Mit Tanz, Spezialitäten und neuen Vorhaben
Przemysl und Paderborn feierten zwei Jahrzehnte Freundschaft
Przemysl/Bratwürste und Spargelcremesuppe der Paderborner Landfrauen schmeckten auf dem Markplatz in Paderborns polnischer Partnerstadt vielen. Auch die türkische Küche, von der die Türkisch-Islamische Gemeinde aus Paderborn Kostproben bot, und die indische Küche, die Gastronom Singh aus Paderborn mit seinen Helfern zauberte, fanden großen Anklang. Der kulinarische Eindruck, den die vielen Besucher im Rahmen der Feiern zum 20jährigen Bestehen der Städtefreundschaft mit Przemysl bekamen, war dabei von der Delegation der Paderstadt durchaus gewollt: Paderborn präsentierte sich als interkulturelle Stadt. Die Delegation unter Leitung von Paderborns Bürgermeister Heinz Paus verfestigte diesen Eindruck mit einer ganzen Reihe von Künstlern, die die Vielfalt des Paderborner Kulturlebens zeigten. So stellte die Werkstatt Cassau im Diözesanmuseum am Dom der westpolnischen Stadt Kirchenkunst aus Paderborn aus. Bei der Paderborner Tanzshow brachten die drei Gruppen vom TanzBau, die Tanzgruppe des Sportbereichs der Universität Paderborn, Stepptänzer Thomas Löper und die Tanzgruppe der Volkshochschule Paderborn das Publikum in Stimmung. Und auch die Paderborner AC/DC Cover Band "Cheap Dirt" fand mit ihrer Musik viele Anhänger. "Wir haben unseren Freunden in Przemysl ein Stück Vielfalt aus Paderborn gezeigt und die Stadt dabei als weltoffene und internationale Stadt präsentiert", zog Bürgermeister Heinz Paus eine positive Bilanz des dreitägigen Besuchs. Neben Mitgliedern des Rates, Gruppen und Gastronomen waren auch Mitglieder des Deutsch-Polnischen Freundeskreises mit dabei. Ein ganz bewegender Moment für Karl-Ernst Neumann, den Präsidenten des Freundeskreises Paderborn-Przemysl, war dabei die feierliche Namensgebung einer Straße, die an seine 2011 verstorbene Frau Heidi Wernerus-Neumann erinnert. "Pani Heidi", wie sie von ihren polnischen Freunden immer genannt wurde, hat durch ihr Wirken diese Städtefreundschaft groß gemacht. Beeindruckend war außerdem die Einweihung des Integrationsspielplatzes der Rehabilitations- und Erziehungsstätte, der auch den Namen der Paderbornerin tragen wird. Gleich zu Beginn des Besuchs hatten Robert Choma, Stadtpräsident von Przemysl, und Bürgermeister Heinz Paus ein Zusatzprotokoll zum bestehenden Partnerschaftsvertrag unterzeichnet. Damit soll die Zusammenarbeit im Kunst- und Kulturbereich weiter ausgebaut werden. Gemeinsame Projekte sollen in diesem Bereich verstärkt angegangen werden. Beide Städte setzen sich in der unterzeichneten Vereinbarung dafür ein, dass sich ihre Universitäten für Kooperationen öffnen, um junge Menschen zu motivieren, ein Studium an der Hochschule der jeweiligen Partnerstadt aufzunehmen. Angestrebt wird auch ein Dialog der Wirtschaftsförderung in beiden Städten.