150 kluge Frauen im Paderborner Rathaus
Politisches Frauenfrühstück mit Besucherinnenrekord
„Die kluge Frau baut vor! Zukunft sichern jetzt!“ So lautete der Titel des diesjährigen Politischen Frauenfrühstücks der Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn am vergangenen Samstag. „Seien wir klug, gehen wir hin und informieren uns“, so dachten auch 150 Paderbornerinnen und fanden den Weg ins Rathaus, wo ihnen so einiges an Information rund um das Thema Altersvorsorge und Zukunftsplanung geboten wurde. Dafür wartete die Gleichstellungsstelle mit einem hochkarätig besetzten Team aus Expertinnen und Experten auf, das keine Frage unbeantwortet ließ: Angelika Fedeler, Referentin der Verbraucherzentrale NRW, hielt ein umfassendes und informatives Referat über die Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge. Riester, Rürup und betriebliche Altersvorsorge - für die Gäste des Paderborner Frauenfrühstücks nun keine böhmischen Dörfer mehr. Angelika Fedeler empfahl den Frauen allerdings dringend, sich individuell bei einer Verbraucherzentrale beraten zu lassen. Ihr zur Seite: Dietmar Lausen, Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung Bund, der auf sein in mehr als 40 Jahren Tätigkeit in einer Krankenversicherung erworbenes Wissen zurückgreifen und den Paderbornerinnen Wichtiges zum Thema Gesetzliche Rentenversicherung erzählen konnte. Er betonte dabei, wie wichtig die rechtzeitige Kontenklärung sei, damit auch alle anrechenbaren Zeiten für die Rentenversicherung berücksichtigt würden. Neben diesen beiden Hauptreferentinnen standen nach der eigentlichen Veranstaltung weitere Expertinnen für persönliche Nachfragen zur Verfügung: Gisela Kriener, Diplom-Sozialarbeiterin und seit 15 Jahren in der Wohnberatung des Vereins KIM Soziale Arbeit e.V. tätig, informierte über alle Fragestellungen, die das Wohnen im Alter betreffen. Diplom-Sozialarbeiterin Brigitte Winter von der Arbeiterwohlfahrt und seit 2008 Leiterin des Betreuungsvereins, gab ihr Wissen rund um Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung weiter. Hiltrud Meiwes-Klee, ebenfalls diplomierte Sozialarbeiterin, vom Jobcenter Paderborn informierte über so wichtige Aspekte wie den Einstieg in den Beruf und Weiterbildungsangebote. „Immer wieder erleben wir es in der Beratungspraxis“, so die Gleichstellungsbeauftragte Dagmar Drüke, „dass es so mancher Frau erst spät auffällt, dass sie im Alter nicht gut abgesichert ist. Sie hat sich vielleicht darauf verlassen, dass ihr Ehemann eine gute Rente hat, nach einer Scheidung hilft dies jedoch nur bedingt weiter.“ Häufig erlebe sie als Gleichstellungsbeauftragte, dass Frauen nach der Elternzeit den Wiedereinstieg nicht schaffen und einen Minijob annehmen, der weit unter ihrer Qualifikation liege und keine ausreichende Absicherung für die Rente biete. „Zahlreiche Frauen haben nur geringe Rentenansprüche“, so Drüke. „Die Ursachen liegen größtenteils an beruflichen Auszeiten wegen der Familie oder an langen Zeiten, in denen Frauen in Teilzeit arbeiten.“ Bei all der Sorge für die Familie und Kinder dürften Frauen die Sorge für sich selbst nicht zu kurz kommen lassen. Zudem gebe es in der Paderstadt eine breit angelegte Landschaft an Fach- und Beratungsstellen, die Hilfestellung im Hinblick auf die unterschiedlichsten Aspekte der Altersvorsorge leisten können. Bei all der gebotenen Sachlichkeit der Informationen kam aber auch der Humor nicht zu kurz. Da, wo Frauenköpfe rauchten und vor lauter Input eine kleine Pause nötig war, sprang die bekannte Paderborner „Servöse“ Else Mögesie ein und servierte zur Entspannung ein kleines Liedchen, sprach Klartext mit den Expertinnen und brachte mit ihrem losen Mundwerk die Dinge noch einmal auf einen Nenner. Sehr zum Vergnügen der Anwesenden, die sich im wahrsten Sinne des Wortes „köstlich“ bei diesem Frühstück amüsierten.