„Eine neue Stadt entsteht“ – Wiederaufbautagung in Paderborn

„Garant für Qualität ist die Verbindung von Historie und Moderne“

© Stadt PaderbornGruppenfoto, Daniel Höing, Rathausplatz/Marienplatz

Die zweitägige Tagung „Eine neue Stadt entsteht“ ist jetzt am Samstag erfolgreich zu Ende gegangen. Bis zu 200 Interessenten besuchten die Veranstaltung im Rathaus, um mehr über die unterschiedlichen Konzepte des Wiederaufbaus in der Bundesrepublik Deutschland nach 1945 zu erfahren. Darunter waren neben Fachvertretern auch viele Bürgerinnen und Bürger, die sich für die Wertschätzung der Paderborner Baukultur und die Wiederaufbauleistung interessierten. Das Resümee der Referenten viel am Ende eindeutig aus: Paderborn habe seine Neuordnung im Wiederaufbau mit großer Qualität umgesetzt und den Spagat zwischen Historie und Moderne beispielshaft gemeistert. Die Tagung ist gemeinsam vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und der Stadt Paderborn veranstaltet worden.

Nach den verheerenden Bombenangriffen des zweiten Weltkriegs, bei denen 85 Prozent der Bausubstanz in der Paderborner Innenstadt zerstört wurde, habe die Stadt die Chance einer sinn- und qualitätvollen Neuordnung ausgezeichnet gelöst, bewertete der LWL-Chefdenkmalpfleger Dr. Markus Harzenetter die Wiederaufbauleistung der Paderborner. Viele Städte in Deutschland seien mit ähnlichen Problemen konfrontiert worden. Nach der Zerstörung sei man in Paderborn aber nicht nach einer eher traditionellen - rein restaurativen Lösung - und auch nicht nach dem Tabula rasa-Prinzip, im Sinne einer radikalen Neuordnung von Grund auf, vorgegangen. „Eine behutsame und differenzierte Betrachtung“ habe hier für die erfolgreiche Umsetzung gesorgt. Dr. Bettina Heine-Hippler von der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen ergänzte: „Paderborn ist nicht nur im Hinblick auf die Wiederaufbaumasse bewertet worden. Der Garant für Qualität ist vor allem die Verbindung von Alt und Neu, von Historie und Moderne.“

Dr. Michael Huyer, Referatsleiter der Inventarisation und Bauforschung beim LWL, betonte zugleich die „menschlich-geschichtliche Komponente der Wiederaufbautagung“, die auch Claudia Warnecke, Technische Dezernentin der Stadt, hervorhob: „Dem Ziel, die Baukultur unserer Stadt stärker ins Bewusstsein zu rücken und dabei auch die Wertschätzung zu fördern, ist man mit dieser gut besuchten Tagung ein ganzes Stück näher gekommen.“ Bewusstseinsschaffung sei zudem kein Selbstzweck, sondern ein wichtiger weicher Faktor, der im Endeffekt für die Stadt eine konkrete wirtschaftliche Bedeutung habe.

Bürgermeister Heinz Paus: „Wir können durchaus stolz auf die Qualität des Wiederbaus in Paderborn sein.“ Paderborn ist ein gutes Beispiel für einen überlegten Umgang mit dem Thema Wiederaufbau“, lobte Dr. Markus Harzenetter die Baukultur und Wiederaufbauleistung der Paderstadt.

Umgesetzt wurde ein einmaliges Veranstaltungskonzept, bei dem ausdrücklich nicht Fachexperten in Klausur gingen, sondern der direkte Kontakt zwischen Fachleuten und Interessierten aus Paderborn nicht nur gesucht, sondern insbesondere auch im Rahmen der gut besuchten Abendveranstaltung gefunden wurde.