Vernetzte Welt - Grünbrücken
Lichtbildervortrag am Dienstag im Naturkundemuseum
Am Dienstag, 27. Januar, findet um 19.30 Uhr im Naturkundemuseum im Marstall ein interessanter Lichtbildervortrag statt. Auf Einladung des Naturwissenschaftlichen Vereins Paderborn berichtet Oliver Sielhorst vom Naturschutzzentrum Forsthaus Steinbeke über die Erfahrungen mit Grünbrücken.
Unzerschnittene Naturräume gibt es in unserer dicht besiedelten Region nicht mehr. Straßen, Siedlungen und Bahnlinien machen es vielen Tierarten unmöglich, neue Lebensräume zu besiedeln. Viele Arten sind aber auf Wandermöglichkeiten angewiesen, da sie weitläufige Lebensraumansprüche haben und den genetischen Austausch innerhalb ihrer Art brauchen. Auch bei uns im Kreis Paderborn hat das Verkehrsnetz große Auswirkungen auf viele Tierarten. So ist die Autobahn A 33 für größere Tiere nahezu unpassierbar. Auch viele Bundes- und Landesstraßen sind mit Wildzäunen eingefasst und somit oft unüberwindbar. Mit Mitteln des „Konjukturpaketes“ wurde in der Egge bei Buke eine Grünbrücke über die Bundesstraße 64 realisiert. Ein künstliches Bauwerk, das das natürliche Wanderbedürfnis einiger Tierarten befriedigen soll. Die Leitart hier in der Egge ist in erster Linie das Rotwild – unser größtes heimisches frei lebende Säugetier. Rothirsche leben heute in eng begrenzten Gebieten und haben oft nur wenige Möglichkeiten zum genetischen Austausch. Viele Rotwildbestände gelten als genetisch verarmt. Auch die heimliche, scheue Wildkatze ist auf sichere Querungsmöglichkeiten angewiesen. Sie ist in der gesamten Egge nachgewiesen und wurde auch schon auf der Grünbrücke bestätigt. Beide Arten nutzen das Bauwerk also schon. Für den Menschen ist die Brücke allerdings nicht gemacht – jedenfalls nicht als Querungshilfe. Der Mensch profitiert durch die geringe Gefahr von Wildunfällen, denn die Tiere wandern in jedem Fall – egal ob mit oder ohne Brücke.
Der Vortrag vermittelt Eindrücke von der Entstehung bis zur Gegenwart und will auch einen Blick auf andere Regionen werfen, in denen Grünbrücken schon häufiger zur Vernetzung von Lebensräumen gebaut wurden und werden.
Der Eintritt zu dem Vortrag ist frei.