"Wir sind auf einem erfolgreichen Weg"
Bürgermeister Heinz Paus begrüßte mehr als 200 Gäste beim Neujahrsempfang im Paderborner Rathaus
Eine erfolgreiche Bilanz des vergangenen Jahres zog Bürgermeister Heinz Paus beim Neujahrsempfang der Stadt im Paderborner Rathaus am Sonntagabend. "Wir sind auf einem guten Weg, unsere Stadt hat sich positiv weiterentwickelt", stellte er fest. Paus führte als Beispiele die Erfolge bei der U-3-Betreuung, die millionenschweren Investitionen in die Schulen und die nicht einfachen, aber gut gemeisterten Umstrukturierungen im Bereich der Energieversorgung an. Einen optimistischen Ausblick gab er für dieses Jahr. Das Planungsverfahren für die Stadtverwaltung in der Alanbrooke-Kaserne werde zügig auf den Weg gebracht. Der Neubau des Parkhauses an der Bahnhofstraße stehe bevor, die Flächen im Viereck Almeaue, Heinz-Nixdorf-Ring, Paderborn/Elsener Straße würden überplant. Mit dem "Tatort Paderborn" mache Paderborn auch in kultureller Hinsicht ab Mai Schlagzeilen.
Festrednerin des Abends war Prof. Dr. Claudia M. Buch, Präsidentin des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle und Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ("Wirtschaftsweise"). Unter dem Titel "Gegen eine rückwärtsgewandte Wirtschaftspolitik" stellte die Professorin der Universität Magdeburg fest, dass sich dei wirtschaftliche Lage in Folge der geldpolitischen Expansion und der Strukturreform entspannt hat. Für dieses Jahr werde in Deutschland ein Wachstum von 1,6 Prozent in Deutschland und von 1,1 Prozent in Europa erwartet. Für die Weltwirtschaft zeichne sich ein moderater Aufschwung ab, der sich allerding noch nicht selbst trage, sondern durch eine expansive Geldpolitik gestützt werde. Kritisch sah die Referentin den viel diskutierten Mindestlohn in Deuschland von 8,50 Euro. Mit einer Übersicht machte sie deutlich, dass er im internationalen Vergleich recht hoch liege, außerdem sei ein Verlust von Arbeitsplätzen zu befürchten. Ihr Fazit: "Die Schuldenkrise in Europa ist noch nicht überwunden - auch wenn sich die Lage durch die Intervention der Europäischen Zentralbank stabilisiert hat. Es sind weitere Schritte hin zu einer stabilen und langfrisitgen Lösung erforderlich. Deutschland sollte dem Eindruck entgegenwirken, von anderen Ländern Reformen zu verlangen, gleichzeitig aber im Inland vor Reformen zurückzuschrecken."
Vertreter aus Politik, Kirche, Stadt, Behörden, Wirtschaft, Vereien und Hochschulen waren zum traditionellen Neujahrsempfang eingeladen worden. Neben den beiden Bundestagsabgeordneten Dr. Carsten Linnemann (CDU) und Burkhard Blienert (SPD) konnte Bürgermeister Heinz Paus auch Altbürgermeister Wilhelm Lüke sowie die Ehrenringträger Josef Hackfort, Joseph Vögele, Paula Hermes, Elsbeth Menneken und Dr. Margit Naarmann begrüßen. Anwesend waren auch Landrat Manfred Müller, Prof. Dr. Nikolaus Risch, Präsident der Universität Paderborn und Schützenobert Elmar Kloke vom Paderborner Bürgerschützen-Verein.
Die Neujahrsansprache des Bürgermeisters im Wortlaut:
Der erste Neujahrsempfang fand am Abend des Neujahrstages des Jahres 2001 statt, und dann gleich mit Wolfgang Schäuble als Referenten.
Eigentlich eine gute Idee, weil damit keine Terminkollision zu befürchten war.
Aber es zeigte sich im Laufe der Jahre, dass es doch sehr schwierig war, hochrangige Referenten für den Abend des Neujahrstages zu gewinnen.
Und somit sind wir auf den ersten Sonntag nach den Weihnachtsferien gekommen.
