Wege des Friedens suchen
Gedenkstunde in Paderborn am Mahnmal Busdorfwall zum Volkstrauertag
"Krieg zwischen Völkern und Nationen, Gewaltherrschaft, Terrorismus und Unterdrückung von Menschen anderer Herkunft, Hautfarbe oder Religion darf es nicht mehr geben, weder hier in Europa noch sonst irgendwo auf der Welt und ich denke, das kann ich über alle religiösen Unterschiede hinweg sagen: Es darf sie um Gottes willen nicht mehr geben." Mit diesen eindringlichen Worten appellierte Pfarrer Gunnar Grahl an die etwa 200 Teilnehmer der Gedenkstunde zum Volkstrauertag am Mahnmal Busdorfwall in Paderborn am Sonntagvormittag. Mitgefühl mit den Opfern von Krieg und Gewalt dürfe nicht ohnmächtig machen, sondern müsse bei aller Schwierigkeit helfen, neue Wege des Friedens zu suchen, betonte der Pfarrer vom Markus-Pfarrbezirk in der Paderborner Südstadt. Vor Vertretern des Rates, der Politik, gesellschaftlicher Gruppen und Abordnungen des Paderborner Bürger-Schützenvereins von 1831 und der Bundeswehr aus Augustdorf mahnte Grahl: "Wir laden dann Schuld auf uns, wenn wir nicht entschlossen genug Nein sagen zur Unterdrückung von Menschen und Völkern wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Religion oder ihrer Herkunft, lange bevor es zu kriegerischen Auseinandersetzungen kommt." Wer meine, dass solche Gedenkveranstaltungen wie diese 68 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges mit größerer Gelassenheit vor dem Hintergrund der zeitlichen Distanz begangen werden können, der irre sich. Deutsche Soldaten seien heute an vielen Orten in der Welt eingesetzt, um Gewalt mit Waffen zu unterbinden und zum Frieden beizutragen. "Wir tragen eine hohe Verantwortung, wenn sich die Verantwortlichen in unserem Land zur militärischen Intervention bei Konflikten entscheiden. Wir tragen aber genauso eine hohe Verantwortung, wenn die Entscheidung fällt, zunächst abzuwarten. So wie anders kann das politische Handeln Schuld bedeuten und es scheint mitunter fast unmöglich, das umzusetzen, was unser aller Ziel sein muss, nämlich Frieden und Gerechtigkeit gegenüber jedermann walten zu lassen und Krieg und Gewalt in jeglicher Form zu verhindern." Bürgermeister Heinz Paus dankte den Anwesenden für ihr Gedenken, mit dem sie ein klares Zeichen gesetzt hätten. Sein Dank ging auch an Gunnar Grahl für dessen Worte sowie an die Bläsergruppe der Städtischen Musikschule Paderborn und den Paderborner Männergesangsverein, die die Gedenkstunde musikalisch umrahmt hatten. Ausdrücklich lobte Heinz Paus auch den Einsatz von Toni Baumhoer, der in vorbildlicher Weise seit nunmehr zehn Jahren diese Gedenkveranstaltungen am Paderborner Mahnmal am Busdorfwall mit vorbereitet.