Die Farbe zählt

Veranstaltungen zum „Tag des offenen Denkmals“ in Paderborn

© Stadt PaderbornStadelhof Neubau (nachher), Klahold
© Stadt PaderbornStadelhof (vorher)
© Stadt PaderbornLangenohlkapelle, Güse

In diesem Jahr wird der „Tag des offenen Denkmals“ europaweit am 14. September begangen. Von der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz ist das Thema „Farbe“ als Motto ausgerufen worden. Auch die Stadt Paderborn feiert den europaweiten Denkmaltag so wie auch in den letzten Jahren mit kostenlosen Führungen durch beliebte Denkmäler im Stadtgebiet, bei denen das Gestaltungselement Farbe eine wichtige Rolle spielt. Die Pfarrkirche St. Heinrich und Kunigunde in Schloß Neuhaus, das Gebäudeensemble Stadelhof, die Schreibwerkstatt im Diözesanmuseum, die Grabungen auf dem Gelände des ehemaligen Landeshospitals sowie die Langenohlkapelle auf dem Ostfriedhof können unter professioneller Führung erlebt werden. Die Besichtigungen werden jeweils in Gruppen mit einer begrenzten Teilnehmerzahl stattfinden.

Das diesjährige Motto widmet sich einem wahrhaftigen Universalthema. Die Wahrnehmung unserer Umwelt prägt neben der formalen Gestalt eines Objektes ganz wesentlich seine farbliche Erscheinung und die vorherrschenden Lichtverhältnisse. Die Frage nach dem farblichen Äußeren seit der Erschaffung der Objekte und die Art der Instandsetzung von Baudenkmalen ist von großer Bedeutung. Sie beschäftigt Restauratoren und Denkmalpfleger in ihrem Beruf tagtäglich. Die Fachleute legen nicht nur Farbschichten frei, reinigen und konservieren, sondern sie müssen auch entscheiden, ob und in welcher Weise sie Farbgebungen erneuern und Malereien ergänzen.

Die kath. Pfarrkirche St. Heinrich und Kunigunde, erbaut in den Jahren 1665 bis 1668 in spätgotischer Form, ist in Bezug auf ihre Innenausstattung eines der bedeutendsten Gotteshäuser des Hochstifts. Im Jahre 1668 entstand bei Errichtung der Kanzel erstmalig das in der Fachwelt bekannte „Fürstenberger Rot“ als Farbfassung. Das „Smalte Blau“ im Kreuzrippengwölbe ist ebenfalls eine Besonderheit, die anlässlich der letzten Renovierung wieder hervorgehoben wurde. Die Führungen in der Pfarrkirche beginnen um 11 Uhr und 15.30 Uhr. Treffpunkt ist das Löwen-Portal. Michael Pavlicic wird die Gruppe leiten.

Das derzeitige Erscheinungsbild des Gebäudeensembles Stadelhof wurde im Rahmen der Sanierung - zur Nutzung durch die Volkshochschule - dem ursprünglichen, bauzeitlichen Zustand weitestgehend wieder angepasst, erhält aber auch sehr zeitgenössische Gestaltungselemente. Die neue Farbgebung beruht dabei zum Teil auf restauratorischen Farbbefunden. Führungen werden hier stündlich um 10.30 Uhr, 11.30 Uhr, 14 Uhr und 15 Uhr mit den Referenten Thomas Günther, Uwe Balhorn und Dr. Bettina Heine-Hippler angeboten. Treffpunkt ist die Adresse Am Stadelhof 8 auf dem Hof.

„Vom Pigment zur Farbe“- In den Skriptorien des Mittelalters mussten Tinte und Farben zunächst aufwendig von Hand hergestellt werden. Woher die kostbaren Pigmente kamen, wie sie angerieben und womit geschrieben wurde, können Besucher ab 8 Jahren in der Schreibwerkstatt des Diözesanmuseums erfahren und sich selbst als Kopisten ausprobieren. Die Referentin Claudia Westermann führt um 14 Uhr und 17 Uhr durch das Programm. Teilnehmer treffen sich im Foyer des Diözesanmuseums. Um 14 Uhr findet eine zusätzliche Führung durch die aktuelle Ausstellung statt.

Die Grabungen auf dem Gelände des ehemaligen Landeshospitals stehen bei Führungen um 11 und 14 Uhr im Mittelpunkt. Die Referenten Dr. Sven Spiong und Christoph Kühne führen über die Ausgrabung zu den Spuren der Siedler der ersten Jahrhunderte nach Christus, der westlichen Außensiedlung der Burg Karls des Großen und den Überresten der im 12. Jahrhundert geplanten mittelalterlichen Stadt. Im Anschluss an die etwa 30 Minuten dauernde Führung werden ausgewählte Funde der Grabung gezeigt. Treffpunkt ist der Eingang zum Hospital in der Kisau.

Die Langenohlkapelle auf dem Ostfriedhof kann von 12 bis 14 Uhr unter professioneller Führung von Heike Wehner besichtigt werden. Dem interessierten Publikum werden die denkmalpflegerischen bzw. restauratorischen Voruntersuchungen und deren Inhalte anhand freigelegter Befunduntersuchungen aufgezeigt. Die Interessenten treffen sich am Eingang der Kapelle.