40 Jahre Großstadt Paderborn
Bevölkerungsentwicklung der letzten vier Jahrzehnte
Still und heimlich feierte die Stadt Paderborn am 01. Januar ihr 40 jähriges Großstadtjubiläum. Zum 01.01.1975 trat in Nordrhein-Westfalen die kommunale Gebietsreform in Kraft, aus der unter anderem die Stadt Paderborn in ihren heutigen Grenzen hervorging. Die Ortsteile Marienloh und Wewer waren bereits einige Jahre zuvor eingemeindet worden. Neu kamen Schloß Neuhaus, Elsen, Sande, Benhausen, Neuenbeken und Dahl dazu. Die Großstadt Paderborn startete damals mit einer Bevölkerungszahl von 103.230 Einwohnern.
Heute zählt man hier 147.180 Einwohner. Das sind fast 44.000 oder 42,6 Prozent mehr.
Das Einwohnerwachstum der vergangenen Jahrzehnte setzt sich wie folgt zusammen. In dieser Zeit wurden rund 57.070 Paderborner und Paderbornerinnen geboren, es verstarben 44.850 Personen. Damit ist die Stadt auf natürliche Art und Weise um 12.220 Einwohner gewachsen und gehört heute zu den wenigen Großstädten in Deutschland, die noch einen Geburtenüberschuss aufweisen können.
Zugezogen sind in den letzten 40 Jahren 275.460 Personen. Das sind fast doppelt so viele, wie Paderborn heute Einwohner hat. Aber es sind auch 243.720 Einwohner im Laufe der Zeit fortgezogen. Daraus ergibt sich ein Wanderungsgewinn für die Stadt von 31.740 Menschen.
Diese starken Zu- und Fortzüge haben auch die Struktur der Einwohnerschaft nachhaltig geprägt und verändert. Waren damals fast 78.800 Personen also 76 Prozent Mitglied in der katholischen Kirche, so sind es heute mit 73.550 nicht viel weniger aber doch nur noch 50 Prozent der Einwohner. Ihren Höchststand erreichte die Zahl der katholischen Christen in Paderborn im November 1991 mit 83.800 Einwohnern. Das entsprach damals fast 67 Prozent der Bevölkerung. Seitdem geht die Zahl langsam aber kontinuierlich zurück.
Die Zahl der evangelischen Christen ist dagegen immer relativ gleichmäßig mitgewachsen und hat sich vom Anteil her kaum verändert. 1975 gab es mit gut 19.300 Personen rund 18,7 Prozent evangelische Einwohner. Heute beträgt der Anteil mit knapp über 28.000 Einwohnern genau 19,0 Prozent.
Aus beiden Entwicklungen wird klar, dass heute in Paderborn sehr viele Einwohner verschiedenster Glaubensrichtungen oder ganz ohne Bekenntnis leben. Vor 40 Jahren lebten ca. 5.160 Personen ohne Bekenntnis in Paderborn. Heute sind es mit über 45.600 Einwohnern und ca. 31 Prozent schon fast ein Drittel aller Paderbornerinnen und Paderborner.
Auch die Zahl der ausländischen Mitbürger ist von 1975 bis 2015 gewachsen, wobei es hier zwischenzeitlich immer wieder auch Phasen der Stagnation gab. Am 01.01.1975 lebten rund 6.960 Ausländerinnen und Ausländer in der neugeschaffenen Großstadt Paderborn. Das entsprach damals 6,7 Prozent der Einwohnerschaft. Heute leben hier 14.370 (9,8 Prozent) Mitbürger ohne deutschen Pass. Betrachtet man die Menschen mit Migrationshintergrund, so gab es 1975 rund 16.210 (15,7 Prozent), die ihre eigenen Wurzeln oder die ihrer Eltern nicht in Deutschland hatten. Heute sind dies über 36.100 (24,5 Prozent) Menschen. Paderborn ist also im Laufe der letzten 40 Jahre nicht nur stark gewachsen sondern in der Bevölkerungsstruktur deutlich bunter und internationaler geworden.
Auch die Zusammensetzung der Geschlechter hat sich im Laufe der Zeit verändert. So waren 1975 die Frauen mit 54.410 Personen gegenüber 48.820 Männern mit fast 5.600 Einwohnern deutlich in der Überzahl. Heute haben sich die Verhältnisse sehr stark angenähert. Den 74.419 Frauen stehen jetzt 72.764 Männern gegenüber.
Da sich in den 70er Jahren der sogenannte „Pillenknick“ auch in Paderborn auswirkte, ist erstaunlicherweise die Altersgruppe der unter 3-jährigen heute sogar um fast 600 Kinder oder 16,3 Prozent stärker als 1975. Alle anderen Altersklassen von Kindern und Jugendlichen weisen dagegen heute niedrigere Zahlen auf. Am größten ist der Unterschied bei den Grundschulkindern von 6 bis 9 Jahren (1.680 Kinder weniger) und bei den 10 bis 13-jährigen (1.870 Jugendliche weniger). Alle Altersgruppen der Erwachsenen sind im Vergleich zu 1975 heute deutlich stärker besetzt. Bei den 45- bis 64-jährigen sind es heute 19.880 Personen mehr. Prozentual hat am stärksten die Altersklasse der über 80-jährigen zugenommen. Fast 5.000 Personen mehr, das bedeutet eine Zunahme um 279 Prozent.
Auch bei den Stadtteilen hat sich in den vergangenen vierzig Jahren viel getan. Von der Personenzahl her ist die Kernstadt mit 16.500 Bewohnern am stärksten gewachsen. Gefolgt von Schloß Neuhaus mit 9.370 (+ 57,2 Prozent) und Elsen mit 8.080 (+ 99,8 Prozent) Einwohnern mehr. Prozentual am größten war das Wachstum in Dahl mit 139,4 Prozent und in Sande mit 116,6 Prozent. Die übrigen Ortsteile bilden ein breites Mittelfeld ab: Benhausen + 72,2 Prozent, Marienloh + 49,0 Prozent, Neuenbeken + 28,1 Prozent und Wewer + 64,3 Prozent.