Film, der erschüttert

Am Sonntag im Paderborner Rathaus

© Stadt Paderborn

An die Deportation der Juden und ihre Schicksale in den von den Nazis eingerichteten Vernichtungslagern erinnert ein Film, der am Sonntag, 10. November, um 11.15 Uhr im Paderborner Rathaus zu sehen ist. Der Filmemacher Jürgen Hobrecht, der anwesend sein wird, hat über viele Jahre hinweg die Spuren der mit dem Namen "Riga" verbundenen Verbrechen recherchiert. Zu dieser Veranstaltung laden Bürgermeister Heinz Paus und Monika Schrader-Bewermeier, Vorsitzende der Gesellschaft für Christliche-Jüdische Zusammenarbeit, ein. Wer sich diesen Dokumentarfilm ansehen möchte, sollte sich zuvor bei Janine Beller, Referat des Bürgermeisters, unter der Rufnummer 05251/88-1381 anmelden. Der Dokumentarfilm erzählt von der Verschleppung von ca. 25.000 Juden aus dem Deutschen Reich nach Riga. 20.000 werden ins das sogenannte "Reichsjudenghetto" gesperrt. Tausende werden direkt nach der Ankunft in Riga erschossen. Bevor deutsche, österreichische und tschechische Juden in das Ghetto kommen, wird das lettische Ghetto liquidiert. Beinahe 27.000 lettische Juden werden in einer zweitägigen "Aktion", am 30.11.41 und am 8.12.41 erschossen, um Platz für die Juden aus dem Reich zu schaffen. In dem Film sprechen Zeitzeugen weltweit erstmals über das Massaker von Rumbula. Sie erzählen vom Leben im Ghetto und vom Überleben mit dem Trauma. Die erschütternde Dokumentation zeigt, bei einem Besuch mit zwei Überlebenden, die Orte des Geschehens in Lettland, zeigt aber auch, wie akribisch die Deportationen in Deutschland vorbereitet wurden. In Paderborn waren am 13. Dezember 1941 jüdische Familien in einen Zug ohne Aussicht auf Rückkehr gestiegen. Die 17 Männer, Frauen und Kinder wurden zum Ghetto in Riga und von dort in die Vernichtungslager gebracht. Das war der Beginn der systematischen Ermordung der Paderborner Juden.