Gut strukturiert und mit Beteiligung der Politik
Bürgermeister Heinz Paus zum Auswahlverfahren für die Stadtmarketing-Leitung
Ziemlich irritiert zeigt sich der Paderborner Bürgermeister Heinz Paus über mediale Ratschläge bzw. aus laufenden vertraulichen Personalverfahren öffentlich gemachte Halbwahrheiten zum Auswahlverfahren der neuen Leitung des Stadtmarketings in der Paderborner Stadtverwaltung. Paus: „Aus gutem Grund sind Personalverfahren in städtischen Verwaltungen vertraulich, die Interessen der Bewerber sind zu schützen, darüber hinaus gilt es, einen in jeder Beziehung fairen und objektiven Entscheidungsprozess zu gewährleisten. Schließlich sollen diejenigen, die für ein Führungsamt ausgewählt werden, optimale Chancen in ihrem neuen Amt haben.“ Heinz Paus wies darauf hin, dass es wegen dieser Vertraulichkeit nicht möglich sei, zu den einzelnen Aspekten des Medienberichtes Stellung zu nehmen. Ihm sei aber folgendes wichtig:
Im Herbst letzten Jahres ist der bisherige Leiter des Amtes für Stadtmarketing und Öffentlichkeitsarbeit bei der Stadt Paderborn ausgeschieden. Es gab sowohl in der Verwaltung als auch mit der Politik Diskussionen darüber, ob, in welcher Form und zu welchem Zeitpunkt das Amt neu besetzt werden sollte.
Ergebnis der Diskussionen war ein Einvernehmen zwischen Verwaltung und Politik darüber, dass mit der Ausschreibung nicht gewartet werden sollte, bis Mitte des Jahres 2014 ein neuer Bürgermeister gewählt ist. Sollte man bis zu diesem Zeitpunkt warten, so wäre das Amt frühestens Anfang 2015 besetzt. Schwierige Entscheidungen in den vergangenen Monaten haben deutlich gemacht, dass eine so lange Vakanz in diesem Amt nicht vertretbar ist.
Es wurde deshalb eine Ausschreibung auf den Weg gegeben. Selbstverständlich ist im Ausschreibungstext zum einen deutlich gemacht worden, dass es sich um eine Leitung eines städtischen Amtes handelt, weshalb Erfahrungen im Stadtmarketing erwartet wurden. Entsprechend den städtischen Regelungen wurde auch ein Hochschulstudium vorausgesetzt.
Da es sich aber auch um eine Funktion handelt, in der Aufgaben im Netzwerk zwischen Stadt, Wirtschaft und Universität anstehen, ist das auch ausdrücklich in der Ausschreibung erwähnt worden.
Es hat dann ein verwaltungsinternes Vorauswahlverfahren zwischen den etwa 100 Bewerberinnen und Bewerbern stattgefunden. Ein Personalberater ist eingesetzt worden, der dann die weitere Auswahl intensiv begleitet hat, Interviews geführt hat, zusätzliche Informationen eingeholt hat.
Ergebnis dieses Auswahlverfahrens war, dass dann einzelne Bewerber/innen für ein Assessment-Center, ein eingehendes Auswahlverfahren mit Interviews etc., ausgewählt wurden. Begleitet wurde das von einer Auswahlkommission, in der Vertreter der Verwaltung (Personalrat, Bürgermeister, Personalamt, Gleichstellung) auch Repräsentanten des Rates teilgenommen haben. Das Assessment-Center hat dann Ende des vergangenen Monats stattgefunden. Man kam im Auswahlgremium überein, dass sich zwei Bewerber/innen im Haupt- und Finanzausschuss vorstellen sollten, weil sie anhand der Ausschreibungskriterien entsprechend positiv bewertet wurden. Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses sollten sich ein persönliches Bild von ihnen machen und dann entscheiden, wem sie das nach der Verfahrensordnung erforderliche Einvernehmen für die Einstellung erteilen wollen.
Diese Vorstellungsrunde hat in der vergangenen Woche stattgefunden. Es war der Wunsch der Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses, noch mal mit ihren Fraktionen zu beraten, welchem der Kandidaten sie letztlich das Vertrauen schenken wollen. Die Fraktionen werden am Donnerstag in einer abschließenden Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses zu entscheiden haben, welchem der verbliebenen Bewerber sie auf dem Hintergrund der persönlichen Vorstellung in der Haupt- und Finanzausschusssitzung ihre Stimme geben wollen. Paus abschließend: „Ich hoffe, dass die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses, wie ich das in den zurückliegenden Jahren immer erlebt habe, eine unvoreingenommene Entscheidung treffen werden. Ich wünsche mir, dass die neue Leitung des Amtes die Chance bekommt, mit der Verwaltung, aber auch mit den wichtigen Partnern, wie der Werbegemeinschaft, dem Verein „Paderborn überzeugt“, dem Verkehrsverein und besonders auch mit den Fraktionen des Rates vertrauensvoll und erfolgreich zusammenzuarbeiten.“