Zensus 2011

Ergebnis der Volkszählung für die Stadt Paderborn

Das Statistische Bundesamt und die Landesämter haben erste Ergebnisse aus der Volkszählung 2011 mitgeteilt. Demnach hatte Deutschland am 9. Mai 2011 1,5 Mio. Einwohner oder 1,8 Prozent weniger als bisher angenommen. In Nordrhein-Westfalen lag die Bevölkerungszahl demzufolge um 297.000 Personen oder 1,7 Prozent niedriger. Die Stadt Paderborn kommt auf 142.365 Einwohner mit Hauptwohnsitz. Das ist ebenfalls eine Reduzierung im Vergleich zur amtlichen Einwohnerzahl - diese lag am 30. April 2011 bei 146.720. Damit ergibt sich ein Rückgang um 4.355 Personen oder 3 Prozent. Insgesamt war eine Annäherung der amtlichen Einwohnerzahl an die Einwohnerzahl im Melderegister erwartet worden. Ein Rückgang in dieser Größenordnung war allerdings nicht vorherzusehen. Erstaunlich sind dabei die Abweichungen in den Altersgruppen: Während allgemein der Rückgang in fast allen Jahrgängen sichtbar wird, zeigen die Zahlen des Zensus bei den 18- bis unter 30-jährigen eine Zunahme der Personenzahl. Ähnlich wie in Bund und Land ist die Abweichung bei den Deutschen mit nur 1 Prozent wesentlich geringer. Bei den ausländischen Mitbürgern hingegen wurden 6,7 Prozent weniger Personen festgestellt als im Melderegister verzeichnet sind. Auffallend ist auch, dass sich beim Zensus 2011 deutlich mehr Menschen in Paderborn zur katholischen und evangelischen Kirche bekennen als dies im Melderegister verzeichnet ist. Während im Register gut 73.500 Einwohner angeben katholisch zu sein und knapp 27.400 evangelische Christen verzeichnet sind, sagten beim Zensus rund 76.700 Menschen, sie seien katholisch - 29.900 gaben an evangelisch zu sein. Der Rückgang der amtlichen Einwohnerzahl wird für die Stadt Paderborn in den folgenden Jahren zu geringeren Zuweisungen des Landes führen. Im Rahmen des Finanz- und Lastenausgleiches 2013 hat die Stadt pro Einwohner Landeszuweisungen in Höhe von rund 645 Euro erhalten. Davon entfielen rund 625 Euro auf Schlüsselzuweisungen und 25 Euro auf die Allgemeine Investitionspauschale. Die Auswirkungen auf den Finanz- und Lastenausgleich 2014 lassen sich jedoch erst nach Vorlage der ersten Modellrechnung des Landes im Herbst dieses Jahres beziffern, da die Berechnung der Schlüsselzuweisungen auf der Basis verschiedener Parameter (z. B. Schülerzahl, Anzahl Bedarfsgemeinschaften, Steuerkraft) erfolgt, die landesweit teilweise erheblichen Schwankungen unterliegen. Die negativen Auswirkungen werden zum Teil jedoch durch eine Verringerung der an den Kreis zu zahlenden Kreisumlage kompensiert, da sich diese an der Finanzkraft der kreisangehörigen Gemeinden orientiert. Erfreulich für die Stadt ist das Ergebnis aus der gleichzeitig mit der Volkszählung gelaufenen Gebäude- und Wohnungszählung. Demnach gab es in Paderborn im Mai 2011 29.870 Wohngebäude und insgesamt 71.387 Wohnungen. Das ist mehr als bisher im amtlichen Register beim Statistischen Landesamt IT.NRW verzeichnet war. Bei den Wohngebäuden ist dies ein Plus von 0,6 Prozent sowie bei den Wohnungen von 1,1 Prozent.