„Lust auf Paderborn“

Bürgermeister Michael Dreier begrüßte zum Neujahrsempfang – Festredner Prof. Dr. Nikolaus Risch trug sich ins Goldene Buch ein

© Stadt PaderbornNeujahrsempfang_2015, Daniel Höing, Rathaussaal
© Stadt PaderbornGoldenes Buch, Daniel Höing, Rathaussaal

„Wir alle haben gemeinsam daran mitgewirkt, dass Paderborn nach wie vor auf einem sehr guten Weg ist. Wir werden auch zukünftig zusammen alle Anstrengungen unternehmen, unser Paderborn auf Kurs zu halten und unsere Ziele zu erreichen“, begrüßte Bürgermeister Michael Dreier die Gäste auf dem Neujahrsempfang im Paderborner Rathaus am Sonntagabend. Festredner Prof. Dr. Nikolaus Risch, Präsident der Universität Paderborn, trug sich in das Goldene Buch der Stadt ein.

Dass die Stadt den richtigen Kurs eingeschlagen habe, zeige auch der Zukunftsatlas des Prognos-Instituts, der Stadt und Kreis Paderborn als zukunftsfähige Region einordnet, so Dreier in seiner Neujahrsansprache. Der Wirtschaftsstandort Paderborn habe in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung eingeschlagen. „Daran hat auch unsere Universität einen erheblichen Anteil.“
Den Aufstieg des SC Paderborn 07 bezeichnete das Stadtoberhaupt als Ergebnis harter und konsequenter Arbeit. „Der Fußball hat der Stadt 2014 eine erhebliche nationale Bekanntheit ermöglicht.“ Erstklassig sei auch das breite Kulturprogramm, mit dem Paderborn in der Vergangenheit oft beeindruckt habe. Den Anstrengungen unseres Kulturamtes sei es zu verdanken, dass Paderborn sich 2015 in eine Reihe bedeutender Städte wie beispielsweise Tel Aviv, Rom, Breslau und Paris einreihen könne: In der Zeit vom 21. Februar bis 21. Juni wird die Ausstellung „Die Brueghel-Familie“ mit Werken der flämischen Malerdynastie des 16. und 17. Jahrhunderts gezeigt.
Die Aufnahme von Flüchtlingen aus Krisengebieten, die Konversion der von den Briten genutzten Flächen mit Hilfe eines beispielhaften Bürgerbeteiligungsprozesses, die Umsiedlung der Stadtverwaltung und die Einrichtung der Paderborner Stadtwerke seien weitere Herausforderungen, die jetzt anstehen und aufzeigen, dass „in Paderborn nicht nur der Fußball rolle sondern in vielen Bereichen erstklassige Arbeit geleistet wird und sich Paderborn weiterhin als eine dynamische sich ständig in Bewegung befindende Stadt profiliert“, so der Bürgermeister vor mehr als 200 geladenen Gästen im Saal.

Prof. Dr. Nikolaus Risch, Festredner des Abends, machte mit seinen Worten „Lust auf Paderborn“. Lust sei der beste Motor, so Risch in seinem von Manfred Hinrich entliehenem Zitat und lobte damit die stete Motivationsleistung und den Tatendrang der Paderbornerinnen und Paderborner. Schon Heinz Nixdorf habe damals die Weichen gestellt, für das neue Selbstverständnis der Paderborner. „Dank ihm hat sich die Stadt zu einem starken IT-Standort entwickelt“, so Risch. „Wir gehen hier in Paderborn vernünftig miteinander um und haben stets den Willen in uns, besser werden zu wollen.“ Lust auf Paderborn bedeute auch eine emotionale Bindung mit der Stadt einzugehen. Die Verantwortung der Paderborner liege zudem in der Teilhabe und Chancengleichheit. Damit könnte auch nationalen Problemen wie beispielsweise der Pegida-Bewegung entgegengewirkt werden. Risch sprach sich auch weiter für eine enge Kooperation zwischen Stadt und Universität aus: „Wir wollen gemeinsam mit Studenten und Bürgern einen kleinen Schritt nach dem anderen aneinandersetzen.“ Mit der Zukunftsmeile an der Fürstenallee, der Initiative „Wohnraum für Studierende“ oder „Campus meets City“ gebe es schon gute Beispiele für fruchtbare Kooperationen.

