Paderborn will Stadtwerke gründen

Paderborner Rat gab Kommunalbetrieben entsprechenden Auftrag

Die Stadt Paderborn bereitet die Gründung von eigenen Stadtwerken vor. Grünes Licht dafür gab der Rat im nichtöffentlichen Teil der Sitzung am 3. April. Danach sollen die Paderborner Kommunalbetriebe (PKB) Aktivitäten zum Vertrieb von Strom und Gas an Haushaltskunden aufnehmen. Es ist vorgesehen, dass innerhalb eines Jahres die Kunden mit Strom und Gas von den Paderborner Stadtwerken beliefert werden können. Sollte sich auf dem Weg dahin herausstellen, dass sich dieses Projekt nicht verwirklichen lässt, so kann der PKB-Aufsichtsrat jederzeit über eine Beendigung des Vorhabens beschließen.

Bereits im November des letzten Jahres hatte der Rat die PKB beauftragt, einen konkreten Zeitplan für das Vorhaben aufzustellen. Experten hatten der Stadt empfohlen, vor dem Hintergrund der aktuellen Situation in OWL eigene Aktivitäten im Vertrieb von Strom und Gas zu entwickeln, zumal auf dem Paderborner Markt mehrere Stadtwerke von außerhalb aktiv sind.

Ende 2001 hatte die Stadt Paderborn ihre Stadtwerke (Gas und Wärme) an die PESAG für damals 200 Millionen D-Mark (100 Millionenn Euro) verkauft. Die PESAG, an der die Stadt seit jeher zu einem Drittel beteiligt war, fusionierte später mit den Elektrizitätswerken Minden-Ravensberg und Wesertal und es entstand E.ON Westfalen Weser. Die Stadt hielt an dem großen regionalen Versorger elf Prozent. Die Kommunen in der Region hielten insgesamt etwa 37 Prozent, die restlichen 63 Prozent hielt der E.ON Konzern. Die Anteile des E.ON-Konzerns erwarben im letzten Jahr die Kommunen und es entstand die Westfalen Weser Energie GmbH & Co. KG. Das rein kommunale Unternehmen kümmert sich jedoch nur um die Netze und vertreibt weder Strom noch Gas. Auch deshalb macht die Gründung eigener Stadtwerke für die Stadt Paderborn jetzt wieder Sinn.