Schön, dass Sie heute Abend zu unserem Neujahrsempfang hier in das historische Rathaus gekommen sind. Ich freue mich, dass ich erneut eine große Anzahl an Repräsentanten unserer städtischen Bürgergesellschaft, Vertreter von Institutionen aus der Region begrüßen kann. Ich hoffe, dass auch mein
Nachfolger, der dieses Amt am 23.06. dieses Jahres antreten wird, diese Tradition beibehalten wird.
Dieser Abend ist auch ein Dankeschön für Ihren großen Einsatz für unsere Stadt.
Sie alle sind Ehrengäste. Dennoch will ich einige Namen besonders nennen.
Wir wollen das halten wie immer: den Begrüßungsapplaus gibt’s zum Abschluss der Gästeliste, dann umso heftiger.
Auch diesmal will ich den Neujahrsempfang nutzen, um Bilanz zu ziehen, wo stehen wir, wie ist es in diesen vergangenen 12 Monaten gegangen, was dürfen wir für die nächsten 12 Monate erwarten?
Ich bin in den vergangenen Jahren, als es bei dem einen oder anderen großen Projekt hakte, schon mal damit vorgeführt worden, wenn ich gesagt habe: „Wir sind auf einem guten Weg.“ Ich habe mich aber nicht irre machen lassen.
Ich halte daran fest. Wir dürfen in Paderborn äußerst dankbar dafür sein, dass sich unsere Stadt in den vergangenen Jahren so positiv weiterentwickelt hat. Das wird uns auch immer wieder von Beobachtern von außen, aber auch von Gästen der Stadt bestätigt.
Auch die Statistik belegt das. Wir sind in Paderborn nach wie vor eine junge Stadt, haben nach wie vor
Bevölkerungswachstum, und zwar vor allem auch durch einen immer noch deutlichen Geburtenüberschuss, sind immer noch im Städtevergleich eine sehr junge Stadt, beherbergen überdurchschnittlich viele junge Menschen, junge Familien in unseren Mauern. Das gibt unserer Stadt enorme Dynamik, zumal die jüngste Prognose des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik für die Stadt Paderborn bis 2030 von einem Bevölkerungswachstum von 9% ausgeht, während fast alle Kommunen im Umland mit einem Bevölkerungsschwund rechnen müssen, z. B. der Kreis Höxter minus ca. 16 Prozent. Wir können uns über Rekordzahlen am Arbeitsmarkt freuen. Noch nie gab es so viele Arbeitsplätze in Paderborn. Nicht nur unsere Wirtschaft ist erfolgreich.
Eng verbunden damit ist der nach wie vor anhaltende enorme Erfolg unserer Universität.
Sie ist für die Zukunft unserer Stadt existenziell.
Wir haben in den vergangenen Jahren das Miteinander noch enger geknüpft. Der Rat hat in der Universität getagt. Verwaltungsvorstand und Präsidium haben regelmäßige Treffen verabredet. Stadt und Universität streiten gemeinsam für noch mehr studentischen Wohnraum in Paderborn.
Schön, dass durch die Initiative der Universität mit Unterstützung von Stadt und Wirtschaft über „Paderborn überzeugt“ die Basis für das Konfuzius-Institut Westfalen geschaffen werden konnte: Eine große Chance für den
Wirtschaftsstandort Paderborn aber auch für die Kultur und den Sport in unserer Stadt.
Auch in den vergangenen 12 Monaten war absolute Priorität der städtischen Politik, Kindern und Jugendlichen, die in unserer Stadt heranwachsen, optimale Rahmenbedingungen zu schaffen.
Mit einer großen Kraftanstrengung haben wir es geschafft, dass jedes Kind im Alter zwischen 1 und 3 Jahren, dessen Eltern einen Krippenplatz benötigen, ein Betreuungsangebot erhält. Die Quote liegt jetzt bereits bei 37%. Wir werden hier weiter investieren müssen und wollen, weil der Trend zur Ganztagsbetreuung auch von Kleinkindern weiter anhalten wird.
