Windenergieanlage bald in Betrieb
Neue WEA an der Kläranlage Paderborn - Sande in letzter Bauphase
Viele Jahre lang plante der Städtische Entwässerungsbetrieb (STEB) die Errichtung und Betrieb einer Windenergieanlage (WEA) auf dem Gelände der Kläranlage in Paderborn-Sande. Projektbeginn war Dezember 2009, indem zunächst eine energetische Feinanalyse getätigt wurde. Mithilfe dieser Analyse wurde festgestellt, dass der Energiebedarf der Kläranlage rund acht Millionen Kilowattstunde pro Jahr betrifft. Der Großteil dieses Bedarfes von rund fünf Millionen Kilowattstunden pro Jahr wird durch Blockheizkraftwerke gedeckt die restlichen drei Millionen werden durch Fremdbezug eingeholt.
Im Mai 2011 nahm das Projekt erste Formen an, denn es wurden Vorprüfungen zu artenschutzrechtlichen Konflikten vorgenommen. Einen Monat später wurde der Ingenieur John Becker mit der "Bedarfsplanung" beauftragt. In etwa ein Jahr später wurde im März 2012 bekam Dr. Karl-Heinz Loske den Auftrag der "Artenschutzprüfung". Einen Monat später wurde im Betriebsausschuss beschlossen, John Becker den Auftrag zur "Entwurfs- und Genehmigungsplanung" zukommen zu lassen. Im Juni 2012 folgten die Abstimmungsgespräche mit der Genehmigungsbehörde und der Bezirksregierung Detmold, den Trägern öffentlicher Belange und den Fachplanern. Ein viertel Jahr später folgte der Antrag auf Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb einer Windenergieanlage vom Typ Enercon E82-E2. Die Nennleistung einer solchen WEA beträgt 2,3 Megawatt und hat eine Erzeugungsleistung von rund 4,3 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Mit dieser hohen Energieerzeugung kann das WEA dazu beitragen, dass sich das Klärwerk zu einem noch größeren Teil eigenständig mit Energie versorgen kann.
Im September 2013 ging der Genehmigungsbescheid beim STEB ein. Im Folgemonat reichte die Telefonica Germany GmbH & Co. OHG gegen die Bezirksregierung Detmold eine Klage ein. Sie forderten die Aufhebung der Genehmigung, da für sie eine Beeinträchtigung der Richtfunkstrecke vorlag. Im März 2014 wurde diese Klage jedoch zurückgenommen, nachdem man sich außergerichtlich geeinigt hatte.
Es folgte die Ausschreibungs- und Ausführungsphase. Im April 2014 gab es die erste öffentliche Ausschreing zum "Errichten einer WEA, Typ Enercon E82-E2 und Vollwartungsvertrag für mindestens 16 bis maximal 20 Jahre. Die Beauftragung von Enercon GmbH erfolgte im Mai dieses Jahres. Im Juni 2014 war Baubeginn. Zunächst wurde die Baustelle eingerichtet, sowie die Herstellung der Zuwegung und die Montage- und Kranstellflächen geklärt. Nach ungefähr vier Wochen folgte die Herstellung des Fundamentes, welches noch einmal vier Wochen Arbeitszeit in Anspruch nahm. Im September wurde der Gittermastkran zur Errichtung der WEA angeliefert und aufgestellt. Zum Ende des Jahres erfolgten im Oktober und November der Turmbau, die Montage der WEA bestehend aus Gondel und Rotor sowie Netzanbindungen. Nach sechswöchiger Arbeitszeit soll nun im Dezember die vergütungstechnische Inbetriebnahme, mit anschließendem Probebetrieb und 300 Stunden-Wartung folgen. In den nächsten zwei Monaten soll dann die Abnahme der WEA und die Übergabe an den STEB Paderborn erfolgen.