Großes Interesse

„Wir haben es doch erlebt…“ Das Ghetto von Riga

© Stadt Paderborn

Rund 130 Zuschauer sorgten am Sonntag, 10. November, für eine gut besuchte Filmvorführung des Dokumentarfilms „Wir haben es doch erlebt…“ Das Ghetto von Riga. Paderbornerinnen und Paderborner zeigten großes Interesse für das bewegende Schicksal der mit dem Namen „Riga“ verbundenen Verbrechen rund um die Deportation der Juden. Die Stadt Paderborn und Monika Schrader-Bewermeier, Vorsitzende der Gesellschaft für Christliche-Jüdische Zusammenarbeit, luden gemeinsam zu der Veranstaltung ein. Anwesend war auch der Filmemacher Jürgen Hobrecht, der für Buch und Regie verantwortlich zeichnet. „Dies ist eine würdige Veranstaltung gegen das Vergessen und ein wichtiger Film. Weil mit den Jahren immer mehr Zeitzeugen ausbleiben, übernimmt die Dokumentation auch eine wichtige Zeitzeugenfunktion“, so Dieter Honervogt, stellvertretender Bürgermeister, der die Gäste im großen Rathaussaal begrüßte. Auch Monika Schrader-Bewermeier unterstrich die Bedeutung des Filmvortrags und erinnerte in ihren Worten an Paderborner Einzelschicksale. Filmemacher Hobrecht bot im Rahmen der Veranstaltung an, den Film auch nach der Vorführung erwerben zu können. Unter der Mailadresse infophoenix-medienakademiecom können ab sofort DVD-Exemplare bestellt werden. Der Film erzählt von der Verschleppung von rund 25.000 Juden aus dem Deutschen Reich nach Riga. 20.000 werden ins das so genannte "Reichsjudenghetto" gesperrt, tausende direkt nach der Ankunft in Riga erschossen - so auch insgesamt vier Transporte aus Berlin, mit über 4.000 Menschen, unter Ihnen 89 Waisenkinder. Bevor deutsche, österreichische und tschechische Juden in das Ghetto kommen, wird das lettische Ghetto liquidiert. Beinahe 27.000 lettische Juden werden in einer 2-tägigen Aktion, am 30. November und am 8. Dezember 1941 erschossen, um Platz für die Juden aus dem Reich zu schaffen. In dem Film sprechen Zeitzeugen weltweit erstmals über das Massaker von Rumbula. Sie erzählen vom Leben im Ghetto und vom Überleben mit dem Trauma. Der Filmemacher Jürgen Hobrecht hat über viele Jahre hinweg die Spuren der Verbrechen recherchiert und aufgedeckt. Die erschütternde Dokumentation zeigt unter anderem auch, wie akribisch die Deportationen in Deutschland vorbereitet wurden.