Interreligiöses Gebet
20. Jahrestag des Brandanschlags in Solingen
„Das schreckliche Ereignis in Solingen hat mich damals sehr getroffen. Es sollte uns fortan zu Zivilcourage mahnen und dazu, jedem Fremdenhass entschieden entgegenzutreten.“ Mit diesen Worten eröffnete Bürgermeister Heinz Paus die Gedenkveranstaltung anlässlich des 20. Jahrestags des Brandanschlags in Solingen. Die Franziskanerkirche als Örtlichkeit und das Mitwirken der verschiedenen Kirchenvertreter Imam Emin Özcan, Superintendantin Anke Schröder, Dechant Benedikt Fischer und Tanja Rubens bot den würdigen Rahmen, um ein deutliches Signal für das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlichster Kulturen und Herkunft im Stadtgebiet Paderborn, aber auch über die städtischen Grenzen hinaus, zu setzen. Für musikalische Beiträge sorgte der Chor „Klangkult“. Auch der türkische Generalkonsul Nafi Cemal Tosyali, Landrat Manfred Müller, Vertreter aus Verwaltung, Stadt- und Integrationsrat waren anwesend. Der Anschlag wirke auch heute noch nach, wenn Brandanschläge und andere Gewalttaten auf Unschuldige verübt werden, so Paus. „Es sollte jedem die Chance zur Entfaltung und zum Ausleben seiner Religiosität gegeben werden,“ und zitierte einen Überlebenden der Familie Genç: „Wir müssen zusammen halten wie Geschwister, denn wir sind alle von einem Gott geschaffen worden.“ Ayhan Demir, Vorsitzender des Integrationsrates, berichtete von einem Treffen mit Angehörigen der Anschläge, die gerne an der Paderborner Gedenkveranstaltung teilgenommen hätten, sich aber zu dem Zeitpunkt in der Türkei aufhielten. Ließen aber mitteilen, dass sie „mit dem Herzen in Paderborn dabei sind.“ Auch der türkische Generalkonsul richtete sich in der Gedenkfeier an die Gäste: „Ich freue mich vor einer Stadt zu stehen, die Fremdenhass und Rassismus so entschieden entgegen tritt. Und lobte, trotz der vergangenen Ereignisse, die doch erfolgreiche Integration türkischer Migranten in Deutschland. Der Stadtrat hatte sich auf Initiative des Integrationsrates am 14. März einstimmig für die Durchführung einer Gedenkveranstaltung in Paderborn ausgesprochen. Der Jahrestag sollte somit zum Anlass genommen werden, ein öffentliches Zeichen gegen Rassismus in der Gesellschaft zu setzen. „Ein Anliegen, welches ich für die Stadt Paderborn, in der derzeit Menschen mit Wurzeln aus 138 Ländern leben, gerne aufgegriffen habe,“ so Heinz Paus.