So oft werd ich hier nicht mehr stehn...
Gedicht von Bürgermeister Heinz Paus zur Libori-Eröffnung
Zum dritten Mal in seiner Amtszeit eröffnete Bürgermeister Heinz Paus vor dem Paderborner Rathaus das Libori-Fest mit einem Gedicht. Hier das Liboriusgedicht 2013: Ihr Freunde des Liborius, ich entbiet Euch meinen Gruß. So oft werd ich hier nicht mehr stehn, im Herbst wird man da klarer sehn. Die Wehmut die beschleicht mich schon, jetzt, wo wir ehr’n unser‘n Patron, den Schutzherrn unserer schönen Stadt, die ihm so viel zu danken hat. Das gilt auch fürs vergangene Jahr, das wieder sehr erfolgreich war. Zwar fallen mir auch Punkte ein, die Wasser war’n für unsern Wein. Wir bau’n sehr viel in unserer Stadt, da läuft auch schon mal was nicht glatt. Den Winter juckt nicht unser Plan, beweist, dass er noch schneien kann. Manch alte Kart‘, das ist fatal, weiß nicht, wo liegt unser Kanal. Doch klappt fast alles ziemlich gut, was man im Blatt nicht lesen tut. Und auch die Nachricht war nicht schön, dass unsere Briten früher geh’n. Auch blöd – und das glaubt man kaum – das Land will uns Einwohner klau’n. Manch Grund, dass man sich ärgern tut, doch geht’s uns sonst schon richtig gut. Wo andere schrumpfen, wachsen wir, viel Kinder, reger Zuzug hier. Wir bieten Lebensqualität, und gleichzeitig Prosperität. Bei Arbeitsplätzen neu’n Rekord, Computerstadt, Hightech vor Ort. Man hört es soll so weitergehn, dass wird die Stadt in Blüte sehn. Gut, dass auch in diesem Jahr, die Uni so erfolgreich war. Ein Segen ist’s für unsere Stadt, dass sie soviel Studenten hat. N’n neuen Propst hat’s Domkapitel, da scheut die Uni keine Mittel, schmückt sich auch jetzt mit diesem Titel. Der Kraftakt war schon kolossal, doch E.ON ist jetzt kommunal. Der Britenabzug wird real, 2018 heißt die Zahl. Dann wird viel Wohnraum bei uns frei, viel Fläche und noch mancherlei. Das packen wir, bloß keine Scheu, Paderborn erfind‘ sich neu. Sind jung und wachsen immer noch, Großchance und kein schweres Joch. Vorm Bahnhof grünt ein Apfelbaum, ein Künstlerrahmen schafft ihm Raum. Der Vorspann ist’s, ich blick nach vorn, vom neuen Tatort Paderborn. Und gestern, ja da war’n wir schon, Kulturhauptstadt der Nation. Im Dom da herrschte groß Gedränge, unseres Staates höchste Ränge, zwei Präsidenten flogen ein, um bei CREDO dabei zu sein. Kostbarstes aus aller Welt, ist wieder bei uns ausgestellt, zu zeigen was damals geschah, als man bei uns noch Heide war und wie dann mit des Schwertes Macht, Karl uns das Glaubenslicht gebracht. Wir hoffen, dass ganz viele kommen, die Kunstkenner und die Frommen. Lang haben wir gekämpft dafür, jetzt endlich gab es das Papier, die Landessportschule ist da, die Zukunftschance‘ für uns na klar. Drum im Rat da stimmen alle, für Reismanns neue Dreifachhalle. Im Sport – auch wenn’s dort nicht gefällt – auch künftig weit vor Bielefeld. Nicht ohne Grund reimt Paderborn sich trefflich auf das Wörtchen vorn. Drum feiern wir mit Bier und Korn: Es lebe Vivat Paderborn. Liboritusch manch Träne rührt, dem Stadtpatron, was ihm gebührt. Das große Fest, jetzt kann’s beginnen, wir feiern es mit allen Sinnen. Die Mischung find’st bei uns du nur: Kirche, Kirmes und Kultur. Das Fest zieht Millionen an: S’ist’s schönste, das man feiern kann. Liborischrein und Pfauenwedel, Prozession mit Weihrauchnebel, vorbei ein Pommes und Korsett, der Zug der Priester im Roschett. Von echter Volkskirche ein Stück, wir brauchen das zu unserem Glück. Hört, was ich zum Schluss euch sage, wir freu’n uns auf 9 tolle Tage. Auf dem Pottmarkt Schnäppchen jagen, in das Riesenrad sich wagen, wieder alte Kumpel treffen, Nachbarn, Schwäger, Tanten, Neffen. Lang reden über Gott und Welt, im Auffenberg, Tiroler Zelt. Alte Bande fester knüpfen, zur Musik auf Bänken hüpfen, kräftig Paderborn-Lied singen, der tollen Stadt ein Ständchen bringen! Alt- und Neubürger begrüßen, alles, was es gibt, genießen. 9 Tage unter der Devis‘, ein Vorgeschmack auf’s Paradies. Bevor ich schließ, will ich erklär’n, Dank allen, die uns das bescher’n. Stimmt mit mir ein jetzt ganz zum Schluss, Vivat, Vivat Liborius.