Der Trend zum Ganztag ist auch bei den Grundschulen und weiterführenden Schulen ungebrochen. Schon ca. 40% aller Grundschulkinder sind in Gruppen der offenen Ganztags-Grundschule. Die dritte Gesamtschule, die im vorletzten Jahr an den Start gegangen ist, findet guten Zuspruch. Das dürfte auch für die Sekundarschule, die in den Räumen der bisherigen Hauptschule Mastbruch in diesem Jahr mit dem Anmeldeverfahren startet, zu erwarten sein.
All das, aber auch das Gymnasium nach 8 Jahren haben enorme Investitionen ausgelöst. Aktuell sind zwei große Schulbauvorhaben in Gang: Wir sanieren das Gymnasium Schloß Neuhaus komplett mit einem zweistelligen Millionenbetrag. Für die kommenden Jahre stehen nochmals mehrere Millionen für den Ausbau der Gesamtschule Elsen und die Weiterentwicklung der Friedrich-von-Spee-Gesamtschule im Finanzplan.
Da wir Sitz einer Landessportschule geworden sind, wird für das Reismann-Gymnasium eine Dreifach-Sporthalle errichtet. Insgesamt haben wir in den vergangenen Jahren weit über 65 Mio. EUR für unsere Schulen investiert. Unsere Schulen befinden sich in einem hervorragenden Zustand. Das wird uns auch immer wieder von Vertretern der Bezirksregierung bestätigt.
Wir können uns aber auch darüber freuen, dass die Qualität unserer Schulen sich immer wieder durch Erfolge bei Schulwettbewerben bestätigt. Ein aufrichtiges Dankeschön den Verantwortlichen unserer Schulen, den Kollegien. Ihr Einsatz ist ein Einsatz für eine gute Zukunft unserer Stadt.
Ein zentrales Thema bei den Jahresbilanzen der vergangenen Jahre war die schwierige Haushaltssituation der Stadt. Hier kann ich eine gewisse Entwarnung geben. Die Konsolidierungsanstrengungen der vergangenen Jahre machen sich bezahlt und wir profitieren von der guten wirtschaftlichen Entwicklung. Erstmals liegen die Einnahmen bei der Gewerbesteuer wieder auf dem Niveau des Jahres 2008, auch die übrigen Steuereinnahmen haben kräftig zugelegt. Danach dürften wir wohl das vergangene Jahr mit einer „schwarzen Null“ abgeschlossen haben. Auch für die nächsten Jahre rechnen wir nicht damit, dass wir ein Haushaltssicherungskonzept brauchen.
In meiner Amtszeit habe ich vier große Umstrukturierungen im Bereich der Energieversorgung mitgestaltet.
Zunächst haben wir die städtischen Gasleitungen an PESAG verkauft, einen Betriebsführungsvertrag für unser Wasserwerk mit der PESAG geschlossen, der PESAG, an der wir seit jeher eine Beteiligung von ca. 1/3 hatten. Der Ertrag dieser Transaktion: 102 Mio. EUR, die uns in den vergangenen Jahren einige Leuchttürme für die Zukunftsentwicklung unserer Stadt ermöglicht haben. Auch aus heutiger Sicht eine gute Entscheidung.
Dann sind in einem weiteren Schritt EMR im Norden (Herford, Minden, Stadthagen) und Wesertal AG (Lippe, Hameln-Pyrmont) auf die PESAG verschmolzen worden. An der dann umfirmierten „E.ON Westfalen Weser AG“ mit Sitz in Paderborn waren wir danach noch mit ca. 11% beteiligt.
2008 gab es den „Reg.ion-Prozess“. Hauptgesellschafter E.ON wollte mehr zentralen Einfluss auf den regionalen Vertrieb. Wir haben das letztlich mit einem umfangreichen Vertragswerk ermöglicht, mit – wie sich im Nachhinein herausgestellt hat – sehr guten Absicherungen für die kommunalen Partner.
