Auch mal das Lieblingsessen in der Mensa
Befragung der Stadt Paderborn zur Schulverpflegung jetzt ausgewertet
Nur jeder zehnte Schüler an weiterführenden Paderborner Schulen findet es "uncool" in der Mensa zu essen. Gut Dreiviertel der Schülerinnen und Schüler, die in den Mensen essen, finden es wichtig, dass es ein warmes Essen in der Mensa gibt. Diese und weitere Ergebnisse brachte eine Befragung, die die Stadt Paderborn jetzt ausgewertet hat. Neben den Fragen zum Speisenangebot konnten die Schülerinnen und Schüler sich unter anderem auch zur Mensagestaltung, zum Personal, zur Schülereinbindung und zur Atmosphäre im Allgemeinen äußern.
Befragt wurden die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen sechs, acht und elf.
2733 Schülerinnen und Schüler haben im Befragungszeitraum vom Ende November bis Ende Januar einen Fragebogen ausgefüllt. Das entspricht einer Beteiligung von fast 75 Prozent. Die außerordentlich gute Beteiligung macht auch deutlich, wie wichtig Schulverpflegung im Zuge des Ganztags geworden ist. So haben 14 von 15 in Frage kommenden Schulen ihren Schülerinnen und Schülern den Zugang zur Befragung ermöglicht. Die Befragung war über das Online-Schulnetz "Lernstatt Paderborn" abgewickelt worden. Die Idee dazu kam von der Schulpflegschaftsvorsitzenden des Gymnasiums Theodorianum. An den Gymnasien Theodorianum, Reismann und Pelizaeus sowie an der Friedrich-von-Spee-Gesamtschule fanden in den letzten Jahren schon schulinterne Befragungen statt.
Von den befragten Schülerinnen und Schülern gehen 37 Prozent regelmäßig in die Mensa (1- bis 5-mal in der Woche), neun Prozent nutzt die Mensa nur ab und zu und 54 Prozent gaben an „nicht in der Mensa zu essen“. Fünf Prozent der Schülerinnen und Schüler ernähren sich vegetarisch, Neun Prozent sind durch Lebensmittelunverträglichkeiten oder Allergien in der Lebensmittelauswahl eingeschränkt und elf Prozent können auf Grund religiöser Speisenvorschriften bestimme Lebensmittel nicht essen.
An den Tagen, an denen die Schülerinnen und Schüler nicht in die Mensa gehen, essen über die Hälfte mittags Zuhause, bei Verwandten/Freunden oder bringen sich etwas von Zuhause mit. Alternativ gibt es auch noch den Kiosk, Imbiss, Bäcker oder Supermarkt. Vier Prozent der Schülerinnen und Schüler essen mittags gar nichts.
Von den Schülerinnen und Schülern, die regelmäßig in der Mensa essen, finden es 76 Prozent wichtig bis sehr wichtig, dass es ein warmes Essen in der Mensa gibt. Insbesondere älteren Schülerinnen und Schüler, die viel Nachmittagsunterricht haben, möchten nicht auf ein warmes Mittagessen verzichten.
Auf die Frage: „Wie schmeckt das Essen in der Mensa“ antworteten 22 Prozent „immer gut“ und „meistens gut“, 40 Prozent mit „mal gut, mal schlecht“ und 38 Prozent mit meistens schlecht“ oder „immer schlecht“. Auffallend ist, dass die jüngeren Schülerinnen und Schüler den Geschmack des Essens besser beurteilen als die älteren.
Gute Bewertungen gab es für das Personal an der Essensausgabe, das überwiegend als freundlich eingestuft wurde und größtenteils auf die Wünsche der Schülerinnen und Schüler eingeht. Ebenfalls gut bewertet wurde die ausreichende Essenszeit, die Lautstärke sowie die Einrichtung und die Atmosphäre in den Mensen.
Auch die Meinung der „Nichtesser“ wurde abgefragt. Im Fokus stand dabei die Frage: „Warum isst du nicht (mehr) in der Mensa?“ Die fünf häufigsten Gründe sind:
1. Weil ich in der Zeit lieber etwas anderes tue.
2. Weil ich mir mittags etwas am Kiosk, Bäcker etc. kaufe.
3. Weil ich mir das Essen von Zuhause mitbringe.
4. Weil meine Freunde auch nicht in der Mensa Essen
5. Weil mir das Essen in der Mensa nicht schmeckt.
Verglichen mit ähnlichen Befragungen im Bundesgebiet sind die Ergebnisse der Paderborner Schulen durchschnittlich. "Dennoch sehen wir hier Handlungsbedarf und möchten insbesondere das Speisenangebot verbessern, um die Zufriedenheit der Schülerinnen und Schüler mit dem Schulessen sowie die Akzeptanz der Mensen zu erhöhen", so Beigeordneter Wolfgang Walter.
Ein großer Wunsch der Schülerinnen und Schüler wäre es, mehr Auswahlmöglichkeiten zu haben und auch mal auf das Lieblingsessen zurückgreifen zu können. "Dieser Gedanke wurde beim letzten Treffen der Verpflegungsbeauftragten der weiterführenden Schulen diskutiert und beschlossen, das Speisenangebot für die Schülerinnen und Schüler zu erweitern", so die für die Schulverpflegung zuständige Barbara Lenniger vom Schulverwaltungs- und Sportamt.
Nach den Osterferien werden die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, frei zwischen den Gemüse- und Stärkebeilagen (Nudeln, Kartoffel, Reis) zu wählen. Bis jetzt waren diese fest den Menüs zugeordnet. Um noch mehr Abwechslung in die Speisenpläne zu bringen, wird einmal im Quartal eine Mottowoche (z.B.: türkische, russische, italienische Woche oder regionale Küche) angeboten. Außerdem soll es jeden Monat ein „High Light“ wie z.B. den Burger zum „Selberbauen“ geben.
Weitere Informationen zu den Umfrageergebnissen und zur den Änderungen des Verpflegungsangebots finden Sie unter: http://www.paderborn.de.
Als Schulträger ist die Stadt zuständig für die Schulverpflegung an 34 Schulen und versorgt etwa 6500 Schülerinnen und Schüler mit einem warmen Mittagessen.