„Es kommt auf das gleiche Verständnis von Inklusion an“

Auftaktveranstaltung „MIT UNS ZUM WIR – Inklusion in Paderborn“

© Stadt PaderbornAuftaktveranstaltung, Daniel Höing, Hotel Aspethera

„Damals kannte man das Wort Inklusion nur in Fachkreisen“, so Hubert Hüppe in seinem Gastvortrag auf der mit über 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gut besuchten Auftaktveranstaltung „MIT UNS ZUM WIR – Inklusion in Paderborn“ im Hotel Aspethera. Mit verschiedenen Alltagsbeispielen von Inklusion Suchenden machte der in der 17. Legislaturperiode Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen auf die fehlende Wertschätzung von Betroffenen aufmerksam. Sich „dem Thema nicht versperren“, eine „selbstverständliche Offenheit“ gegenüber Investitionen und Maßnahmen an den Tag legen – das waren seine Forderungen.

Es komme auf das gleiche Verständnis von Inklusion an, so auch der vorherrschende Tenor der Veranstaltung. So wurde deutlich gemacht, dass Inklusion keineswegs nur Menschen mit Behinderung betrifft, sondern beispielsweise auch Kinder und Jugendliche mit besonderen Herausforderungen, Migranten, Senioren und viele mehr. Der Inklusionsprozess bezieht alle Menschen ein und ist deshalb für die gesamte Paderborner Gesellschaft von Bedeutung.

Als symbolische Starthilfe überreichten die Moderatoren an den Beigeordneten Wolfgang Walter, den Sozialamtsleiter Ludwig Koch sowie Stefanie Laufkötter, Koordinierungsstelle für Inklusion, in Plakatrollenform die inklusiven Werte: „Jede und jeder ist einmalig!“, „Gilt für alle Menschen!“, „Niemand wird ausgegrenzt!“ oder „Inklusion heißt Vielfalt zu erkennen und wertzuschätzen!“ Werte, die im Inklusionsprozess eine außerordentlich wichtige Rolle spielen. Bürgermeister Heinz Paus wünschte allen Anwesenden und der Stadt viel Ausdauer und gute Ideen für den laufenden Entwicklungsprozess. Ein Herzliches Dankeschön richtete er auch an die Organisatorin der Veranstaltung, Stefanie Laufkötter, die diesen Auftakt bereits Monate im Voraus koordiniert und geplant hatte.

Neben dem Vortrag von Hubert Hüppe und der Vorstellung eines möglichen Inklusionsweges für Paderborn stand ein „inklusives“ Theaterstück mit dem Titel ,,Hat nicht jeder das Recht auf Glück und Liebe?“ auf dem Programm. Die Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrganges des Edith-Stein-Berufskollegs sorgten für gute Unterhaltung und spiegelten das Thema Inklusion ausgezeichnet wieder. Für die musikalische Begleitung der Veranstaltung sorgte die Band „Blackout 2014“ der Sertürnerschule, welche aufgrund ihrer Vielfalt der Kulturen selbst ein Musterbeispiel für Inklusion darstellt.

An dem Abend standen am Entwicklungsprozess der Inklusion Interessierte dem Moderationsduo Andrea Rokuß und Thomas Werner Rede und Antwort: Sie führten mit rund 20 Vertreterinnen und Vertretern aus der Politik, der Stadtverwaltung, weiteren Behörden von Wohlfahrtsverbänden, freien Trägern, Vereinen und der Zivilgesellschaft Interviews. Das Ergebnis waren unterschiedliche Vorstellungen, Erfahrungen, aber auch Ideen und Wünsche rund um das breite Thema Inklusion. Bei dem Auftakttreffen fanden sich zunächst fünf Arbeitsgruppen zu den Handlungsfeldern „Bildung, Jugendhilfe und Schule“, „Freizeit, Kultur und Mobilität“, „Bauen und Wohnen“, „Arbeit, Ausbildung und Beschäftigung“ sowie „Dienstleistung und Kommunikation“ zusammen. Mehr als 80 Personen fassten während der Auftaktveranstaltung den Entschluss, sich ebenfalls an dem Inklusionsprozess aktiv zu beteiligen.

Weitere Interessierte können sich jederzeit bei der Koordinierungsstelle für Inklusion im Sozialamt der Stadt Paderborn melden (Kontaktdaten unter www.paderborn.de/inklusion oder E-Mail an inklusionpaderbornde). Dort erfahren sie auch die Termine der künftigen Arbeitsgruppentreffen.