Perspektive: Abriss
Künstlerinnen und Künstler setzen sich mit dem bevorstehenden Abriss des HoT an der Marienstraße auseinander
Das Gebäude des ehemaligen Haus der offenen Tür in der Marienstraße 24 wird in naher Zukunft abgerissen. Mit dem schon seit einiger Zeit leerstehenden Gebäude setzen sich jetzt - kurz vor seinem Ende - noch ein letztes Mal Künstler auseinander. Ein Blog im Internet zeigt Bilder und berichtet über die Aktionen der Künstler in und am Gebäude, da nicht alle Räume aufgrund laufender vorbereitender Abrissarbeiten nicht frei zugängig sind.
Die „Perspektive: Abriss.“, ein Projekt von verschiedenen Akteuren unter der Leitung von Miriam Schröder und Tim Pickartz, betrachtet den Leerstand als Raum für Möglichkeiten und nutzt den derzeitigen Zustand des Gebäudes als Chance für künstlerische Interventionen. So wurde das Haus der offenen Tür bereits kurzfristig zum Haus der offenen Fenster, wurden Badezimmergeschichten erzählt, eine HoT-line angeboten und der bevorstehende Abriss musikalisch aufgegriffen. Weitere Aktionen sind bereits in Planung und werden kurzfristig auf dem Blog unter perspektive-abriss.blogspot.de angekündigt. Das Projekt präsentiert nicht nur zeitgenössische Kunst am Puls der Zeit, sondern wirft an der Schnittstellt zu Architektur und Stadtentwicklung auch Fragen auf zur Veränderung unserer Innenstädte und zum Umgang mit dem baulichen Erbe der 60er und 70er Jahre. Die künstlerischen Eingriffe sind sehr hochwertig - vorbeischauen lohnt sich also!
Im Rahmen der Neu- und Umgestaltung der Königsplätze, hat es sich die Stadt Paderborn zur Aufgabe gemacht, die Leerstände auf den Königsplätzen vermehrt in den Fokus zu nehmen und bei Bedarf Zwischennutzungen zu vermitteln. Für die Koordination der Zwischennutzungen wurde die freie Architektin und Gründerin der Initiative Baukultur, Paderborn, Karin Hartmann engagiert. Die „Perspektive: Abriss.“ ist aus Gesprächen, die zum Thema Zwischennutzung mit den Eigentümern von Ladenflächen und den Vertretern aus Kultur- und Kreativwirtschaft und der Universität Paderborn geführt wurden, als erstes Projekt entstanden.
Der krönende Abschluss dieses ersten Projektes findet am Freitag, 8. August, statt. Hier wird das HoT von 18.30 bis 21.30 Uhr ein letztes Mal seine Türen öffnen und Veranstaltungsort für einen Vortrag zum Thema „Schlafende Häuser wecken! Vier Jahre Zwischennutzung in Bremen“ sein. Die Referenten Oliver Hasemann und Daniel Schnier betreiben in Bremen die ZwischenZeitZentrale (ZZZ) mit der sie leerstehende Gebäude und brach liegende Flächen erfolgreich wieder in Nutzung bringen. Die Veranstaltung bietet eine Möglichkeit, sich unverbindlich zum Thema Zwischennutzung zu informieren, sich inspirieren zu lassen sowie untereinander in Kontakt zu treten. Der Vortrag wird unterstützt durch die Landesinitiative StadtBauKultur NRW (www.stadtbaukultur-nrw.de). Zusätzlich bieten die Künstlerinnen und Künstler an diesem Abend begleitete Führungen durch das Haus an und stellen ihre Projekte vor.
Da nur begrenzte Plätze für die Veranstaltung am 8. August zur Verfügung stehen wird um Anmeldung unter der Telefonnummer 05251-88-2787 oder per Mail unter l.giesenpaderbornde gebeten.