Kinderbeteiligung im Familienzentrum Sande
Kinder planen ihren Spielplatz selbst
Die Außenanlage der städtischen Kindertageseinrichtung Familienzentrum Sande in der Karl-Korthaus-Straße soll in diesem Jahr eine Erneuerung erfahren. Alte Spielgeräte sollen abgebaut und durch neue ersetzt werden. Die Erzieherinnen des Familienzentrums hatten zur Neugestaltung der Spielplatzanlage eine ganz besondere Idee: Die Kinder selbst dürfen darüber entscheiden, wie ihr Spielplatz in Zukunft aussehen wird, schließlich sind sie es, die tagtäglich die Anlage nutzen werden. Ein selbstgebastelter Entwurf aus Legosteinen ist jetzt Detlev Bielefeld vom Amt für Umweltschutz und Grünflächen präsentiert worden. „Das nennt man aktive Kinderbeteiligung,“ freut sich Bielefeld über den liebevoll gestalteten Entwurf der KiTa-Bewohner. Er ist bei der Stadt für den Bau und die Unterhaltung der Spiel- und Sportanlagen zuständig - und hat sich viel Zeit für die kleinen Landschaftsarchitekten genommen, um sich auch alle Vorschläge am Modell genau erläutern zu lassen. Birgit Hericks, eine der beiden Leiterinnen des Familienzentrums: „Neue Ecken für Rollenspiele und Möglichkeiten zum Matschen - das waren zunächst die Ideen der Erwachsenen, die sich mit der Neugestaltung des Spielplatzes auseinandergesetzt hatten. Den Erzieherinnen stellte sich aber zunehmend die Frage: Wie kann es gelingen, die Kinder an diesem Projekt zu beteiligen? Das Außengelände soll sie schließlich zum Spielen, Erproben, Experimentieren und Wohlfühlen einladen.“ Die Idee der Kinderbeteiligung, die sich auch in Zukunft auf weitere Projekte und Aufgaben in der KiTa übertragen lassen könnte, so die Leiterin, erinnert stark an einen Workshop oder ein Werkstattverfahren im Kleinen: „Zunächst haben alle Kinder in ihren Gruppen ihre Vorstellungen in gemalten Bildern festgehalten. Darin sollten sie abbilden, womit sie gerne auf dem Spielplatz spielen möchten. Die Bilder wurden dann in den Gruppen zur Diskussion gestellt. Um nun eine Gewichtung der vielen unterschiedlichen Ideen zu bekommen, durfte jedes Kind mit Hilfe von kleinen Muggelsteinen abstimmen, was ihm besonders gut gefällt.“ „Das Ergebnis war deutlich,“ so Bielefeld, der die Vorschläge erklärt: „Die Kinder im städtischen Kindergarten in der Karl-Korthaus-Straße wünschen sich eine Rutsche, eine Möglichkeit zum Klettern und ein Trampolin. Sie möchten, dass ihr Fußballfeld erhalten bleibt und die sehr geliebte Hängematte auch bestehen bleiben kann.“ Detlev Bielefeld hat die Ideen der Kinder aufgenommen und beginnt nun mit der detaillierten Planung. Einen weiteren Besuch in der Tageseinrichtung hat er den Kindern bereits zugesichert. Sobald weitere Planungen vorliegen wird er sich wieder mit den jungen Nachwuchsplanern treffen und seine Ideen vorstellen. Birgit Hericks lobt die funktionierende Kinderbeteiligung: „Bei uns einsteht ein Spielplatz der für Kinder und von Kindern geplant wird.“