Mit Ideen aller Sennelager neu erfinden

Hauptausschuss der Stadt in Sennelager unterwegs

© Stadt Paderborn

Paderborn-Sennelager (IP). Für Willi Dohms war die Sache klar. Auf alle Fälle müsse der Kasernenzaun an der Bielefelder Straße nach dem Abzug der britischen Streitkräfte weichen, damit Sennelager zusammenrücken könne. Dem CDU-Ratsherrn, der seit 32 Jahren in dem Paderborner Stadtteil wohnt und ihn wie seine Westentasche kennt, war klar, dass das nur der Anfang sein kann. Was in etwa dann noch folgen muss, davon bekam er gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Hauptausschusses am Donnerstagabend in einer nicht öffentlichen Sitzung im Technischen Rathaus an der Pontanusstraße eine Vorstellung. Die Ausschuss hatte sich zuvor mit dem Bus nach Sennelager aufgemacht, um die Normandy Kaserne (etwa 250 Hektar groß) an der Bielefelder Straße und die Atholone Kaserne (etwa 31 Hektar) am Diebesweg zu besichtigen. Als Reiseleiter fungierte Ian Grant, der als britischer Verbindungsoffizier die Anlagen bestens kennt und den Politikern Rede und Antwort stand. Mit dabei waren auch Vertreter der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), von NRW. URBAN, der ehemaligen Landesentwicklungsgesellschaft, die im Auftrag des Landes Paderborn bei der Umwandlung der militärischen Flächen in eine zivile Nutzung unterstützt, und Vertreter der Paderborner Stadtverwaltung. Sennelager müsse neu erfunden werden, sagte Meinolf Bertelt-Glöß von NRW.URBAN im Nachgang zur Besichtigung. Für die Standorte in Sennelager gebe es keine einfache Konversionslösung. Herkömmliche Erneuerungsstrategien, wie Optimierung von Wohnfolgeeinrichtungen, die Attraktivität des öffentlichen Raumes steigern oder Wohnmodernisierungen würden hier allein nicht greifen. Man dürfe sich nicht scheuen, auch Teile abzureißen, um neue Chancen zu eröffnen. Als ein mögliches Zukunftsszenario bei vollständiger Aufgabe der militärischen Nutzung nannte er für die beiden Kasernenstandorte die Entwicklung zu einem Tor zur Senne. Sollte diese jedoch weiter militärisch genutzt werden, seien hier zivile Nutzungen mit hohem städtebaulichen Standard auf den direkt an die Bielefelder Straße angrenzenden Standortflächen denkbar. Bei dieser umfangreichen Aufgabe setzt die Paderborner Stadtverwaltung auf eine breite Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Das machte die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke deutlich. Vor der Sommerpause sei noch eine große öffentliche Veranstaltung geplant, in der über die frei werdenden Kasernen im Stadtgebiet informiert werden soll. Dazu wolle man auch betroffene Umlandgemeinden einladen. Eine Öffentlichkeitsbeteiligung gebe es auch für die zivile Nutzung der Alanbrooke-Kaserne an der Elsener Straße, kündigte Warnecke an. Für Sennelager wolle die Verwaltung in den kommenden Jahren ein Integriertes Handlungskonzept mit allen Beteiligten aufstellen, für das vom Land Städtebaufördermittel in Aussicht gestellt werden. Im Herbst werde die Stadt dort mit einem breiten Beteiligungsverfahren starten.