Anfang 2012 hat E.ON uns in der kommunalen Familie dann seine 67%ige Beteiligung zum Kauf angeboten. In einem Verhandlungsmarathon mit den Verantwortlichen der Kommunen der Region, bei dem ich einer der beiden Verhandlungsführer war, ist es gelungen, diesen Anteil gemeinsam zu erwerben. Die Stadt Paderborn hält jetzt gut 22% an dem vereinigten Unternehmen, das sich im Wesentlichen auf den Betrieb der Netze beschränkt. Das Unternehmen hat sich vom E.ON Konzern abgekoppelt, steht jetzt auf eigenen Füßen, die Gremien sind konstituiert.
In der letzten Sitzung des Aufsichtsrates der Paderborner Kommunalbetriebe hat Herr Hartmann, unser Kämmerer, uns vorgerechnet, dass wir mit den mittelfristig aus dem Unternehmen zu erwartenden Beteiligungsergebnis, dem Ergebnis aus dem Wasservertrag, den wir mit dem Unternehmen geschlossen haben, in der Lage sind, unsere Bäderverluste, aber auch die Verluste im ÖPNV, komplett abzudecken.
Ein Grund, bei dieser Gelegenheit unserem Kämmerer, der die wesentliche Last der Verhandlungen getragen hat, ein herzliches Dankeschön zu sagen. Im Bereich der lokalen Energieversorgung werden die Karten aktuell neu gemischt. Der Aufsichtsrat der PKB wird in den nächsten 3 Monaten zu klären haben, ob es auch für Paderborn neue Stadtwerkeaktivitäten z. B. im Bereich Strom- und Gasvertrieb bzw. Erzeugung geben wird.
Stichwort PaderSprinter: Schon seit Anfang des Jahres fahren die Busse unter 100%iger städtischer Regie.
In den nächsten Monaten wird zu klären sein, ob es vor allem unter steuerlichen Gesichtspunkten sinnvoll sein kann, das Unternehmen unter Beibehaltung der alleinigen städtischen Verantwortung in das Unternehmen Westfalen Weser Energie KG einzubringen.
Das weitere große, zentrale Thema des vergangenen Jahres: Konversion.
Die Briten haben im März angekündigt, dass sie definitiv Ende 2018 aus Deutschland und damit auch aus Paderborn abziehen werden. Die Alanbrooke-Kaserne an der Elsener Straße werden sie schon Mitte 2016 aufgeben.
Wir haben das zum Anlass genommen, unsere Bemühungen in Sachen Konversion weiter zu intensivieren.
Wir haben uns in der Verwaltung personell verstärkt, eine Arbeitsgruppe des Rates für das Thema eingerichtet und erste Dialoge mit der Bürgerschaft, mit den Institutionen in Stadt und Region geführt.
370 ha Kasernenfläche, ca. 1.000 Arbeitsplätze, ca. 1.500 Wohnungen, um nur diese Zahlen zu nennen: eine große Herausforderung für unsere Stadt.
Für eine nach wie vor wachsende, dynamische Stadt aber vor allem eine große Zukunftschance.
Die Ankündigung der Briten hat auch eine weitere zentrale Konsequenz gehabt:
Ende des vergangenen Jahres hatten wir das Vergabeverfahren für eine neue Stadtverwaltung an den Standorten Florianstraße/Abdinghof auf den Weg gegeben. Die Ankündigung der Briten hat uns nochmals zum Nachdenken veranlasst. Ergebnis ist: Der Rat hat in seiner Novembersitzung eine Weichenstellung vollzogen. Da das Ergebnis einer umfassenden Untersuchung belegt hat, dass die denkmalgeschützten Gebäude der Kaserne an der Elsener Straße für eine Unterbringung der gesamten Stadtverwaltung geeignet sind, werden dort ab Herbst 2016 die Bauarbeiten zur Umgestaltung des Kasernenareals für die Paderborner Stadtverwaltung beginnen können.
Am Standort Abdinghof könnten in der alten Paderborner Stadtverwaltung aus den 50er Jahren ein Kulturrathaus und eine Anlaufstelle für die Verwaltung verbleiben.
Den übrigen Gebäudekomplex, also die alte Sparkasse und die alte Volksbank, sollen in absehbarer Zeit an den Markt gebracht werden.
