Mit Standards für das Wohl der Kinder

Allgemeiner Sozialer Dienst der Stadt Paderborn sichert die Qualität

© Stadt Paderborn

Schlimme Fälle, wie der von Kevin aus Bremen, machen es immer wieder deutlich. Der zweieinhalbjährige Junge war im Oktober 2006 tot im Kühlschrank aufgefunden worden. Die Verantwortung, die auf den Behörden in diesem Bereich liegt, ist hoch. Statistiken des Bundeskriminalamtes belegen, dass jeden zweiten Tag in Deutschland ein Kind getötet wird. Die Zahl der gemeldeten Missbrauchsfälle ist in den letzten zehn Jahren um mehr als die Hälfe gestiegen. Was kann die Stadt Paderborn mit ihrem Jugendamt tun, um Kinderwohlgefährdungen frühzeitig zu erkennen? Wie kann die Qualität der Leistungen in diesem Bereich gesichert und auf einem hohen Niveau gehalten werden? Diese Fragen stellte sich der dafür zuständige Allgemeine Soziale Dienst (ASD) des Jugendamtes der Stadt Paderborn. Und ein Team um die beiden erfahrenen Sozialarbeiterinnen Elisabeth Voss und Ulrike Timmer fand Antworten darauf. Diese sind im ASD-Ordner des Amtes zusammengefasst, der jetzt fertiggestellt wurde. Erste Ideen dazu gab es bereits vor drei Jahren. Nachdem der ASD der Stadt Paderborn seit Oktober 2011 an einem entsprechenden Landesprojekt teilnahm, wurden diese konkreter. "Die Anforderungen an den Allgemeinen Sozialen Dienst werden immer vielfältiger. Gleichzeitig wird ein hoher, gleichbleibender Qualitätsstandard bei der Aufgabenerfüllung erwartet", charakterisiert Petra Erger die Situation. Der vorliegende Ordner gebe einen Überblick über alle wichtigen organisatorischen Regeln, Vereinbarungen und Standards für die Arbeit im Allgemeinen Sozialen Dienst. Gerade Berufsanfängern erleichtere das den Einstieg, so die Leiterin des Paderborner Jugendamtes. Das Nachschlagewerk führt neben Verfahrensabläufen, wie beispielsweise dem Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdungen, rechtliche Besonderheiten, Regelungen bei Rufbereitschaft und Innendienst sowie die Zusammenarbeit mit Kooperationspartner des ASD auf. Auch der Ablauf für Hilfeplanverfahren, in den Hilfen für betroffene Kinder und Jugendliche über einen längeren Zeitraum genau festgelegt werden, sowie Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen sind darin beschrieben. "Wir wollen sicherstellen, dass die Menschen, auf eine gleichbleibend gute und verlässliche Hilfe des ASD vertrauen können", sieht Elisabeth Voss den Sinn dieses Ordners. Deshalb seien auch die enthaltenen Regeln bindend für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im ASD. Elisabeth Voss und Petra Erger dankten mit Eva Reike, Anika Malik, Vanessa Nölken, Claudia Garell und Manfred Oberkirch dem Team aus dem ASD der Stadt, das diesen Ordner erstellt hat.