Hagebölling-Werke als Geschenk
Städtische Sammlungen freuen sich
Über drei Werke des Paderborner Bildhauers Wilfried Hagebölling freuen sich die Städtischen Sammlungen. Die Kunstsammler und Mäzene Ingrid und Werner Welle haben sie der Stadt geschenkt. "Wir sind sehr froh über diese Schenkung und bedanken uns bei den Kunstsammlern", so Dr. Andrea Wandschneider, Leiterin der Städtischen Galerien und Museen. Hagebölling, der in Berlin geboren ist, wurde vor allem durch seine begehbaren, konstruktiven Stahlplastiken bekannt. Bei den Kunstwerken handelt es sich um ein Bild aus den Jahren 1982/83 (eine Mischtechnik auf Papier, Format 158,5 x 109,5 cm, in einem Stahlrahmen gerahmt), einem Model für eine Skulptur aus dem Jahre 1971 („Ohne Titel“, Stahl, Höhe 15 cm auf Steinplatte) und einem weiteren Modell für eine Skulptur aus dem Jahre 1982 ("Ohne Titel“, Stahl, Höhe 26 cm auf Steinplatte). Wilfried Hagebölling entwickelt alle seine Skulpturen immer über Modelle, nicht über Skizzen oder Zeichnungen. Manchmal sind die ersten Modelle sehr einfach in Material und Ausführung, zum Beispiel aus Pappe oder Sperrholz oder Lochblech, dann gibt es eigentlich zu jeder Arbeit, die einmal in Stahl ausgeführt werden sollte, auch ein Stahlmodell. Bei diesen Modellen handelt es sich bereits um voll gültige Arbeiten. Das Modell von 1971 ist eine der wichtigsten frühen Arbeiten Hageböllings, die leider erst sehr spät, 2009, im gedachten großen Maßstab realisiert werden konnte. „Jede Platte für sich ist um eine Achse drehbar. Sie alle sind etwa drei Meter hoch gedacht, drei sind gleich groß, eine ist größer. Letztlich handelt es sich darum, Raum choreographisch zu organisieren und den Betrachter zu aktivieren. Der Betrachter sollte auch Handelnder sein, sich Raum erarbeiten. Choreograph des Raumes sein, – sich erleben", sagt Wilfried Hagebölling dazu. Das Modell von 1982 (die ausgeführte Arbeit befindet sich in Selm-Bork) gehört in die Reihe von „Bodenstück“, 1980, „Raumschneise I“, 1981, „Raumschneise II“, 1982/83, „Raumpflug“, 1983/84. Die sehr ähnliche Arbeit „Raumschneise" war 1983 für die Ausstellung „dreidimensional. Aktuelle Kunst aus der BRD“ angekauft worden, die nach Stationen in Mannheim und Duisburg in Tokio, Seoul, Manila und Singapur gezeigt wurde. Das Modell vom „Bodenstück“ befindet sich im Besitz des Lehmbruck-Museums, das Modell der „Raumschneise II“ im Besitz der Kunsthalle Mannheim. Dr. Andrea Wandschneider, Leiterin der Städtischen Museen und Galerien: "Mit den beiden Modellen besitzen die Städtischen Kunstsammlungen wirklich zwei sehr hochkarätige Arbeiten." Vor 1984 gab es immer nur sehr vereinzelt Bilder oder Zeichnungen, und diese stehen jeweils für sich. Die erste „Reihe“ von Papierarbeiten ist 1982 entstanden, das sind die großen Prägedrucke, von denen sich bereits einige in den Paderborner Kunstsammlungen befinden. Mit diesen Prägungen hat die Mischtechnik von 1982/83 aber eigentlich nichts zu tun. Es handelt sich um eine absolut autonome Arbeit, sie bezieht sich auf keine Skulptur, ist auch „malerischer“ als andere Zeichnungen.