Maßgeblich für diese Entscheidung war auch, dass uns das Land einen Zuschuss in Höhe von 60% in Aussicht stellt, ein aufrichtiges Dankeschön in Richtung Düsseldorf für die gute Zusammenarbeit bei der Vorbereitung dieser Entscheidung.
Nach Jahrzehnten intensiver Diskussionen: endlich eine optimale Unterbringung der Paderborner Stadtverwaltung, Chancen, zusätzliche Synergien zu heben, den Bürgerservice noch stärker zu optimieren.
Die Paderborner Innenstadt ändert ihr Gesicht. Aktuell erneuern wir die Straßen und Gassen in der östlichen Innenstadt. Mitte Mai werden wir dort voraussichtlich die neue Volkshochschule im Komplex des alten Stadelhofs einweihen können.
Mit der Entscheidung des Bau- und Planungsausschusses sind jetzt auch die Weichen für die Umgestaltung des Dom- und Marktplatzes sowie die Revitalisierung der Königsplätze getroffen. Am Domplatz wird es bereits in diesem Jahr mit der Verlegung neuer Kanäle losgehen. Endlich bekommen die Königsplätze ihre zweite Chance.
In diesem Zusammenhang, aber auch bei der Entwicklung des integrierten Verkehrskonzeptes Innenstadt haben wir eine Reihe neuer Beteiligungsformen, runde Tische, lange Tische, Werkstattverfahren, zu einer noch vertiefteren Bürgerbeteiligung eingesetzt. Ich werde mit der Technischen Beigeordneten, Frau Warnecke, gemeinsam in den nächsten Wochen dem Rat einen Vorschlag unterbreiten, wonach wir solche neuen Beteiligungskonzepte grundsätzlich bei bedeutenden Bau- und Planungsvorhaben in der Stadt Paderborn einsetzen werden.
Es hat auch bei dem einen oder anderen Bauvorhaben gehakt. So konnten wir die Borchener Straße nicht wie geplant zum Liborifest endgültig wieder für den Verkehr freigeben. Schuld war der lange Winter und die Tatsache, dass für die Stadt überraschend im erheblichen Umfang vor allem Gasleitungen erneuert werden mussten, wodurch sich dann auch die Straßenbauarbeiten erheblich ausweiteten.
Eine der Konsequenzen: Um die Bürger frühzeitig, aber auch während der laufenden Bauarbeiten an Straßen, Wegen, aber auch bei großen Hochbauvorhaben – städtischen und privaten –, stets auf dem Laufenden zu halten, um Verständnis für Baumaßnahmen zu werben, Anregungen zur Optimierung zu erhalten, wird es einen zusätzlichen Mitarbeiter im Amt für Öffentlichkeitsarbeit geben mit dem Auftrag, die Kommunikation rund um größere Bau- und Planungsvorhaben zu optimieren.
Ein Thema, das uns auch in den nächsten Monaten und Jahren intensiv beschäftigen wird: geordnete Weiterentwicklung der Windenergienutzung, möglichst breiten Konsens zwischen Investoren, Landwirtschaft und vor allem der davon betroffenen Bürgerschaft.
Übrigens ein Teil des Klimaschutzkonzeptes, das im Technischen Rathaus erarbeitet wird.
Ich müsste noch vieles sagen.
Zum Beispiel, dass wir auch in 2013 unserem Anspruch gerecht geworden sind, die Sportstadt in OWL zu sein. Das haben wir an diesem Wochenende bei der Sportlerehrung deutlich unterstrichen.
Wir dürfen uns über tolle Leistungen im Spitzensport, deutsche Meisterschaften und vieles mehr freuen. Der SCP hat sich in der 2. Liga mit guten Leistungen etabliert. Das gilt auch für die Baskets. Gerade waren Mitglieder des Sportausschusses unseres Landtages in Paderborn. Man beneidet uns um die tollen Sportanlagen, die hier den Bürgern zur Verfügung stehen.
Auch beim Thema Kultur konnten wir erneut als Oberzentrum punkten. Die CREDO-Ausstellung war ein großer Erfolg. Das belegt auch die Tatsache, dass der Bundespräsident nach seinem Eröffnungsbesuch nochmals zu einem privaten Besuch nach Paderborn in die Ausstellung gekommen ist.
