Vom Fuhrpark zum modernen Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb ASP
Rückblick auf die Abfallentsorgung der Stadt Paderborn
Erst seit Ende des 19. Jahrhunderts kann in Paderborn von einer geordneten Abfallentsorgung und Stadtreinigung gesprochen werden. Damals beschloss der Magistrat der Stadt Paderborn die Gründung eines Fuhrparkes und die Anschaffung der ersten Pferde und Gespanne sowie die Errichtung eines Betriebsgeländes an der Bleichstraße. Seitdem befindet sich dieser Aufgabenbereich in der kommunalen Hand des heutigen Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb Paderborn, ASP. Der ASP kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken, denn ebenso wie sich die Lebensbedingungen in den letzten 110 Jahren gewaltig gewandelt haben, haben sich auch die Anforderungen an Abfallentsorgung und Stadtreinigung radikal verändert. Ein kurzer Rückblick auf die Abfallentsorgung mag die Entwicklung verdeutlichen: Ab 1905 wurde die wöchentliche Abfall- und Scherbenabfuhr bei ca. 26.500 Einwohnern von 8 Arbeitern mit 4 Pferdegespannen durchgeführt und damals war man froh, dass durch die Regelmäßigkeit endlich hygienische Lebensbedingungen in den Straßen der Bischofsstadt geschaffen wurden. In den 30er Jahren wurden erste motorisierte Wagen angeschafft, die allerdings 1945 mit der Stadt zerstört wurden, so dass nach dem Krieg wieder mit Pferdegespannen angefangen werden musste. Erst ab 1955 konnte man wieder von einer voll funktionsfähigen, staubfreien Müllabfuhr und Straßenreinigung sprechen. Die kleinen verzinkten Mülleimer mit dem Klappbügel sind sicher noch vielen älteren Paderbornern bekannt. Anfang der 60er Jahre wurde der Fuhrpark zum „Amt für öffentliche Einrichtungen“, dem weitere kommunale Aufgaben übertragen wurden; bis heute gehört die Parkraumbewirtschaftung aller städtischen Parkflächen zum Zuständigkeitsbereich des ASP. Das Wirtschaftswunder und die wachsenden Müllberge machten in den 60er-/70er Jahren auch vor Paderborn nicht Halt und stellten den Betrieb vor die Aufgabe, die Entsorgung der rasant steigenden Müllmengen sicher zu stellen, die Zinkmülleimer wurden durch die größeren rollbaren, noch heute üblichen Abfallbehälter ersetzt und flächendeckend in dem durch Eingemeindung deutlich vergrößerten Stadtgebiet eingeführt. Die Trendwende weg vom Ex- und Hopp und hin zu mehr Umweltbewusstsein setzte in den 80er Jahren ein, erste Glascontainer wurden aufgestellt und die Schadstoffsammlung eingeführt. Papier- und Textilcontainer folgten, so dass schon damals Paderborn über eine gute dezentrale Wertstoffsammlung verfügte, oft schon bevor die Gesetzgebung entsprechende Vorgaben verfügte. Heute ist die getrennte Abfall- und Wertstoffsammlung für die meisten Paderborner selbstverständlich. Neben den haushaltsnahen Sammelsystemen wie Bio-, Papiertonne und gelber Sack werden Recyclingstellen und Recyclinghöfe betrieben und von der Bevölkerung intensiv genutzt, eine Recyclingquote von 64 % belegt die hohe Akzeptanz der Sammelsysteme. Das Amt für öffentliche Einrichtungen zog 1991 von der Bleichstraße auf den modernen Zentralen Bau- und Betriebshof An der Talle um, wo es die Hausherrenfunktion übernahm. Seit 1995 wird das ehemalige Amt als Eigenbetrieb der Stadt Paderborn geführt und sorgt mit 135 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, moderner Technik und optimalen Arbeitsabläufen effektiv für eine zeitgemäße Abfallwirtschaft, Stadtreinigung sowie moderne Parkraumbewirtschaftung. Als kommunaler Betrieb richtet der ASP seine ganze Aufmerksamkeit auf das langfristige Wohl der Paderborner Bürgerinnen und Bürger, arbeitet deshalb nachhaltig und vorausschauend. Durch die langjährige Erfahrung hat er sich zudem bestens auf die Ansprüche der Bürgerinnen und Bürger sowie auf die Besonderheiten der Paderborner Siedlungsstruktur eingestellt. Bürgernähe und Kundenservice ergänzen die sinnvolle Entsorgungsstruktur, so dass sich der Betrieb über ein gutes Ansehen freuen und auf ein partnerschaftliches Miteinander setzen kann. Nicht zuletzt sind dadurch Gebühren möglich, die seit vielen Jahren zu den günstigsten bundesweit zählen.