Mix aus Veränderung und Bewahrung auch eine Zukunft hat.“ Dabei denke er deutlich übers Tagesgeschäft hinaus“, so Gockel-Böhner. „Vielen Dank für diese Auszeichnung, vielen Dank auch bei allen kreativen Köpfen,“ freute sich Vahle über die Kulturnadelauszeichnung. Der praktizierende Hals-Nasen-Ohren-Arzt setzt sich seit Jahren für die NWD ein, besonders seit der Fortbestand des Orchesters bedroht ist. Bürgermeister Heinz Paus hob „die Anerkennung und den Respekt“ hervor, der mit diesem Kulturpreis ausgedrückt werden soll. Paus: „Vielen Dank an alle drei Preisträger für die kulturelle Bereicherung und das Engagement.“ Bei der Veranstaltung im Rathaussaal waren auch Vertreter aus Verwaltungsleitung, Politik sowie Ehrenringträger und Ehrenbürger anwesend.