„Bündnis für regionale Baukultur in Westfalen“
Stadt Paderborn ist neues Mitglied
„Die kulturelle Identität unserer Städte und Regionen wird ganz wesentlich durch die gebaute Umwelt geprägt. Diese wollen wir pflegen und angemessen weiterentwickeln.“ So umriss LWL- Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale die Ziele des „Bündnisses für regionale Baukultur in Westfalen“, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) zusammen mit weiteren Partnern im Jahr 2005 initiiert hat. Am Dienstag, 6. Januar, wurde der Stadt Paderborn im Rathaus die Urkunde zur Aufnahme in das Bündnis für regionale Baukultur in Westfalen übergeben.
Das Bündnis wurde ins Leben gerufen, um bei Bauherren und Architekten, aber auch in Politik und Verwaltungen Überzeugungsarbeit zu leisten. Es bildet dabei die gemeinsame Kommunikationsplatt-form. Hier tauschen sich die Partner regelmäßig über ihre Projekte aus. Im Fokus der Bemühungen stehen dabei weniger die Sonderbauten und herausragenden Einzelprojekte als vielmehr die alltäglichen Planungs-, Bau- und Gestaltungsaufgaben.
„Kulturelle Identität kann nicht allein durch Geschichtsbücher, Brauchtumspflege und Museen lebendig erhalten werden. Auch die Baukultur ist identitätsstiftend und trägt maßgeblich zu einem Gefühl von Heimat bei“, stellte Rüschoff-Thale klar. Den Mitgliedern des Bündnisses geht es um eine verstärkte Auseinandersetzung mit der gebauten Umwelt sowie um den Erhalt und die Stärkung der baulichen Unverwechselbarkeit der Regionen Westfalen-Lippes.
Die Aufnahme der Stadt Paderborn in das Bündnis für regionale Baukultur in Westfalen nutzte der LWL auch, um die soeben erschienene Publikation „Eine neue Stadt entsteht - Planungskonzepte des Wiederaufbaus in der Bundesrepublik Deutschland nach 1945 an ausgewählten Beispielen“ vorzustellen. Die Veröffentlichung erscheint in der Reihe „Arbeitshefte der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen“. Sie dokumentiert die gleichnamige Tagung, die der Kulturdienst LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen und die Stadt Paderborn als Kooperationspartner im März 2014 ausgerichtet haben. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Stadt Paderborn, die stark durch die Nachkriegsarchitektur geprägt ist.
„Die Stadt Paderborn und der LWL haben mit der Wiederaufbautagung einen wichtigen Beitrag zum Diskurs über die Bedeutung und die Bewertung der städtebaulichen Entwicklung der Nachkriegszeit geleistet“, erläuterte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale. „Mit der Mitgliedschaft im Bündnis für regionale Baukultur in Westfalen zeigt die Stadt nun ebenfalls, dass sie die Herausforderung der zukünftigen Stadtentwicklung verantwortungsvoll annimmt und sich für eine qualitätsvolle Verbindung von baukulturellem Erbe und zeitgemäßer Architektur einsetzt.“
Bürgermeister Michael Dreier, der die Aufnahmeurkunde und die Publikation von der LWL- Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale entgegennahm, zeigte sich von den Zielen des Bündnisses und der Kooperation mit dem LWL überzeugt: “Regionale Baukultur ist ein wichtiger Beitrag zur Identifikation der Bürger mit ihrer Heimat.“ In Paderborn gebe es eine ganze Reihe guter Beispiele dafür, dass man sich dem verantwortungs- und respektvollen Umgang mit dem baukulturellen Erbe verschrieben habe. “Wir werden das Bündnis unterstützen und unseren Teil dazu beitragen, dass Westfalen auch zukünftig ein ebenso vielfältiges wie identifizierbares baukulturelles Profil hat“, fasste er abschließend die Rolle der Stadt Paderborn im Bündnis zusammen.