Einen liebevollen Blick auf Paderborn ermöglichen
"Stadtdenker" zogen im Paderborner Rathaus Bilanz
"Man sieht nur mit dem Herzen gut", war ein Leitspruch, den sich die "Stadtdenker" auf ihre Fahnen geschrieben hatten. Die neun angehenden Architekturstudenten von der Berliner Universität der Künste mit ihrer Dozentin Turit Fröbe hatten eine Woche lang die Stadt erkundet und waren mit Paderbornerinnen und Paderbornern ins Gespräch gekommen. Die Ergebnisse ihrer "Stadtdenker-Woche" stellten sie jetzt im Paderborner Rathaus vor. "Wir wollten den Paderbornern einen liebevollen Blick auf ihre Stadt ermöglichen", fasste Turit Fröbe das Anliegen der Berliner zusammen. Und das ist auf vielfältige Weise gelungen. Die jungen Leute stellten gleich eine Reihe von Aktionen im Rahmen "Stadtdenker-Projektes" vor. Das Projekt fand im Rahmen des vom Bund geförderten Modellvorhabens "Baukultur in der Praxis" statt, an dem sich Paderborn beteiligt. Den Blick für die "Würdigkeiten zwischen den Sehenswürdigkeiten" wollten die Studenten bei den Einheimischen schärfen. Dabei haben sie die Paderborner nach ihren Lieblingsplätzen in der Stadt gefragt. 170 bis 180 Plätze seien so zusammengekommen, einen Teil haben die jungen Leute vor Ort mit dem "Stadtdenker-Logo" in grüner, abwaschbarer Kreidefarbe markiert. "Das könnte man fortsetzen", regte Turit Fröbe an und schwärmte über die Geschichten, die mit diesen Lieblingsorten in Verbindung stehen. Eine weitere Aktion lief unter dem Titel "Alltagswege". Dabei haben sich die Studenten von Paderbornern deren Wege in der Stadt beschreiben lassen. Dann sind sie gemeinsam mit den Einheimischen diese Wege abgegangen. "Ein Mann habe zwar den Weg anhand der Schaufenster bestens beschreiben können, die Architektur der Häuser hatte er jedoch vergessen", so die Dozentin. Auch die weiteren Aktionen, wie "Hochhinaus", "Ferngesteuert", "Schnipseljagd" oder "Sinnfrage" brachten bei den Teilnehmern neue Blicke auf ihre Stadt. "Meine Glückwünsche für diese Woche", war Claudia Warnecke, Technische Beigeordnete der Stadt Paderborn des Lobes voll. Ziel des Modellprojektes sei es, das Bewusstsein für die Baukultur zu stärken und das sei durch diese originellen und interessanten Aktionen gelungen.