"Kulturwissenschaften - eine brotlose Kunst?"

Workshop mit 20 Studenten

© Stadt PaderbornFoto

Am Samstag, 27. Juli, nahmen rund 20 Studenten an dem Workshop „Kulturwissenschaften – eine brotlose Kunst?“ im kleinen Rathaussaal teil. Dem Vorurteil, dass es sich bei dem Studienfach Kulturwissenschaften um eine brotlose Kunst handelt, traten alle Beteiligten des Workshops gemeinsam tatkräftig entgegen. Veranstalter waren Michael Dreier, Bürgermeister der Stadt Paderborn, Dr. Andreas Neuwöhner, Direktor des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens und Prof. Dr. Peter E. Fäßler des Historischen Instituts der Universität Paderborn.

Einleitend erhielten die anwesenden Studierenden der Kulturwissenschaften Einblicke in die Bedeutung ihres Studienfachs aus den drei Perspektiven der Initiatoren: Bürgermeister Michael Dreier hob das breit aufgefächerte kulturelle Engagement der Stadt Paderborn hervor.
Dies drückt sich in vielen Projekten wie dem neu entstandenen Theater, der Pflege des Paderquellgebietes und der Erhaltung und Nutzung des Adam und Eva-Hauses, gemeinsam mit der Universität, aus. Andreas Neuwöhner unterstrich mit der Geschichte des Altertumsvereins dessen Bedeutsamkeit als Kulturforum, das verschiedenste Akteure zusammenbringt. Durch die universitäre Sichtweise vervollständigte Peter Fäßler das Bild. Er stellte die vielseitigen Fähigkeiten, die durch ein Studium der Kulturwissenschaften erworben werden und die damit verbundenen Chancen gegenüber. Diese unterliegen, nach der öffentlichen Wahrnehmung, dem Urteil über angeblich schlechte Berufsperspektiven. Um diese Kluft zu überbrücken, übergab Peter Fäßler den vier Referenten das Wort.

Dr. des. Christian Berg, wissenschaftlicher Mitarbeiter vom Heinz Nixdorf Forum, Dr. Georg Eggenstein, Freiberufler der EggensteinExpo, Dr. Daniel Droste, vom Unternehmensarchiv der Thyssen-Krupp AG und Marianne Witt-Stuhr, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Volksbank, bereicherten den Workshop indem sie sowohl ihre persönlichen Lebensläufe als auch die darin eingebetteten Berufsprofile vorstellten. Ihre Quintessenz ermutigte die Studierenden, engagiert auf selbstgesteckte Ziele hin zu arbeiten und als Spezialist selbstbewusst auf sich aufmerksam zu machen. Jede der vier Erfolgsgeschichten barg eine gewisse Glücks- und Zufallsabhängigkeit in sich und verdeutlichte, dass auch Rückschläge dazu gehören. Die Lebenswege der Referenten zeigten jedoch, dass es sich lohnt, diese nicht als endgültige Niederlage zu begreifen, sondern stattdessen mit Neugierde, Offenheit, Flexibilität und Leistungsbereitschaft zu reagieren. Das positive Feedback der Studierenden beinhaltete auch den Wunsch nach weiteren derartigen Veranstaltungen, um noch mehr Berufsperspektiven für Kulturwissenschaftler kennenzulernen.