Sammlung des Historischen Museums im Marstall
Historische Salzgefäße erworben
Der Förderkreis Historisches Museum im Marstall von Paderborn-Schloss Neuhaus hat zwei Salzgefäße, sogenannte Saliéren, erworben. Die schmuckvoll als Rosenblüten gestalteten Gefäße standen einst auf der Tafel des Offizierscasinos der 8. Husaren in Schloss Neuhaus. Das Traditionshaus Schlamann in der Westernstraße, das über mehr als hundert Jahre für die Paderborner Familien Tafelsilber und Schmuck lieferte, hat die Gefäße angefertigt. Die beiden Saliéren belegen eindrucksvoll die Qualität der Paderborner Silberarbeiten. „Die wirtschaftliche Bedeutung des Militärstandortes für das Paderborner Kunstgewerbe wird durch diese Silberarbeiten greifbar,“ erklärt Dr. Andreas Neuwöhner, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Kulturamts. Das Offizierskasino war in der Belle Etage des fürstbischöflichen Schlosses eingerichtet worden und diente den zumeist adeligen Offizieren als repräsentatives Speisezimmer. So waren es auch zwei adelige Offiziere, die diese beiden Preziosen für die gemeinsame Tafel stifteten. Ihre Namen, Major Voigts-Rhetz und Major von Uslar, finden sich auf den Gefäßwandungen mit dem Datum 3. Mai 1885 eingraviert. Dr. Neuwöhner: „Die Objekte belegen damit die enge Verbundenheit und Traditionsorientierung des preußischen Adels mit den Paderborner Husaren.“ Der Paderborner Silber- und Goldschmied August Schlamann (1839-1906), der 1865 aus Osnabrück nach Paderborn gekommen war und in der Westernstraße 4 sein Geschäft betrieb, begründete das Traditionshaus. Zu den Kunden der Paderborner Silberschmiede gehörten offenbar auch die Offiziere des in Paderborn und Schloss Neuhaus stationierten Husarenregiments.