Für seine Verdienste um die Stadt Paderborn wurde Risch auch mit einem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt geehrt. Bürgermeister Michael Dreier lobte das Engagement und den Einsatz des Präsidenten für die Universität und den Standort Paderborn. Der Festredner trug sich an dem Abend im Beisein des ehemaligen Bürgermeisters Heinz Paus in das Goldene Buch ein.

Vertreter aus Politik, Kirche, Stadt, Behörden, Wirtschaft, Vereinen und Hochschulen waren zum traditionellen Neujahrsempfang eingeladen worden. Neben dem Bundestagsabgeordneten Burkhard Blienert (SPD) konnte Bürgermeister Michael Dreier auch Altbürgermeister Wilhelm Lüke, den ehemaligen Bürgermeister Heinz Paus sowie die Ehrenringträger Josef Hackfort, Joseph Vögele, Paula Hermes, Günter Bitterberg und Dr. Margit Naarmann begrüßen. Anwesend war auch Landrat Manfred Müller. Für den musikalischen Rahmen sorgte die A cappella-Formation Voisix.

Die Neujahrsansprache des Bürgermeisters im Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Neue Jahr mit einem neuen, unvoreingenommenen Blick auf die Ereignisse um uns herum zu beginnen, ist nicht immer ganz einfach.
Altes hinter sich zu lassen und Neuem mit Zuversicht und Offenheit zu begegnen, ist jedoch gerade in einer Zeit mit vielen offenen Fragen notwendig. Denn bereits im Voraus zu wissen, wie die Zukunft laufen wird, verstellt den Blick auf Möglichkeiten, die uns Lösungen näher bringen können, auch wenn sie unerreichbar scheinen.

Trotzdem ist es ein guter Brauch, sich zum Jahreswechsel an wichtige Ereignisse der vergangenen 12 Monate zu erinnern.
Was haben wir erlebt, welche Ereignisse haben uns besonders berührt und betroffen gemacht und welche Erfahrungen sind im Gedächtnis geblieben.

Zu diesem guten Brauch gehört, sich für das Jahr „alles Gute“ zu wünschen. Dieser Gepflogenheit möchte ich folgen.
Daher heiße ich Sie heute alle zum bereits 15. Neujahrsempfang der Stadt Paderborn herzlich willkommen.

Schön, dass Sie heute Abend alle den Weg in unser historisches Rathaus gefunden haben. Ich freue mich, dass ich erneut eine große Anzahl an Repräsentanten unserer Paderborner Bürgerschaft begrüßen darf, begrüßen möchte ich auch alle Vertreterinnen und Vertreter von Institutionen in der Region. Sie alle haben das Leben in der Stadt Paderborn in den vergangenen 12 Monaten geprägt.

Hierfür ist der Neujahrsempfang ein Dankeschön der Stadt.

Und das ist auch der Grund, warum Sie heute alle Ehrengäste sind.
Ich möchte es mir dennoch nicht nehmen lassen, einige Gäste gesondert zu begrüßen: […].

Das Jahr 2014 war für unsere Stadt wieder sehr ereignisreich, alle Themen und Projekte an dieser Stelle aufzuzählen, würde sicherlich den zeitlichen Rahmen sprengen.
Die Themen des Jahres 2014 beschäftigen uns aber auch in 2015, daher werde ich auf die wichtigen Dinge nicht rückblickend eingehen, sondern Ihnen mit Blick auf neue Jahr thematisch darlegen, wo die großen gemeinsamen Herausforderungen in unserer Stadt liegen.

Lassen Sie mich rückblickend jedoch Folgendes sagen:

Ich habe am 23.06.2014 die Amtsgeschäfte als Bürgermeister der Stadt Paderborn übernommen. Ich habe hier in Paderborn sehr gute Rahmenbedingungen vorgefunden, was mir den Start in meine neue Funktion unglaublich erleichtert hat.

Nach einem knappen halben Jahr nutze ich daher diese Gelegenheit, danke zu sagen - bei allen, die mich in der Anfangsphase meiner ersten Wahlperiode so positiv begleitet haben. Dabei möchte ich auf die Nennung einzelner verzichten, dieser persönliche Dank gilt Ihnen allen!

