Stadt Paderborn wichtiger Leihgeber
Traditionssammlung der ehemaligen „15er Reiter“
Die Stadt Paderborn ist der wichtigste Leihgeber für die Sonderausstellung „Tanzhusaren“ in Krefeld. Dr. Andreas Neuwöhner vom Kulturamt der Stadt hat jetzt Exponate der umfangreichen Traditionssammlung der ehemaligen „15er Reiter“ an Dr. Georg Eggenstein und Dr. Norbert Börste übergeben. Sie kuratieren die Sonderausstellung im Museum Burg Linn. Die Sammlung besteht unter anderem aus Uniformen, Ausrüstungsgegenständen, aber auch Teilen des Regimentssilbers sowie Gemälden des 19. Jahrhunderts und ist im Historischen Museum im Marstall Schloß Neuhaus beheimatet. Von Mai bis Oktober präsentiert das Museum Burg Linn in Krefeld die Sonderausstellung „Die TANZHUSAREN – 200 Jahre Kulturgeschichte der Krefelder Reiter” über das Husarenregiment Nr. 11. Dr. Andreas Neuwöhner begrüßt die Rolle der Stadt als Leihgeber: „Es ist selbstverständlich für uns, auch andere Ausstellungen mit unseren Exponaten zu versorgen. Schließlich beherbergen wir eine umfangreiche und wertvolle Sammlung zu diesem Thema." Er hebt außerdem die Besonderheit der Paderborner Traditionssammlung hervor: „Die Bestände stellen im Ausmaß und in ihrer Geschlossenheit eine absolute Rarität der Erinnerungskultur dar. Denn trotz seines lokalen Standortes hat das Reiterregiment 15 aufgrund seiner Vorgeschichte und seines Aufgabenbereichs eine Bedeutung gewonnen, die weit über Schloß Neuhaus und Paderborn hinweg reicht.“ Der Begriff „Tanzhusaren“ hat den Ursprung in einem Besuch Kaiser Wilhelm II. in Krefeld. Damals, im Jahre 1902, fragte der Kaiser die Ehrendamen: „Tanzen Sie auch schön mit meinen Leutnants?" „Nein, wir haben ja keine", bekam er zur Antwort, worauf der Kaiser versprach: „Dann schicke ich Ihnen eben welche." Und tatsächlich verfügte er umgehend die Verlegung des 2. Westfälischen Husarenregiments Nr. 11 von Düsseldorf nach Krefeld. Der Stadt war an diesem infrastrukturell bedeutenden Projekt sehr gelegen. Wenige Tage später beschloss die Stadtverordnetenversammlung vier Millionen Mark in die Hand zu nehmen, um außer einer Kasernenanlage im Kempener Feld einen Exerzierplatz auf dem Egelsberg und einen Schießstand im Hülser Bruch zu bauen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnte sich Krefeld die Investitionen durchaus leisten, verfügte man doch nach Potsdam über das höchste Pro-Kopf-Einkommen im Deutschen Reich. Im Reichstag hingegen wurde die Ankündigung als Skandal gesehen, da man glaubte, für eine Laune des Kaisers teuer bezahlen zu müssen. Ein herausragendes Ereignis war der Einzug der Husaren am 2. April 1906. Der Kaiser hatte es sich nicht nehmen lassen, die Reiter persönlich anzuführen. Mehr als 100.000 Besucher lockte das Ereignis an. Die Krefelder Husaren bekamen fortan in ganz Deutschland den Namen „Tanzhusaren". Die Traditionspflege des Reiterregiments bzw. Kavallerie-Regiments 15 beinhaltet auch die Husaren- Regimenter aus Bonn (7. Husaren), Paderborn und Neuhaus (8.Husaren) und Krefeld (11. Husaren), das 5. Ulanen-Regiment aus Düsseldorf, das Dragoner-Regiment aus Oldenburg und das Kürassierregiment „von Driesen“ (Westfälisches) Nr. 4 aus Münster. Somit besteht auch ein landesweiter Bezug für die Bewahrung des Andenkens an die Geschichte zwischen Rhein und Weser.