Professor Elon Lindenstrauss im Goldenen Buch
Ehrung anlässlich des Weierstraß-Vortrags
Anlässlich des mittlerweile schon traditionellen Weierstraß-Vortrags an der Universität Paderborn ist Professor Elon Lindenstrauss, diesjähriger Gastredner, der städtischen Einladung gefolgt und hat sich in das Goldene Buch der Stadt eingetragen. Die Veranstaltungsreihe ist nach Karl Weierstraß benannt: Er hat 1834 sein Abitur am Gymnasium Theodorianum in Paderborn als "primus omnium" erworben und zählt zu den bedeutendsten Mathematikern des 19. Jahrhunderts. Er gilt unter anderem als Begründer der modernen Analysis. Die „Weierstraß-Vorlesung in Paderborn“ besteht aus einem Festvortrag, dem „Weierstraß-Vortrag“, und einem einführenden historischen Vortrag. Der stellvertretende Bürgermeister Martin Pantke empfing die akademischen Gäste um Elon Lindenstrauss im großen Rathaussaal: „Es ist mir eine besondere Ehre, sie heute hier begrüßen zu dürfen.“ Und würdigte damit auch das Engagement und die wissenschaftliche Leistung des diesjährigen Weierstraß-Redners. Die Qualität und Bedeutung der etablierten Vortragsreihe spreche auch für die internationale Reputation der heimischen Universität und zeige ihre zentrale Bedeutung für Stadt und Region, so Pantke weiter in seinen Begrüßungsworten. Lindenstrauss ist bereits vielfach ausgezeichnet; unter anderem auch mit der Fields-Medaille, eine der höchsten Auszeichnungen in der Mathematik, vergleichbar mit dem Nobelpreis. Seinen Vortrag hielt er zuvor im Auditorium maximum. Elon Lindenstrauss, geboren 1970 in Jerusalem, arbeitet schwerpunktmäßig auf dem Gebiet der Ergodentheorie und ihrer Anwendung auf andere Gebiete, besonders auf die Zahlentheorie. Der Begriff der Ergodizität geht auf den Physiker Ludwig Boltzmann zurück, der diese Eigenschaft im Zusammenhang mit der statistischen Theorie der Wärme untersuchte. Lindenstrauss promovierte 1999 an der Hebräischen Universität von Jerusalem über Entropie-Eigenschaften dynamischer Systeme. Danach ging er für zwei Jahre an das Institute for Advanced Study in Princeton, wurde anschließend zum Szegö Assistant Professor nach Stanford berufen und war danach am Clay Mathematics Institute in Cambridge, US-Bundesstaat Massachusetts, beschäftigt. Seit 2004 ist er Professor an der Princeton University. 2009 wurde er außerdem zum Professor an der Hebräischen Universität von Jerusalem berufen.