Wir alle gemeinsam haben daran mitgewirkt, das Paderborn nach wie vor auf einem sehr guten Weg ist! Ich bin mir sicher, dass wir auch in Zukunft zusammen alle Anstrengungen unternehmen werden, unsere Stadt auch weiterhin „auf Kurs“ zu halten und unsere Ziele zu erreichen.
Doch was sind die Themen, die das Jahr 2014 zum großen Teil geprägt haben und das Jahr 2015 ganz sicher prägen werden?

Viele wissen, dass ich im Wahlkampf immer wieder den Satz genutzt habe: geht es der Wirtschaft gut, geht es auch den Menschen gut. Es ist meine feste Überzeugung, dass nur ein starker Wirtschaftsstandort auch das Potential für eine gesamtheitlich positive Entwicklung hat.

Die Darstellung, die ich Ihnen hier zeige kennen Sie so oder in ähnlicher Form vermutlich alle. Alle 3 Jahre erstellt das Prognos-Institut eine Bewertung der Wirtschaft nach Regionen, den sog. Zukunftsatlas. Dieser ist im Jahr 2013 erneut veröffentlicht worden.
Wie Sie sehen, gehören Stadt und Kreis Paderborn gemeinsam zu den zukunftsfähigen Regionen Deutschlands. Ein Blick auf die Karte verrät aber auch, dass dies mit Blick auf unser direktes Umfeld nicht selbstverständlich ist.

Mit Platz 93 unter 402 Regionen befinden wir uns im oberen Viertel der Analyse, das dies auch zukünftig so bleibt ist eine der wichtigsten Aufgaben der Stadtentwicklung.
Mit großem Stolz können wir sagen, dass der Wirtschaftsstandort Paderborn in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung genommen hat.

Hierzu trägt ein gesunder Branchenmix, bestehend aus bedeutenden Handwerksbetrieben, einem starken Mittelstand sowie großen Unternehmen mit Weltmarktorientierung, bei.

Wir haben in Paderborn weitere wesentliche Erfolgsfaktoren, die uns von anderen Städten abgrenzen:
Etwa eine hohe Gründungsquote, eine stetige Entwicklung zum Technologiestandort, ein hohes Fachkräftepotential. Daran hat unsere Universität einen erheblichen Anteil. Darauf komme ich aber später noch zu sprechen.
Ein Begriff ist mir in diesem Kontext auch sehr wichtig, nämlich der Begriff Netzwerke. Obwohl wir in einer Großstadt leben, bekomme ich immer wieder gespiegelt, dass in Paderborn kurze Wege vorhanden sind. „Man kennt sich“ und ich glaube das ist ein ganz großer Vorteil in unserer Stadt, dass kurze Kommunikationswege vorhanden sind und Probleme gemeinsam und pragmatisch angepackt werden, um Lösungen zu finden.

Ein starker Wirtschaftsstandort kann jedoch nicht existieren, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen.
Betriebs- und volkswirtschaftlich spricht man von sog. Standortfaktoren. Für mich sind es die Faktoren, die das Leben in einer Stadt lebenswert machen. Es ist unsere große Aufgabe, diese Dinge in die Zukunft zu tragen!
Das Jahr 2014 wird den meisten Paderbornerinnen und Paderbornern sicherlich als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem der SC Paderborn das Wunder geschafft hat, in die 1. Bundesliga aufzusteigen.
Hier muss ich mich selbst korrigieren, denn was für Außenstehende einem Wunder gleich kommt, ist das Ergebnis harter und konsequenter Arbeit.

Dass der sportliche Erfolg unseres SC Paderborn 07 kein Zufallsprodukt ist wird daran deutlich, dass „unser Verein“ auf einem guten Tabellenplatz in die Winterpause geht und in der ersten Saisonhälfte in der Bundesliga „auf Augenhöhe“ mitspielen konnte.
Dafür, dass auch in Spielen Punkte gewonnen werden konnten, bei denen es vorher niemand vorhergesagt hat, gilt mein großer Respekt und meine Gratulation den Verantwortlichen des SC Paderborn sowie dem gesamten Team.

