„Neues Lichtzeitalter in Paderborn“
Innovation bei Paderborner Straßenbeleuchtung
Eine Energieeinsparung von bis zu 50 Prozent, hohes CO2-Einsparpotential, bessere ökonomische und ökologische Verträglichkeit sowie eine höhere Lebensdauer. Das sind die Vorzüge der neuen innovativen LED-Technik der Paderborner Straßenbeleuchtung. Vor der Kulisse des Nachthimmels in der Abtsbrede gab die Stadt gestern den Startschuss für die ersten umgerüsteten Straßenlampen. In einer Feierstunde wurde die von heimischen Unternehmen entwickelte Technik der Stadt übergeben. Bis zu 1000 weitere Straßenlampen in der Innenstadt sollen in den nächsten Monaten umgerüstet werden. Die Stadt ist bei dem Projekt von der Brandenburg GmbH Paderborn, der BöSha GmbH & Co. KG Rüthen und der E.ON Westfalen Weser AG unterstützt worden. Bereits 2010 ist Paderborn auf der Fachmesse „Light + Building“ in Frankfurt als eine der zehn Gewinner des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgeschriebenen LED-Wettbewerbs „Kommunen in neuem Licht“ ausgezeichnet worden. Das Projekt „Paderborner LED Straßenbeleuchtung“ konnte sich aus 141 eingesandten Projektvorschlägen mit einem innovativen Konzept zum Austausch alter Straßenbeleuchtung gegen neue LED-Leuchten mit moderner Chip-Technik und intelligenter, adaptiver Steuerung hervorheben. Der innovative Projektvorschlag wurde mit einer Fördersumme von zwei Millionen Euro belohnt. „Das ist auch eine regionale Erfolgsgeschichte,“ erklärt Bürgermeister Heinz Paus, der zusammen mit Lars Unnebrink vom Bundesministerium für Bildung und Forschung die neue Technologie in Augenschein nahm. „Diese gemeinschaftliche Arbeit heimischer mittelständischer Unternehmen hat wieder einmal die Innovationskraft unserer Stadt und Region bewiesen. Die neue Lampentechnologie ist ein weiterer Schritt, um gemeinsam erfolgreich die Energiewende zu gestalten.“ Lars Unnebrink lobte das Paderborner Leuchtenprojekt und sprach von einem „Einstieg Paderborns in ein neues Lichtzeitalter,“ und setzte fort: „Das Projekt ist eine echte Neuentwicklung, die sich gerade dadurch von allen anderen eingereichten Projekten abhebt.“ Dr. Andreas Bielawny: Weil es eine technisch riskante Aufgabe gewesen sei, sei es deswegen auch auszeichnungswürdig, so der Fachmann der Brandenburg GmbH, zuständig für die Lichtberechnung und Optik. Zudem seien die neuen Lampen nicht nur nach aktueller DIN-Norm entwickelt worden - sie würden auch zukünftige Standards erfüllen können. Die Rüthener Firma BöSha GmbH & Co. KG übernahm dabei den elektronischen Part. Der Projektpartner E.ON Westfalen Weser AG war ebenso an dem Entwicklungsprozess beteiligt und ist seit vielen Jahren enger Partner der Stadt. In der Paderstadt und den Stadtteilen ist das Unternehmen als zuverlässiger Energiedienstleister für die Wartung und Instandhaltung der mehr als 18.000 Lichtpunkte zuständig. Prof. Dr. Kuipers von der Fachhochschule Südwestfalen bescheinigte der Technik eine insgesamt höhere Lichtausbeute und den Vorzug, das Lichtspektrum mit den neuen LED-Lampen passgenauer auf die Umgebung abstimmen zu können. In seinem Vortrag stellte er auch Untersuchungsergebnisse vor, die der LED-Technologie eine geringere Beeinflussung der Umwelt bescheinigen: „Das künstliche Licht der Leuchtdioden zieht deutlich weniger Insekten an, als herkömmliche Straßenlampen.“ Innerhalb von 18 Monaten soll das Projekt umgesetzt werden und dabei an mehr als 1.000 Peitschenlampen die Leuchtstoffröhren durch moderne LED-Leuchten ersetzt werden. Nach dem Startschuss in der Abtsbrede werden Leuchten in der gesamten Kernstadt folgen. Der Ausbau erfolgt in drei Stufen, wobei die erste Stufe das nördliche Stadtgebiet und die zweite den süd-östlichen Teil der Paderstadt betrifft. Die Macher dieses LED-Projektes rechnen damit, dass sie durch die Umrüstung 30 bis 50 Prozent Energie einsparen werden. Schon in der Vergangenheit hat die Stadt Paderborn große Anstrengungen unternommen, um bei der Straßenbeleuchtung Energie zu sparen. Die Stadt liegt dadurch mit ihrem derzeitigen Energieverbrauch bereits etwa 18 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.