Konversionsprozess kommt ins Rollen

Partnerschaft zwischen der Stadt Paderborn und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben unterzeichnet

© Stadt PaderbornUnterzeichnung, Jens Reinhardt, Stadthaus Am Abdinghof

Mit einer Rahmenvereinbarung wollen die Stadt Paderborn und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ihre Zusammenarbeit bei der Umwandlung militärischer Flächen für zivile Zwecke vertiefen. Für die Stadt Paderborn unterzeichneten Bürgermeister Heinz Paus und Claudia Warnecke, Technische Beigeordnete, die Vereinbarung, für die Bundesanstalt Direktor Dr. Gerald Brummund und Regierungsdirektor Bernd Grotefeld.

Die Liegenschaften sind Eigentum des Bundes und werden von der Bundesanstalt verwaltet. Die Stadt Paderborn und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sind sich einig, dass die Konversion, also die geplante Einbindung der Fläche in den öffentlichen Raum, eine gemeinsame Aufgabe darstellt, die nur in partnerschaftlicher Zusammenarbeit erfüllt werden kann. Dr. Gerald Brummund freute sich über den „frühen Zeitpunkt, zu dem die Vereinbarung unterzeichnet wurde".

Die der zivilen Nutzung wieder einzugliedernden Fläche beinhaltet fünf Kasernen mit einer Gesamtfläche von rund 373 Hektar; die Alanbrooke Barracks, Barker Barracks, Dempsey Barracks, Athlone Barracks und die Normandy Barracks, sowie der Standortübungsplatz Lieth. Hinzukommen weitere 790 bundeseigene Wohnobjekte, die in den Paderborner Wohnungsmarkt integriert werden sollen und diverse Infrastruktureinrichtungen wie Schulen und Kindergärten. Randbereiche des Truppenübungsplatzes Senne können ebenso in den Konversionsprozess miteingebunden werden.

Ziel ist es, die Flächen zeitnah für die zivile Nutzung zur Verfügung zu stellen. Zu berücksichtigen sind hierbei die städtebaulichen und strukturpolitischen Ziele der Stadt und das Verwertungsinteresse der Bundesanstalt. Trotz dieser zunächst scheinbar unterschiedlichen Interessenlagen kann doch gemeinsam eine werthaltige und langfristig nachhaltige Flächenentwicklung, sowie eine städtebaulich qualitätvolle Neugestaltung der Flächen erreicht werden. In diesen Prozess soll die Bevölkerung eng eingebunden werden.

Das Zusammenspiel von Stadt und Bundesanstalt ist von einem transparenten Austausch über Ziele, Strategien und Maßnahmen, und einer offenen Informations- und Kommunikationsstruktur geprägt. Zur Förderung des Prozesses rund um die Nutzbarmachung der militärischen Fläche wird eine Lenkungsgruppe, unter Vorsitz des Bürgermeisters initiiert. Dieser sieht „eine große Chance für die zukünftige Stadtentwicklung Paderborns." Weitere Mitglieder sind der Leiter der Hauptstelle Portfoliomanagement der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben der Direktion Dortmund, Bernd Grotefeld, der Verkaufsteamleiter Westfalen/OWL der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Peter Waanders, die technische Beigeordnete der Stadt Paderborn Claudia Warnecke, sowie der stellvertretende Amtsleiter des Stadtplanungsamtes Paderborn, sowie Konversionsbeauftrage Thomas Jürgenschellert.

Neben dieser Lenkungsgruppe, die für die effektive und partnerschaftliche Arbeit einberufen wird, als auch über konkrete Verfahrensabläufe, aufgabenbezogene Aufgabenteilung, Planung und Kostenverteilung entscheidet, wird des Weiteren die Bundesanstalt in die Projektgruppe Konversion der Stadt eingebunden, die den Konversionsprozess im Einzelnen durch regelmäßigen Informationsaustausch und Abstimmungen gestaltet.

Die Bundesanstalt nimmt die Eigentümerfunktion bis zum Weiterverkauf der genannten Fläche wahr und wird die Kampfmittelsondierung und -räumung, als auch die Altlastenermittlung und –sanierung im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben durchführen.