Der Fußball hat im Jahr 2014 der Stadt Paderborn eine erhebliche nationale Bekanntheit ermöglicht. Unterstützt durch die Imagekampagne „Paderborn - Ist – Erstklassig“ konnten wir diese Bekanntheit nutzen, um darauf hinzuweisen, dass in unserer Stadt nicht nur der Fußball dominiert, sondern dass wir auch viele andere Stärken haben.
Wir werden diese Kampagne im Jahr 2015 hoffentlich gleichermaßen erfolgreich fortführen können, um Menschen für unsere Stadt zu interessieren.
Sportliche Großerfolge sind nicht ohne die passenden Rahmenbedingungen denkbar. In Paderborn war es seit jeher ein Anliegen, gute Infrastruktur für den Sport zu schaffen. Es ist kein Zufall, wenn neben dem Fußball noch zahlreiche andere Sportlerinnen und Sportler in den Bundesligen ihrer jeweiligen Disziplinen erfolgreich sind oder etwa als Einzelathleten erfolgreich an Europa und Weltmeisterschaften teilnehmen.

Mit dem Bau des Nachwuchsleistungszentrums für den SC Paderborn, der durch die Stadt Paderborn unterstützt wird, werden wir einen weiteren Meilenstein der Sportinfrastruktur realisieren.
Dies dient dem SC Paderborn zur Erfüllung der Auflagen der DFL und somit einer erfolgreichen und nachhaltigen Nachwuchsarbeit. Es dient aber auch allen anderen Sportvereinen in der Stadt, die davon profitieren werden, dass der SC Paderborn Kapazitäten auf Trainingsplätzen freimachen kann.
Freuen Sie sich mit mir auf spannende sportliche Wettkämpfe in verschiedensten Sportarten im Jahr 2015. Und auch, wenn der SC Paderborn immer wieder selbst den Begriff vom „krassesten Außenseiter der Bundesliga“ prägt, so bin zumindest ich mir sicher, dass mit dem tollem Teamgeist und dem guten Händchen des Cheftrainers der Klassenerhalt geschafft werden kann.

Nicht nur sportlich, auch kulturell ist unsere Stadt erstklassig, dass wissen wir alle!
Das Theater am Neuen Platz oder das Kunstprojekt Tatort Paderborn 2014 sind nur eine ganz kleine Auswahl des breiten Kulturprogramms, das unsere Stadt zu bieten hat. In Zeiten knapper Kassen der Kommunen ist es nicht selbstverständlich, dass kulturelle Einrichtungen unterhalten werden können und ein vielfältiges kulturelles Angebot gewährleistet ist. Handelt es sich doch zumindest formell um eine freiwillige Aufgabe der Kommunen.

Dass wir auch hier gut aufgestellt sind, zeigen die zahlreichen Projekte und großen Ausstellungen der Vergangenheit, die uns als Kulturstadt ein solches Renomée verschafft haben, dass wir im Jahr 2015 wiederum auf ein echtes Highlight von internationalem Rang blicken können.

Den Anstrengungen unseres Kulturamtes ist es zu verdanken, dass wir uns im Jahr 2015 in eine Reihe bedeutender internationaler Städte einreihen dürfen: so z. B. Tel Aviv, Rom, Breslau und Paris.

In der Zeit vom 21. Februar bis 21. Juni wird die Ausstellung „Die Brueghel-Familie“ mit Werken der flämischen Malerdynastie des 16. und 17. Jahrhunderts gezeigt.

Wir werden über 130 bedeutende Exponate als Leihgaben von internationalen Museen und auch aus privaten Sammlungen im Museum in der Reithalle in Schloß Neuhaus haben. Das Interesse an dieser Ausstellung unter Experten ist bereits jetzt sehr groß.

Wir werden Mitte Januar noch intensiver in die Werbung für diese Ausstellung einsteigen. Bereits jetzt rechnen wir mit knapp 45.000 Besuchern.

Jetzt ist Weihnachten gerade vorbei und die meisten Geschenke sind schon übergeben. Ich möchte Ihnen dennoch den Gutschein für den Besuch der Brueghel-Ausstellung ans Herz legen. Ein tolles Geschenk, nicht nur für Paderbornerinnen und Paderborner sondern für alle Kunstinteressierten aus der Region und darüber hinaus.

Ein weiterer wichtiger Faktor für die Lebensqualität unserer Stadt ist das Thema Wohnen.

