Zum Tode Theodor Fockeles

Paderborner Stadtarchiv erinnert an einen großen Kenner der Paderborner Stadtgeschichte

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Kurz vor Vollendung seines 90.Lebensjahres ist Theo Fockele am 31. Oktober 2014 verstorben. Mit ihm verliert Paderborn einen ausgewiesenen Kenner der Stadtgeschichte. Große Teile seines Nachlasses, die für die Überlieferung der Stadt bedeutend sind, werden nun im Stadtarchiv Paderborn aufbewahrt, darunter Sammlungen zu Paderborner Themen, häufig mit eigenen Randnotizen, eigene Manuskripte und vor allem reichlich Bildmaterial.

Am 2. Mai 1925 in Paderborn geboren, verbrachte Fockele seine Kindheit am Tegelweg. Nach dem Krieg beteiligte er sich vehement am Wiederaufbau, vor allem in der Dombauhütte, aber auch im sportlichen Vereinswesen, engagierte sich als Übungsleiter, Geschäftsführer und 25 Jahre als Vorsitzender der von ihm 1948 mit wieder gegründeten DJK-SSG Paderborn. Sport und Jugend standen stets im Zentrum des öffentlichen Lebens Theo Fockeles. Als einer der ersten absolvierte er an der neu gegründeten Pädagogischen Akademie eine Ausbildung zum Lehrer und fand hier seine Berufung. Nach Stationen in Bad Lippspringe, an der Meinwerkschule, in Marienloh und von 1955 bis 1968 an der Domschule wurde er schließlich zum Konrektor und stellvertretenden Schulleiter der Kilianschule ernannt. Überall erwarb er sich großen Respekt als Pädagoge und Erzieher. In der praktischen Arbeit, verabschiedete ihn anerkennend Rektor Paul Steinke 1986 in den Ruhestand, sei er nie nur der Zweite, sondern oft der „eigentliche Erste“ in der Schulleitung gewesen.

Bei allen Verdiensten, die sich Fockele als Lehrer und Begleiter zahlloser Jugendlicher gemacht hat, erwarb er sich große stadtgeschichtliche Meriten durch die Mitbegründung des Paderborner Schulmuseums und durch seine publizistische Tätigkeit, vor allem, wie sollte es anders sein, über die Paderborner Schulgeschichte. Bekannt sind seine „Kleine Paderborner Schulgeschichte“ und seine Arbeit über das Elementarschulwesen im 19. Jahrhundert „Schulreform von oben“. Fehlendes Bildmaterial ersetzte der talentierte Künstler kurzerhand durch eigene Zeichnungen und Aquarelle, kannte er doch viele ehemalige Schulgebäude noch aus eigener Anschauung.

Für all diese Leistungen erhielt er 2008 den Bürgerpreis der Bürgerstiftung Paderborn.

Bis ins hohe Alter konnte der sprach- und wortgewandte Fockele mit Sinn und Verstand begeisternd erzählen. Als Domführer und in Gesprächsrunden wusste er oft mit eigenen Erlebnissen zu fesseln, aber auch den Stadtarchivaren stand er bei kniffligen Fragen etwa der Bildidentifizierung oft mit Rat und Tat an der Seite. So scheint es nur folgerichtig, dass nun große Teile seines Nachlasses des respektierten Pädagogen, talenterten Künstlers, beliebten und kenntnisreichen Erzählers im Stadtarchiv verwahrt werden.