Aktuell läuft eine große Gallaus-Retrospektive, die ich nur wärmsten anempfehlen kann. Die neue Truppe, die jetzt in unserem Theater auf der Bühne steht, hat sich schnell die Anerkennung der Paderborner Theaterfreunde gesichert.
Ganz wichtig: In Paderborn hat sich in den letzten Jahren eine tolle Ehrenamtskultur entwickelt. Auch ich kann das nicht mehr komplett überblicken. Viele Menschen bringen ihre speziellen Kenntnisse und Fertigkeiten ein, viele Bürgerinnen und Bürger profitieren davon.
Eine Bereicherung für unsere Stadt.
Und:
Der Paderborner Weihnachtsmarkt gewinnt immer mehr Freunde. Es tut uns in der Stadt gut, dass sich so viele Menschen auf dem Marktplatz, dem Domplatz, auf dem Neuen Platz in geselliger Atmosphäre treffen. Man sieht auch immer mehr Gäste, die von weit her unseren Weihnachtsmarkt aufsuchen.
Was steht 2014 an?
Wir wollen zügig das Planungsverfahren für die Stadtverwaltung in der Alanbrooke-Kaserne auf den Weg geben. Selbstverständlich in enger Absprache mit der Arbeitsgruppe Stadtverwaltung, des Rates und in enger Kommunikation mit der Bürgerschaft.
Der Haushalt hat die Weichen für das neue Parkhaus an der Bahnhofstraße gestellt. Hier wollen wir möglichst auch zusätzlich Platz für Fernreisebusse, aber auch für die Menschen aus Stadt und Region schaffen, die mit Touristikunternehmen von hier zu Busreisen starten.
Wir haben jetzt fast alle Grundstücke zwischen der Bahnhofstraße und dem Bahnkörper in unserem Eigentum. Eine Chance, endlich diesen Stadteingang optimal zu gestalten.
Der Rat hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die die Voraussetzungen dafür schaffen soll, dass die Bürger Anfang 2015 in einem Ratsbürgerentscheid ihr Votum dazu abgeben können, ob die Busse weiter durch die Fußgängerzone fahren sollen oder z. B. alternativ über den Liboriberg.
Wir werden uns weiter intensiv auf das Jahr 2018 und damit den kompletten Abzug der Briten vorbereiten. Es sind bereits zahlreiche Termine der entsprechenden Gremien geplant, wir wollen aber auch frühzeitig und so intensiv wie möglich die Bürger einbeziehen, ihre Ideen und Vorschläge für die Umgestaltung der Kasernenstandorte nutzen.
Eine weitere Herausforderung steht dem Rat bevor: Wir konnten in den letzten Monaten die noch verbleibenden
Flächen im Viereck Almeaue, Heinz-Nixdorf-Ring, Paderborner Straße/Elsener Straße erwerben. Damit kann das gesamte Areal jetzt überplant werden. Ein Rahmenplan sieht dort bereits Sportflächen, u. a. für das Nachwuchsleistungszentrum des SC Paderborn, aber auch neue Gewerbeflächen vor. U. a. wird es auch möglicherweise um ein Jugendsporthotel im Umfeld des Ahorn-Sportparks gehen. Ein erstes Gutachten liegt vor, das deutlichen Investitionsbedarf am Wohnstandort Paderborn dokumentiert. Wie werden wir darauf reagieren?
Zwar hat die UNESCO noch nicht auf Anhieb die besondere Qualität unseres Paderquellgebietes erkannt. Wir bleiben am Ball: Der Rat wird in den nächsten Monaten ein „integriertes Handlungskonzept urbane Wasserlandschaft Paderborn“ beauftragen.
Nachdem Frau Warnecke erfolgreich Mittel für das Konzept Baukultur in der Praxis nach Paderborn holen konnte, wird es jetzt darum gehen, daraus für die Praxis dauerhaft Konsequenzen abzuleiten.
Wir können uns schon jetzt auf eine Wiederauflage von Tatort Paderborn im kommenden Sommer freuen.