Dass die Bevölkerungsprognose aussagt, dass wir von einem 9-prozentigen Zuwachs bis 2030 ausgehen können, ist nicht selbstverständlich. Was ein glücklicher Umstand für unsere Stadt ist, muss aber auch durch das Vorhalten attraktiven Wohnraums entsprechend begleitet werden.

Auf der Karte sehen Sie die Gebiete, in denen attraktiver Wohnraum entsteht und entstehen wird. Besonders freue ich mich, dass mit der Erschließung des Bereichs „Springbach Höfe“ ein vollkommen neues Wohngebiet nördlich der Lieth entstehen wird.

Es wird uns ermöglichen, Wohnen in hoher städtebaulicher Qualität zu realisieren. Aus meiner Sicht ein ganz spannendes Projekt und ein Leuchtturm für die Stadtentwicklung.

Auch beim Thema Bildung ist die Stadt Paderborn nach wie vor gut aufgestellt.

Als Oberzentrum hält unsere Stadt Bildungsangebote für jede Zielgruppe vor. Unsere Schullandschaft bedient nicht nur die Bedarfe aus der Stadt Paderborn selbst, sondern auch aus dem Umfeld.

Auf der Folie zu sehen ist ein im Jahr 2014 zur Vollendung gekommener Beitrag zur Bildungslandschaft, nämlich die neu gestaltete Volkshochschule in den historischen Gebäuden des Stadelhofes.
Ich glaube sagen zu können, dass wir mit einer wirklich gelungenen Sanierungsmaßnahme denkmalgeschützter Gebäude eine der schönsten Volkshochschulen in OWL, wenn nicht gar in der Bundesrepublik, realisiert haben.
Dies hat, Dank einer Förderung des Landes, auch wirtschaftlich funktioniert. Die Einweihung des Gebäudes war im Oktober 2014.

Wenn ich über den Standortfaktor Bildung spreche, komme ich unweigerlich zu dem Standortfaktor unserer Stadt schlechthin, nämlich unserer Universität.

Es ist kein Zufall, wenn ich in diesem Jahr Prof. Risch gebeten habe, als Festredner beim Neujahresempfang zu sprechen. Paderborn ist Universitätsstadt, dass wir mittlerweile mehr als 20.000 Studierende an unserer Universität haben spricht für sich.

Unsere Universität bildet die Basis des Technologie- und Hightech-Standortes Paderborn. Nur in einer Stadt, in der qualifizierte Arbeitskräfte vorhanden sind, können sich Technologieunternehmen behaupten.

Mit der geeigneten Infrastruktur, so z. B. dem Heinz-Nixdorf-Institut oder etwa dem Frauenhofer-Institut ist Paderborn wirklich vorbildlich. Als Stadt werden wir alles daran setzen, die Universität weiterhin im notwendigen Rahmen zu unterstützen und – wie bisher - eine enge Beziehung zwischen Stadt und Universität pflegen.
Dass Paderborn ein Standort mit guter Verkehrslage, mit guter Infrastruktur und mit einer zielgerichteten Gewerbeflächenentwicklung ist, ist eine Tatsache. Wir müssen auch zukünftig daran arbeiten, dass diese Standortfaktoren erhalten bleiben, um Paderborn im Wettbewerb mit anderen Städten attraktiv zu halten.

Das Stichwort „Wettbewerb“ bringt mich zu einem weiteren wichtigen Thema, das uns in Paderborn in diesem Jahr beschäftigen wird: Mit Ratsbeschluss vom 18.12.2014 wurde die Entscheidung getroffen, Paderborner Stadtwerke zu gründen. Eine Entscheidung, die sich alle Beteiligten – nicht zuletzt auch aus ordnungspolitischen Gründen – nicht leicht gemacht haben.
Lassen Sie mich hier aber ganz deutlich sagen: Auf Basis der wirtschaftlichen Analysen sowie an Hand der Erfahrungen anderer Städte ist die Gründung eigener, kommunaler Stadtwerke ein wirtschaftlich sinnvoller Schritt mit vertretbarem Unternehmerrisiko. Es wäre aus meiner fahrlässig, eine solche Option nicht zu realisieren. Ich bin gespannt, wie sich der Aufbau des Unternehmens im Jahr 2015 vollziehen wird!

Bei all den Aspekten, die uns in naher Zukunft erwarten werden, möchte ich ein ganz zentrales Thema auch heute nicht aussparen.

