Stadtmauer für die Nachwelt erhalten

Wissenschaftler begutachten die Reste

Derzeit untersuchen Wissenschaftler der Fachhochschule Köln die Reste der Paderborner Stadtmauer. Sie gehen dabei der Frage nach, wie viel von der alten Stadtmauer noch vorhanden ist. Begutachtet werden die freiliegenden Mauerreste entlang der Wälle sowie die Mauerstücke in und an den Privathäusern entlang des historischen Mauerverlaufs. Die Häuser werden nach vorheriger Benachrichtigung der Bewohner besucht und die Mauerreste grob vermessen und fotografisch erfasst. Der Besuch wird maximal 15 bis 30 Minuten dauern. Betroffen sind folgende Straßen und einige der an oder auf der Stadtmauer liegenden Gebäude: Westernmauer, Friedrichstraße, Neuhäuser Tor, Paderwall, Spitalmauer, Heierswall, Heiersmauer, Meinwerkstraße, Heierstor, Giersmauer, Giersstraße, Gierstor, Gierswall, Busdorfmauer, Busdorfwall, Kasseler Straße, Kasseler Tor, Kasseler Mauer, Liboriberg, Liboristraße, Jesuitenmauer, Rosentor, Rosenstraße, Franziskanermauer, Le-Mans-Wall und die Westernstraße. Mit der Erfassung wurde das Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege der Fachhochschule Köln beauftragt. Die beiden Wissenschaftler Dipl.-Ing. Karla Krieger und Dipl.-Ing. Ekkehard Kandler, die die Arbeiten durchführen, kennen die historische Innenstadt von Paderborn schon sehr genau. Sie waren zwischen den Jahren 2000 und 2004 an dem Projekt „Archäologische Bestandserhebung“ beteiligt. So müssen zum Beispiel die historischen Karten nicht nochmals neu ausgewertet werden. Prof. Dr. Norbert Schöndeling, der Leiter des Kölner Instituts, lobt die Stadt Paderborn für ihr Engagement, die historischen Reste der Stadtmauer zu erfassen und mit Hilfe des Denkmalschutzgesetzes für die Nachwelt zu erhalten. „Werden diese Reste der Stadtmauer nicht unter Schutz gestellt, so besteht die Gefahr, dass sie schleichend über die Jahre verschwinden werden. Durch die enormen Kriegszerstörungen im Stadtkern, zählen die mittelalterlichen Mauern aber zu den letzten Zeugen der bedeutenden mittelalterlichen Geschichte Paderborns“. Für Rückfragen steht Thomas Günther, Leiter der Unteren Denkmalbehörde, unter der Rufnummer 05251/ 88-1856 zur Verfügung.