Ebenso sind die Weichen dafür gestellt, dass Paderborn in den nächsten Jahren Austragungsort sowohl des Wettbewerbs „Jugend forscht“ als auch des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ auf Bundesebene sein kann. Das steht der jungen Stadt Paderborn sehr gut zu Gesicht, zumal hier auch schon alle 2 Jahre der Bundeswettbewerb „Jugend tanzt“ gastiert.
Ich darf noch nicht sehr viel verraten: Frau Dr. Wandschneider plant erneut ein ganz herausragendes Ausstellungsprojekt in der Reithalle. Das zentrale Thema der Kulturpolitik der Stadt Paderborn wird sicherlich die Entscheidung über die Neuordnung der Museumsstandorte sein, die Herr Venherm, unser Kulturdezernent, in den vergangenen Monaten in zahlreichen Gesprächen vorbereitet hat.
Ja und dann gibt es da noch den 25. Mai 2014. An diesem Tag wird ein neuer Rat gewählt, evtl. auch schon – falls es nicht zu einer Stichwahl kommen sollte – ein neuer Bürgermeister, der dann ab dem 23. Juni 2014 die Verantwortung für diese Stadt übernehmen wird.
Aber noch liegen spannende Monate eines Weges vor uns, den ich gerne mit Ihnen gemeinsam gehen will.
Ich danke Ihnen nochmals recht herzlich für Ihre Unterstützung auch in den vergangenen 12 Monaten.
Ich habe bei meiner Begrüßung den Ehrengast des heutigen Abends bisher nicht erwähnt.
Herzlich willkommen Ihnen, Frau Prof. Dr. Claudia Buch.
Schön, dass Sie wieder einmal in Ihrer „alten Heimat“ sind. Sie sind in Paderborn geboren, haben am Theo Ihr Abitur gemacht und blicken – wie die NW, wo Sie mal ein Praktikum absolviert haben, formuliert: - auf einen „beeindruckenden Lebenslauf“ zurück.
Nach einem Volkswirtschaftsstudium in Bonn und in Eau Claire in Wisconsin in den USA haben Sie nach verschiedenen Stationen am Weltwirtschaftsinstitut in Kiel promoviert und sich dort auch habilitiert.
Danach waren Sie Professorin für Wirtschaftstheorie an der wunderschönen Eberhard-Karls-Universität in Tübingen.
Nach dem Vorsitz im wissenschaftlichen Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium wurden Sie 2011 in den Beirat des Europäischen Ausschusses für Systemrisiko berufen. Seit fast 2 Jahren sind Sie Mitglied im exklusiven Club der Wirtschaftsweisen, exakt formuliert im „Sachverständigenbeirat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung“.
Seit kurzem leiten Sie das IWH in Halle mit dem ehrgeizigen Anspruch, es wieder in die Spitzengruppe der Wirtschaftsinstitute zu bringen, das kleinste der Wirtschaftsinstitute und das einzige in Ostdeutschland.
Wir haben 2008/2009 die massivste Wirtschaftskrise der vergangenen Jahrzehnte erlebt, eine Finanzkrise, die rasch zur Krise der Realwirtschaft wurde, die jetzt vor allem als „Eurokrise“ immer noch das Topthema auf der deutschen und europäischen Agenda ist.
Die jüngsten Umfragen zum Jahreswechsel zeigen, dass sowohl die Bürger als auch die Verantwortlichen der Wirtschaft mit großem Optimismus in das neue Jahr gehen.
Bei allen klingt aber auch die Besorgnis darüber an, ob es wirklich gelingen wird, die Eurokrise dauerhaft in den Griff zu kriegen.
Wir freuen uns, dass wir mit Ihnen eine der herausragenden deutschen Wirtschaftswissenschaftlerinnen zu unserem Neujahrsempfang hier in Paderborn begrüßen können, in der Stadt, der Sie sich nach wie vor als Ihrer alten Heimatstadt Paderborn in besonderer Weise verbunden fühlen.
Herzlich willkommen, Frau Prof. Dr. Buch, wir sind gespannt auf Ihren Vortrag.