Die aktuelle weltpolitische Lage ist geprägt durch Spannungen, Konflikte und Krisenherde. Was vermeintlich in „sicherer Entfernung“ passiert, hat auch ganz konkret Auswirkungen in unserer Gesellschaft.

Die Aufnahme von Flüchtlingen aus Krisengebieten ist ein Beitrag unserer Gesellschaft, den Menschen zu helfen, die gerade in katastrophalen Bedingungen leben müssen. Die Stadt Paderborn stellt sich gern dieser Aufgabe und hat dies in der Vergangenheit auch getan.

Derzeit leben ca. 560 Flüchtlinge in unserer Stadt. Nach aktueller Einschätzung werden auch im nächsten verstärkt Menschen aus Syrien, z. B. aber auch aus Serbien und Albanien bei uns Schutz suchen. Arbeiten wir gemeinsam daran, dass wir Ihnen die bestmögliche Hilfe bieten können.
Die Kapazitäten der städtischen Unterkünfte gelangen dabei an ihre Grenzen. Wir werden aber auch in 2015 alles dafür tun, die Menschen unterzubringen, die zu uns nach Paderborn kommen und ihnen die notwendige Betreuung zukommen zu lassen.

Lassen Sie mich abschließend noch zu einer weiteren Herausforderung der Zukunft kommen, die wir nur alle gemeinsam bewältigen können:
dem Thema Konversion

An dieser Übersicht erkennen Sie nochmal die Kasernenstandorte, die nach dem Abzug unserer britischen Freunde aus Paderborn für die weitere Stadtentwicklung zur Verfügung stehen werden. Sie erkennen, dass 9.000 Briten Paderborn verlassen werden und wir die Frage beantworten müssen, welche Perspektive ca. 750 Zivilbeschäftigte der britischen Armee in Paderborn haben werden.
Wir haben früh erkannt, dass ein solches Thema, dass uns ganz bestimmt mindestens die nächsten 20 Jahre begleiten wird, nicht ohne die Bürgerschaft abgearbeitet werden kann. Daher ist der Konversionsprozess auch beispielhaft für einen Beteiligungsprozess in Bürgerveranstaltungen, aber auch im Internet.

Mir ist es, und das sage ich heute ganz deutlich, ein großes Anliegen, diese vor uns liegende Herausforderungen und zugleich Chancen für die Stadtentwicklung mit allen Beteiligten gemeinsam anzugehen. Damit meine ich Verwaltung und Politik, ich meine die städtischen Institutionen, Vereine aber auch alle Bürgerinnen und Bürger!

In 2015 wird in diesem Kontext auch das Thema der Umsiedlung der Stadtverwaltung wieder eine wichtige Rolle spielen. Die interne Projektgruppe arbeitet intensiv daran, die bisher zusammen getragenen Erkenntnisse zum Standort Alanbrooke aufzuarbeiten, um noch bis Mitte des Jahres 2015 die notwendigen Weichen für das Projekt zu stellen. Ich bin überzeugt davon, dass es sich hierbei nach allen mir vorliegenden Erkenntnissen um die richtige Entscheidung handelt und ich werde das Thema daher weiter eng begleiten und vorantreiben.

Schließen möchte ich mit einem Plakat aus der aktuellen Werbekampagne Paderborn ist erstklassig:

„Bei uns rollt nicht nur der Ball!“

Ich glaube, mit meinen Ausführungen deutlich gemacht zu haben, dass bei uns eben nicht nur der Fußball im Rollen ist, sondern dass wir in vielen Bereichen erstklassig sind, uns auch ständig in Bewegung befinden.
Das ist gut so, denn Stillstand ist Rückschritt.

Dazu haben Sie alle beigetragen, die Sie in unterschiedlichster Weise unsere Stadt prägen und ihren Beitrag leisten. Ganz besonders bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei all denjenigen, die diese wertvolle Arbeit ehrenamtlich erbringen. Ohne das starke Ehrenamt in Paderborn wären wir in vielen Themen heute nicht so gut aufgestellt, wie wir es sind. Das Ehrenamt prägt den Charakter unserer liebenswerten Stadt. Vielen Dank dafür!

In diesem Sinne freue ich mich mit Ihnen gemeinsam auf ein spannendes, bewegtes Jahr 2015 hier in unserer Stadt und bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.