„Keine Idylle“ von Alexandra Knie

Ausstellung im Bilderbogen eröffnet

© Stadt PaderbornAusstellung, Daniel Höing, Bilderbogen im Stadthaus Am Abdinghof

Am Dienstag, 11. März, hat Bürgermeister Heinz Paus die Ausstellung „Keine Idylle“ der Künstlerin Alexandra Knie im Bilderbogen in der Stadtverwaltung Am Abdinghof eröffnet. Sie zeigt eine Auswahl verschiedener Werke der Jahre 2008 bis 2014, die in Zeichnung, Siebdruck, Malerei und textilkünstlerischer Gestaltung umgesetzt sind. Die auch als „textile Viren und Strukturen“ beschriebenen Arbeiten können noch bis zum 30. April besichtigt werden.

„Ein Wechselspiel von Mikrokosmos und Makrokosmos gibt den Blick frei auf eine Auseinandersetzung mit „populären“ Viren, wie dem Herpes-Virus oder Influenza-Virus beispielsweise“, beschreibt Knie ihre Malereien und Zeichnungen und die im klassisch gestickten Kreuzstich gefertigten Werke. Knie: „Diese Viren sind vielfach künstlerisch gestaltet und spielen mit Kontext- und Wahrnehmungsverschiebungen. In der Unterschätzung des Kreuzstiches liegt das künstlerische Potential zur Pertubation und Transformation dessen, in Malerei und Zeichnung, wie auch in der textilen Umsetzung.“

Die nach dem mikroskopischen Querschnitt gestickten und gemalten Viren erscheinen zunächst abstrakt in ihrer Form- und Farbgebung. Erst auf den zweiten Blick suggerieren sie einen fatalen Blick auf die Wirklichkeit. Die scheinbar dekorative Form des Kreuzstiches entspricht der allgemeinen gesellschaftlichen Haltung gegenüber der textilen Technik: Sie ist „nett“, „altmodisch“ und als „eine Hausfrauentätigkeit“ abzutun. Blumenmotive, die bis heute aus der Biedermeierzeit stammen, oder idyllische Landschaftsszenen, bestimmen die Motivpalette der Kreuzstichmuster. Diese vorgeschobene Idylle verharmlost die textile Technik des Kreuzstichs und unterdrückt eine zeitgenössisch positive Einstellung, bietet die Künstlerin einen Zugang zu ihren Arbeiten an.

Textile Strukturen, wie etwa von computergenerierter Spitze, Lochstickerei und Stickgewebe, werden zeichnerisch und grafisch umgesetzt zu Systemfehlern im Gewebe selbst und Störungen in gesellschaftlichen Netzwerken und (Macht-)Strukturen. Im Fokus stehe dabei die fotografische Konfrontation mit der Realität, im Besonderen mit der Wirtschaftskrise in Spanien und deren sozialen Auswirkungen, veranschaulicht die aus Mechernich stammende Knie ihre künstlerische Perspektive.

Am Eröffnungstag bot auch die Paderborner Kunsthistorikerin Monika Schäfer den Anwesenden mit ihrem einführenden Vortrag eine Erläuterung der präsentierten Werkschau an: „Knies Arbeiten versuchen, neue Quellen von Originalität auszuloten.“ „Herzlichen Dank, dass sie Gast in unserem Haus sind“, freute sich zudem das Stadtoberhaupt, Bürgermeister Heinz Paus, über die „spannende Ausstellung“ im Bilderbogen.

Alexandra Knie absolvierte ein Studium der Malerei an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, in Alfter bei Bonn. Nach einem Auslandssemester in Genua, einer Referententätigkeit in den Kunstwerkstätten des Seminary of Catholic Church in Peking, China, studierte sie 2009 auch Mode-Textil-Design sowie Kunst und Kunstvermittlung an der Universität Paderborn. Seit 2013 ist sie dort als Lehrkraft für besondere Aufgaben im Fach Textil/Gestaltung tätig.

Mehr Informationen zur Künstlerin finden Interessenten auf ihrer Homepage www.AlexandraKnie.de.