Mit dem Bus durch die Kaserne

Voraussichtlich am 2. April kann man sich über die künftige Unterbringung der Paderborner Stadtverwaltung informieren

© Stadt PaderbornBürgerversammlung Rathaus

Die Paderborner Stadtverwaltung ist für die anstehende Umwandlung der militärischen Flächen in der Stadt gut gerüstet. Diese Erkenntnis konnten die etwa 120 Teilnehmer einer Informationsveranstaltung im Paderborner Rathaus mit auf ihren Heimweg nehmen. Im Mittelpunkt der Zusammenkunft stand die geplante Unterbringung der Stadtverwaltung in den historischen Gebäuden der Alanbrooke-Kaserne an der Elsener Straße. Wie Bürgermeister Heinz Paus mitteilte, plane die Verwaltung interessierte Bürgerinnen und Bürger mit Bussen durch diese Kaserne zu fahren und dabei über die vorgesehenen Planungen zu informieren. "Voraussichtlich am 2. April werden wir diese Fahrten anbieten. Wir danken den britischen Streitkräften, insbesondere dem britischen Verbindungsoffizier Ian Grant, dass das möglich ist", so Paus. Neben dem Bürgermeister informierten auch Volker Hermann, Betriebsleiter des Gebäudemanagements der Stadt Paderborn, und der Konversionsbeauftragte der Stadtverwaltung, Thomas Jürgenschellert, sowie die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke über den Stand der Planungen.

Nach aktuellen Aussagen wird die Alanbrooke-Kaserne Mitte 2016 von den britischen Streitkräften geräumt. Der Paderborner Rat hatte Ende des vergangenen Jahres einen Grundsatzbeschluss gefasst, die Verwaltung in dem denkmalgeschützten Area der Alanbrooke-Kaserne unterzubringen. Beschlossen hat das Gremium dabei auch, die Bürgerinnen und Bürger bei diesem Projekt eng mit einzubinden, um mit deren Ideen und Vorschlägen eine optimale Lösung zu erreichen. "Wir entwickeln derzeit ein umfangreiches Beteiligungsverfahren auch für alle weiteren Konversionsaufgaben und werden im Herbst damit beginnen", so Claudia Warnecke.

Derzeit ist die Paderborner Stadtverwaltung auf etwa 20 Standorte im gesamten Stadtgebiet verteilt. Das führt zu Synergieverlusten und erschwert sowohl die Arbeit der Verwaltung als auch die Erreichbarkeit. Wie Volker Hermann berichtete, habe die technische Prüfung ergeben, dass etwa 700 Verwaltungsarbeitsplätze auf dem Gelände untergebracht werden könnten und dies für die Verwaltung ausreichend sei. Für die GKD (Gemeinschaft für Kommunikationstechnik, Informations- und Datenverarbeitung Paderborn) und das Stadtarchiv müssten auf dem Kasernengelände neu gebaut werden. Die durchgeführten Kernbohrungen hätten ergeben, dass die vorhandenen Decken gewechselt werden müssten. Hier sei zum Teil Hüttenschlacke als Füllung verwendet worden. Diese Decken seien für eine intensive Nutzung durch die Verwaltung (schwere Aktenschränke) nicht optimal geeignet und sollten durch Stahlbetondecken ersetzt werden. Zwischen den einzelnen denkmalgeschützten Gebäuden müssten Verbindungen geschaffen werden, um die Barrierefreiheit sicherzustellen. Auch die Raumzuschnitte müssten zum Teil verändert werden, um die Gebäude besser nutzen zu können. Geplant sei auch der Einbau von Dachgauben, um die Dachgeschosse in die Nutzung miteinzubeziehen. Von Seiten des Denkmalschutzes werde das Vorhaben sehr positiv gesehen, so Volker Hermann. Insbesondere werde die einheitliche Nutzung des gesamten Ensembles als sinnvoll und gut eingeschätzt. In seinem Vortrag bezifferte der Betriebsleiter des GMP die Bau- und Planungskosten auf aktuell geschätzt 65,2 Millionen Euro, die Grundstückskosten allerdings noch nicht mit eingerechnet. Seitens des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW liege eine grundsätzliche Absichtserklärung vor, dieses Projekt mit 60 Prozent der förderfähigen Kosten zu unterstützen. Als möglichen Einzugstermin nannte Hermann das Jahr 2019.

Was in Zukunft mit den bisherigen Hauptstandorten der Stadtverwaltung geschehen soll, auch darüber gab die Verwaltung bei dieser Veranstaltung Auskunft. Die Gebäudeteile A+B, die alte Stadtverwaltung aus den 50ziger Jahren, Am Abdinghof könnten danach als Kursräume für die VHS, das Kulturamt oder ähnliches genutzt werden. Zudem wolle der Rat hier eine Anlaufstelle für die Verwaltung. Die Grundstücke an der Pontanusstraße 55 und an der Florianstraße (derzeit Parkplatz) könnten überplant und veräußert werden, gleiches gilt für die übrigen Verwaltungsgebäude am Abdinghof. "Wir werden mit der Veräußerung des Areals an der Florianstraße natürlich warten, bis für das Kasernen-Projekt alles unter Dach und Fach ist", so Volker Hermann abschließend.