Auf der Suche nach der verlorenen 8. Tafel
Buchprojekt "Denkmaltopographie Paderborn" schreitet voran
Die Arbeiten an dem Buchprojekt "Denkmaltopographie Paderborn" haben die nächste Etappe erreicht. Im Rahmen der Arbeiten konnte der Kunsthistoriker und städtische Mitarbeiter Dr. Heinrich Otten jetzt den bildhauerischen Schmuck des bekannten Gutshauses Warthe untersuchen. Diesen Schmuck entfernte die Eigentümerin vor rund 35 Jahren von dem damals leerstehenden Gebäude, nachdem eine der acht Tafeln ausgebrochen und entwendet worden war. Die verbliebenden sieben Tafeln sind von der Besitzerin sicherheitshalber eingelagert worden. Das städtische Büro für Denkmaltopographie bittet nun Paderbornerinnen und Paderborner bei der Suche nach der verschwundenen achten Holzschmucktafel um Mithilfe.
Die aus Eichenholz geschnitzten Felder der Holzschmucktafel entstanden 1878 mit dem markanten Gebäude, das den westlichen Zugang in die Stadt bestimmt. Sie waren in das Fachwerk eingelassen. Inspiriert von Vorlagen des 16. Jahrhunderts zeigen sie Köpfe in aufwendigen Rahmungen, umgeben von Rankenwerk (Arabesken), in denen Tiere, Ungeheuer, Engel und Zwerge zu sehen sind. So finden sich beim Landsknecht Flötenspieler und Trommler, beim Jüngling ein pfeilschießender Engel und ein Schildträger, beim Ritter ein lanzenstechender Zwerg, verschiedene Vögel und zwei seltsam erscheinende Figuren mit Brille. „Wo aber ist die fehlende achte Tafel“, fragt sich Dr. Heinrich Otten und ruft zur Ermittlungshilfe auf: “Wer kann Angaben über den Verbleib machen?“ Informationen und Hinweise nimmt Dr. Otten per Telefon (05251/88-2785) oder per Mail (h.ottenpaderbornde) entgegen.
Die Reihe „Denkmäler in Westfalen“ hat das Ziel, alle Denkmäler eines Kreises oder einer kreisfreien Stadt flächendeckend, vollständig und kompakt darzustellen. In einer reich bebilderten Einleitung, einem alphabetisch nach Straßennamen geordneten Katalogteil und einem abschließenden farbigen Kartenteil werden alle Bau- und Kunstdenkmäler wie auch Denkmalbereiche dokumentiert. Die Publikation bildet den Beitrag Westfalen-Lippes zur bundesweiten Reihe „Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland“. Die Reihe dokumentiert seit den frühen 1980er Jahren in bisher fast 200 Bänden das bauliche Erbe der Bundesländer.