Wenn der Wald zur Schule wird

Mehr als 6.500 Kinder nutzten waldpädagogische Angebote der Stadt Paderborn 2012

Wenn der Wald zur Schule wird, dann lernen Kinder nicht nur viel, sondern haben auch viel Freude dabei. Dieses Fazit zogen jetzt die Verantwortlichen für die waldpädagogischen Angebote der Stadt Paderborn. Mehr als 6.500 Kinder entdeckten im letzten Jahr in der Waldschule im Haxtergrund und im Baumhaus in Neuenbeken den Wald auf ihre Weise und lernten über den Wert und den Schutz des Waldes eine Menge. Die Gründe für den Erfolg des waldpädagogischen Konzeptes der Stadt sieht Stadtförster Klaus Wullenweber in der Methodenvielfalt. "Ruhe und Bewegung, Herausforderungen an die Kreativität, das Spielerische, viele Erlebnisse und praktisches Arbeiten haben hier ihren Platz". Allein 60 Termine für 1.500 Mädchen und Jungen von Grundschulen vergab die Grundschule Neuenbeken für das dortige Baumhaus. Hoch hinaus wollten dabei nicht nur die Kinder, auch eine Lehrerfortbildung fand dort 2012 statt. Insbesondere an Kindergärten richtet sich die Waldschule im Haxtergrund. Nach einer waldpädagogischen Einweisung der Leiterinnen wird die Betreuung vorwiegend in Eigenregie durchgeführt. Im Jahr 2012 wurden 191 Termine an Kindergartengruppen vergeben. Bei einer durchschnittlichen Gruppengröße von 25 Kindern entspricht dies einer Gesamtzahl von 4.775 Kindern. Waldführungen mit städtischen Grundschulklassen fanden an zwölf Terminen mit insgesamt 300 Schülerinnen und Schüler statt. 5.075 Kindern und ihre Begleitpersonen waren somit in der Waldschule Haxtergrund zu Gast. "In der Waldschule und am Baumhaus haben wir damit im letzten Jahr insgesamt 6.575 Kindern durch die städtische Waldpädagogik den Natur –und Umweltschutz näher bringen können", so Toni Wiethaup vom Amt für Umweltschutz und Grünflächen der Stadt Paderborn. In das Programm der Waldschule integriert sind ehrenamtlich tätige Seniorinnen und Senioren im Rahmen des städtischen EFI –Programms (Erfahrungswissen für Initiativen). Nachdem sich ein städtischer Mitarbeiter und eine Seniorin in 2011 zu zertifizierten Waldpädagogen fortgebildet haben, konnte das Angebot im Jahr 2012 ausgebaut werden. Gemeinsam mit der Volkshochschule Paderborn und dem Ombudsmann für geistig schwerst- und mehrfachbehinderte Menschen im Kreis Paderborn wurden im vierten Quartal des letzten Jahres fünf Termine „Waldpädagogik für beeinträchtigte Menschen“ im Sinne von Inklusion angeboten. „Waldpädagogik ist eine Form der Naturpädagogik und soll ganzheitlich durch praktisches Erleben und Lernen ökologische und gesellschaftliche Zusammenhänge in Wald und Natur verdeutlichen", sieht Monika Löhr, Ratsfrau und ehrenamtlich in der Waldschule tätig, die große Bedeutung. Waldpädagogik beuge der Naturentfremdung vor und habe das Ziel den Menschen ganzheitlich, also mit Kopf, Herz und Hand für die Natur zu einem verantwortungsbewussten vernetzten Handeln zu führen.