Aus alt mach neu

Die Geschichte und zukünftigen Nutzung des alten Stadelhofes

© Stadt PaderbornDSC_8210.JPG, Ines Wäntig, Paderborn
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Nach zwei Jahren umfangreicher Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten ist die Volkshochschule Paderborn in ihr neues Domizil „Am Stadelhof 8“ eingezogen. Dies ist nicht nur ein großer Schritt für die Volkshochschule, sondern auch für die Stadt Paderborn. Mit dem Umzug in die neuen Gebäude werden bei der VHS erstmals seit ihrer Gründung im Jahr 1946 Kursgeschehen und Geschäftsstelle an einem Ort vereint. Sie erhält damit als kommunales Weiterbildungszentrum eine noch bessere Verortung und Identität. Die Nachbarschaft zu anderen Bildungsinstitutionen wie etwa der Bildungsstätte Liborianum, dem Institut für Religionspädagogik und Medienarbeit im Erzbistum Paderborn (IRUM) und der Katholischen Bildungsstätte (KBS) wird darüber hinaus Synergien schaffen und zu einer Aufwertung des Quartiers als Bildungsviertel führen.
Darüber hinaus bieten die neuen Gebäude der VHS auch ganz neue Möglichkeiten und Chancen für das Weiterbildungsangebot der VHS. So werden im historisch bedeutsamsten Gebäude, dem sogenannten Gadem (Doppelfachwerkhaus) ein modernes onlinebasiertes Selbstlern- und ein Bildungsberatungszentrum entstehen. Dieses Gebäude bietet zudem mit seiner Caféhaus-Atmosphäre ein großartiges Ambiente für kleinere Lesungen, Vorträge und Diskussionen. Die Seminarräume in allen drei Gebäuden sind mit neuester Technik, wie etwa Multifunktionswänden ausgestattet. Zudem kommen ergänzend mobile Laptops zum Einsatz. Im Eingangsbereich des ehemaligen Wirtschaftsgebäudes befindet sich nun ein Kundencenter als erste Anlaufstelle für Kursteilnehmer und Interessierte. Der große Saal, der mit seinem offenen weißen Dachstuhl an ein „Beach-House“ in den Hamptons erinnert, wird ebenfalls eine multifunktionale Nutzung bekommen. Dort werden zukünftig Wochenend-Workshops, größere Vorträge und Präsentationen sowie Ausstellungen stattfinden.
Bei den Gebäuden handelt es sich um ein historisches Ensemble, bestehend aus einem Neo-Renaissancebau mit Wirtschaftsgebäude aus dem Jahre 1851 sowie einem Doppelfachwerkhaus von 1730. Auch der Grund und Boden ist von großer stadtgeschichtlicher Bedeutung: archäologische Grabungen belegen, dass das Areal bereits im 11. Jahrhundert besiedelt war und Zeugnis von der Anfängen Paderborns gibt. Unter Denkmalsschutz stehen auch die aus Kalkbruchsteinen errichteten Hofmauern. Die Stadt Paderborn hat diese denkmalgeschützten Häuser und das fast 2.000 Quadratmeter große Gelände mit finanzieller Unterstützung des Landes NRW erworben und aufwendig renoviert. Dabei wurde auf die Erhaltung bauzeitlicher Details besonderes Augenmerk gelegt. Mit dem Umbau der Gebäude beauftragte die Stadt das Paderborner Planungsbüro "Architektur-Werk-Stadt", das seine Sensibilität und Kompetenz bei der Anpassung historischer Bausubstanz an die funktionalen Bedürfnisse der Moderne schon bei der Umgestaltung des Historischen Rathauses in 2007 eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Der Gebäudekomplex am Stadelhof stellte die Planer jedoch vor noch weitaus größere Herausforderungen, galt es doch unter Einhaltung erheblicher Denkmalschutzauflagen ehemalige Wohn- und Wirtschaftsgebäude an die Funktionalität einer öffentlichen Bildungseinrichtung anzupassen. So lagen die Geschosse der drei benachbarten Gebäude etwa auf zwölf unterschiedlichen Höhenebenen, was die Realisierung von Barrierefreiheit sehr erschwerte. Doch das Ergebnis überzeugt in jeder Beziehung! Es ist ein modernes puristisches Kleinod mit speziellem Ambiente entstanden, in dem die Geschichte Paderborns weiterhin sichtbar, lebendig und erlebbar bleibt. Die Unterbringung der Volkshochschule in diesen Gebäuden ist ein Granat für eine hohe Nutzungsintensität. Wir sind davon überzeugt, dass die Volkshochschule am Stadelhof schnell zu einem Lieblingsort der Paderborner und Paderbornerinnen wird.
Die Stadt Paderborn freut sich, ihre „neue“ Volkshochschule am 25.10.2014 um 11 Uhr mit einem Festakt mit geladenen Gästen und einem sich anschließenden „Tag der offenen Tür“ für alle Interessierten eröffnen zu dürfen. Sie sind herzlich zu diesem Event eingeladen.