Installation der „Apfelbaum-Skulptur“

Schweiß- und Montagearbeiten auf dem Bahnhofsvorplatz

© Stadt Paderborn

Was lange währt, wird endlich gut: Die Installation der „Apfelbaum-Skulptur“ auf dem Bahnhofsvorplatz kann jetzt endlich in Angriff genommen werden. Am Donnerstag, 20. Juni, wird gegen 9 Uhr mit den Schweißarbeiten sowie der Grundierung und Montage begonnen. Am darauffolgenden Freitag erfolgt ab 10 Uhr die finale Montage mit einem Mobilkran. Das Kunstwerk besteht aus einer 6,50 Meter hohen und acht Meter breiten Baum-Silhouette aus Stahl, unter der ein Apfelbaum gepflanzt wird, der in die Stahl-Silhouette hineinwachsen soll. Der Berliner Künstler Christian Hasucha ist mit der Skulptur „… später sein wird…“ Gewinner des Sparda-Kunstpreises NRW 2012, den die Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West der Stadt Paderborn schenken möchte. Mit seinem Entwurf einer „Apfelbaum-Skulptur“ überzeugte der Künstler Christian Hasucha Ende Februar eine aus Fachleuten und Vertretern der Stadt Paderborn besetzte Jury. Die Bau- und Installationsarbeiten der Stadt sollten bereits am 2. April beginnen, mussten aber aufgrund von Verarbeitungsproblemen beim Verzinken der Skulptur verschoben werden. Die Fundamente sind bereits angelegt – auch die notwendigen Erd- und Pflasterarbeiten sind erledigt, sodass die einzelnen Metallteilstücke vor Ort zusammengeschweißt und das Kunstwerk als Ganzes mit einem Kran aufgestellt und montiert werden kann. Während der Bau- und Montagearbeiten kann es im Bereich des Bahnhofvorplatzes zu Behinderungen insbesondere für Fußgänger und Radfahrer kommen. Es wird mit einer Bauzeit von ungefähr vier Wochen gerechnet. Die Wettbewerbs-Jury, der Kunstexperten, Vertreter von Stadt und Sparda-Bank West angehörten, bewertete insgesamt sechs Entwürfe von Künstlern. Mit Christian Hasucha gewann ein Künstler den Wettbewerb, der seit mehr als 30 Jahren Werke für den öffentlichen Raum kreiert. So hat der gebürtige Berliner bereits über 50 sogenannte „Öffentliche Interventionen“ in ganz Europa initiiert. Etwa in Amsterdam, Budapest, Dortmund, Graz, Köln, London, Münster oder Rom installierte er Kunstwerke, die von kleinen Objekten wie einem betonierten Radio bis hin zu Nachbauten ganzer Zimmer reichen. Für Paderborn schuf Hasucha ein Werk mit der für ihn typischen Simplizität und Vieldeutigkeit. Es stellt einen „ästhetischen Bezug her zum Verhältnis von Natur und Stadt, zum Problem der Einengung und Zerstörung im urbanen Kontext“, heißt es in der Jurybegründung. Fast naiv erzählt das Werk vom Ursprung, Gedeihen und Altern eines Baumes; es lädt ein in einen Garten mit Obsternte und Lieblingsplätzen. Doch die Skulptur mit dem Titel „später sein wird“ konterkariert, hebt Grenzen auf, setzt auf Absurditäten und verleitet so zur Diskussion – auch weil sie künftig dem modernen, puristischen Neubau des Bahnhofs gegenüber steht.